1 Im ehemaligen Industriequartier

1 Im ehemaligen Industriequartier wurde letztes Jahr der Selve-Park eröffnet. Er grenzt direkt an die Aare.

 v.l.n.r: Martin Iseli,Beat

v.l.n.r: Martin Iseli,Beat Stettler, Niklaus Gött ; Markus Weibel, Leiter Stadtgrün; Florian Hauri, homas Schneider.

Grossflächige Staudenmischpflanzu

Grossflächige Staudenmischpflanzungen auf insgesamt 1000 m² im Selve-Park. Bepflanzungskonzept: Michael Gerber.

 Der Blumenschmuck konzentriert

Der Blumenschmuck konzentriert sich auf die Innenstadt. Insgesamt 250 Kistchen sind an den Brücken und Geländern angebracht. Aus Anlass der 750-Jahr-Feier von Thun wurden beim Bepflanzungskonzept die

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Blütenreiches Stadtgrün in Thun

Mit 44 000 Einwohnerinnen und Einwohnern belegt Thun in der Liste der grössten Städte Platz elf. Die nach Biel drittgrösste Stadt des Kantons Bern liegt direkt am Thunersee. Die «Stadt der Alpen» ist umgeben von Naturschönheit. Das Angebot der künstlich geschaffenen Grünflächen wird laufend erweitert und qualitativ weiterentwickelt: Eröffnet wurde ein neuer Park, der durchgängige Uferweg ist fast vollendet, Spielplatzsanierungen sind im Gang. Ein Blick hinter die Kulissen von Stadtgrün Thun zeigt auf, wie der Betrieb organisiert ist.

Kompetenzen bündeln, Ressourcen wirkungsorientiert und kostenoptimiert nutzen – diese Haltung widerspiegelt die Betriebsorganisation von Stadtgrün Thun. Mit dem vor acht Jahren vom Leiter Markus Weibel eingeführten Namen «Stadtgrün Thun» übernahm das Amt, das zusammen mit den Lernenden 53 Mitarbeitende beschäftigt, eine Vorreiterrolle. Der Name macht Schule. Auch in anderen Städten wurden die Stadtgärtnereien, worunter vielfach nur der produzierende Aufgabenteil verstanden wird, in Stadtgrün umbenannt. Diese Bezeichnung deckt das gesamte Spektrum der Tätigkeiten ab.

Der Name «Stadtgrün Thun» markiert den Aufbau einer neuen Betriebsorganisation, die angepasst auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden laufend optimiert wird. Stadtgrün ist verantwortlich für die fünf Bereiche Anlageunterhalt, Friedhofunterhalt, Krematorium, Stadtgärtnerei, Blütenreich (Blumenladen) und Sportanlagen. Philosophie des Leiters Stadtgrün ist es, Kompetenzeinheiten zu bilden für einen möglichst effektiven Anlageunterhalt. Der 44-jährige Landschaftsarchitekt und
gelernte Landschaftsgärtner arbeitet seit elf Jahren in diesem Amt, dessen Leitung er vor acht Jahren übernommen hat. Planerische Tätigkeit und Leitungsfunktion halten sich die Waage bei seiner Arbeit. Eine eigene Planungsabteilung sei bei dieser Amtsgrös­se und Organisationsform für die durch Stadtgrün abgewickelten Projekte nicht erforderlich. Stadtgrün Thun ist eine von vier Abteilungen innerhalb des Tiefbauamts, dem der Stadtingenieur Rolf Maurer vorsteht. Es bestehen viele Schnittstellen zu anderen Abteilungen und so lassen sich gemeinsame Ressourcen nutzen. Weibel schätzt diese Organisation für einen Dienstleistungsbetrieb in der Grösse von Stadtgrün Thun als Riesenvorteil ein. «Es ergeben sich viele Synergien. Alle profitieren.» Die Büroräumlichkeiten befinden sich direkt über dem grosszügigen Werkhof auf dem ehemaligen Von-Roll-Areal. Durch die Konzentration an einem Ort wird die Abstimmung mit anderen Abteilungen erleichtert.

Synergien ergeben sich bei der Bewirtschaftung des Maschinen- und Geräteparks. Für den Werkhof zuständig ist die Abteilung Technische Betriebe. So besteht für das gesamte Tiefbauamt ein Inventar über sämtliche Fahrzeuge, Geräte und Maschinen. Als Richtlinie für die Wiederbeschaffung gilt: Nutzfahrzeuge, in Betrieb sind 28 bei Stadtgrün, werden nach zehn Jahren ersetzt, handgeführte Rasenmäher und Grossflächenmäher nach acht Jahren. Bei der Budgetplanung wird festgelegt, welche Fahrzeuge und Geräte ersetzt werden müssen.

Als Grundlage für die Betriebsorganisation und als Planungsinstrument wurde ein Baum- und Grünflächeninventar auf GIS-Basis erarbeitet. Zur Anwendung kam eine auf die Grösse des Amtes zugeschnittene Lösung. «Ein Inventar hat nur so viel Wert, wie es genutzt wird», so Weibel und ergänzt: «Der Unterhalt eines Inventars kostet, das sind auch Steuergelder.» Im Zeitraum von zwei Jahren wurden die Daten unter Mitwirkung der Anlagegärtner aufgenommen. Nun sind alle Flächen im Stadtgebiet erfasst, die durch Stadtgrün bewirtschaftet werden.

