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Die Kastanienernte im Tessin ist jeden Herbst ein freudiger Anlass für Gross und Klein. Bild: Thomas Reich, WSL

Veredelte Kastanienbäume in gepflegten Hainen mit genügend Abstand und Licht können sehr alt werden. Bild: Giorgio Moretti.

Die Kombination von Trockenheit und Gallwespe führt zu grossen Schäden. Bild: Marco Conedera, WSL

  • Forschung

Schwierige Zukunft für die Kastanie

Die Edel- oder Esskastanie ist an Standorten verbreitet, wo jetzt schon die Temperaturen herrschen, die man in den nächsten Jahrzehnten für Mitteleuropa erwartet. Ist sie deswegen eine zukunftsträchtige Baumart für die Wälder nördlich der Alpen? 

Vordergründig spricht laut einer Medienmitteilung der  Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) einiges dafür, dass sich die Edelkastanie (Castanea sativa) im Zuge der Klimaerwärmung in Mitteleuropa ausbreiten könnte oder angepflanzt werden sollte. Denn die Baumart komme vor allem südlich der Alpen vor, wo heute schon jene Temperaturen herrschen, welche die Wissenschaft in absehbarer Zukunft für Mitteleuropa erwartet. Für die Forstwirtschaft stelle sich darum die Frage, ob eine Förderung der Kastanie als Waldbaum zielführend sein könnte.

Um diese Frage zu beantworten hat ein Team der WSL die Überlebenswahrscheinlichkeit der Kastanie mit jener anderer in der Südschweiz vorkommenden Baumarten verglichen, gestützt auf Daten des Schweizerischen Landesforstinventars (LFI).   In der Südschweiz ist die Kastanie die kulturell und landschaftlich wichtigste Baumart. Die heutigen Kastanienwälder sind allerdings das Ergebnis einer langjährigen intensiven Bewirtschaftung. Ob die Baumart auf natürliche Weise wettbewerbsfähig genug ist, um in künftigen Bedingungen zu gedeihen, war bisher unerforscht.

Die Ergebnisse der neuen Studie würden zeigen, dass die Kastanie nicht per se eine zukunftssichere Baumart sei. «Waldbewirtschafter sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie auf trockenen Standorten möglicherweise nicht die beste Option beim zu erwartenden Anstieg der Sommertemperaturen und zunehmenden Trockenperioden ist», heisst es in der Medienmitteilung. Auf günstigen Standorten und mit genügend Pflege hingegen könne die Baumart eine gute Wahl sein, um qualitativ hochwertiges Holz zu produzieren.

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