Fokussiert auf Kernkompetenzen

Der Arbeitsumfang lässt sich genau beziffern. Die Anlagegärtner sind u. a. zuständig für die Pflege von über 6300 Laufmetern Hecken sowie für über 44 000 m2 Wildhecken und Grünflächen in der Grös­senordnung von 92 Fussballfeldern (600 000 m2). Drei Pflegekreise werden unterschieden. Geleitet wird der Anlagenunterhalt vom stellvertretenden Leiter Niklaus Götti. Weibel verweist auf die Bandbreite gärtnerischer Tätigkeiten bei Stadtgrün Thun: «Wir haben vieles im Angebot, das die verschiedenen Gärtnerberufe beinhalten.» Auch kleine Umänderungen werden selbst durchgeführt. Dafür ist eine Person zuständig.

Engagierter Lehrbetrieb

Stadtgrün ist deshalb auch gefragt als Ausbildungsplatz. Innerhalb des Tiefbauamtes bildet Stadtgrün die meisten Lernenden aus (EBA und EFZ). Die Lernenden werden für drei Wochen in einen Privatbetrieb geschickt. Lernende von der Gartenbauschule Oeschberg und der Gartenbauschule Hünibach gewinnen im Gegenzug einen Einblick in den Anlageunterhalt.

Das Baumpflegeteam, bestehend aus zwei Personen, ist zuständig für den Unterhalt der knapp
6000 Bäume. Für den Baumschnitt im Winter wird das Team von den Anlagegärtnern unterstützt. Das Baumpflegeteam soll künftig beginnend bei der Pflanzung alle Arbeiten, die bei Bäumen anfallen, begleiten.

Die Stadtgärtnerei kultiviert jährlich rund 250 000 Pflanzen für den Wechselflor, der auf den Friedhöfen, in den Grünanlagen und für den Blumenschmuck in der Innenstadt benötigt wird. Die vielen dezentralen Flächen wurden reduziert zugunsten des Blumenschmucks in der Innenstadt. Aus Spargründen einst abgeschafft, ist der Blumenschmuck in Kistchen zum unverzichtbaren Schmuckelement im Stadtbild geworden. Insgesamt 250 Blumenkisten sind an den Brücken und Geländern angebracht. Für den Unterhalt, vom Giessen bis zum Ausputzen, ist eine Person zu 100 % beschäftigt. Wechselflorpflanzungen kommen zum Teil auch in den über 25 Verkehrskreiseln zum Zug.

Staudenmischpflanzungen im Selve-Park

Die Stadt Thun verfügt über attraktive Parkanlagen in Seenähe, allen voran der Schadaupark und der Bonstettenpark. Seit letztem Jahr ist sie um eine Parkanlage reicher. Im ehemaligen Industriequartier wurde der Selve-Park eröffnet. Zum Park gehören zwei grosszügige Liegewiesen, Betonsitzelemente, ein breiter Platz als Durchgang zum Aareufer, ein Spiel- und Sportplatz sowie ein Uferweg. Grossflächige Staudenmischpflanzungen, wie sie im öffentlichen Grün der Städte nur selten zu sehen sind, ziehen sich als Band durch den gesamten Park. Sie wurden anstelle der ursprünglich geplanten Magerwiese angelegt, wofür die Anlagekosten gleich hoch gewesen wären. «Wir wollen etwas bieten», begründet Weibel die Wahl dieses unterhaltsintensiven Vegetationselementes. Es bereichere die gärtnerische Pflegepraxis und erhöhe die Arbeitszufriedenheit. Von der Bevölkerung gibt es viel Lob für diese Pflanzung.

Zu Stadtgrün Thun gehört weiter das Kremato­rium mit einem riesigen Einzugsgebiet sowie das Bestattungsamt. Es bestehen zwei Abdankungshallen. Stadtgrün ist für alle Beisetzungen in den drei Friedhöfen Stadtfriedhof, Friedhof Schoren und Friedhof Goldiwil zuständig. Um die Arbeitsabläufe zu optimieren, sollen das Bestattungsamt, das Krematorium und der Friedhofsunterhalt, der nach derzeitiger Organisation zum Bereich Stadtgärtnerei gehört, zu einer Geschäftseinheit zusammengefasst werden.

Temporäre Mitarbeitende vertraglich binden

Der Friedhofsunterhalt wird von vier Personen abgewickelt. «Wir haben ein sehr gutes Friedhofs­team. Menschlich muss man das im Griff haben. Man begegnet täglich Menschen, die in einer Ausnahmesituation sind», erklärt Weibel. 1300 Gräber werden im Auftrag der Angehörigen als Dauergrabpflege oder im Jahresvertrag drei Mal jährlich angepflanzt. Die für diese Arbeitsspitzen benötigten Aushilfen werden für die drei dreiwöchigen Einsätze mit einem 20 %-Vertrag angestellt. Das gibt Sicherheit für die Beschäftigten. Stadtgrün spart sich Aufwand für die Suche neuer Leute und die Schulung für die kurzen Arbeitseinsätze. Diese naheliegende, jedoch kaum praktizierte Lösung ist ein Gewinn für beide Seiten und bewährt sich in Thun.

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