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Die Kirschblüte in der Schweiz beginnt heute im Schnitt 11 Tage früher als vor 1950. Bild: Barbara Pietragalla

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Blattentstehung und Blüte treten immer früher auf

Ein Forschungsteam unter Leitung der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) stellt laut Medienmitteilung der WSL in Nature Climate Change die fünf längsten Zeitreihen der Welt zum Frühlingsaustrieb von Bäumen vor. Im Bericht werde gezeigt, dass in allen Reihen Blattentstehung und Blüte immer früher auftreten, was ein deutliches Zeichen sei für die globale Erwärmung, die sich seit den 1980er-Jahren stark beschleunigt hat.

Weil die Temperaturen im Frühling immer wärmer werden, finden auch viele biologische Phänomene früher statt. Diese Naturereignisse beobachten Menschen schon seit Jahrhunderten. Die weltweit fünf längsten Zeitreihen stimmen verblüffend gut mit der Beschleunigung der globalen Erwärmung ab den 1950er-Jahren überein, die sich in den 1980er-Jahren nochmals verstärkte.  

Die mit Abstand längste Zeitreihe ist jene zur Kirschblüte in Kyoto, Japan, die ein wichtiges kulturelles Ereignis ist und deren Beginn schon seit 812 n.Chr. festgehalten wird. Gleich zwei der fünf Zeitreihen befinden sich in der Schweiz: Seit 1808 beobachtet der Grand Conseil de la République et canton de Genève eine Rosskastanie (den «Marronnier de la Treille»), und seit 1894 überwachen das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain und MeteoSwiss einen Kirschbaum im Kanton Basel-Landschaft.

Im Schnitt dieser Zeitreihen begann der Blatt- oder Blütenaustrieb in der Zeitspanne 1985 bis 2020 um sechs (in China) bis 30 Tage (in der Schweiz) früher als vor 1950. Besonders eindrücklich: Die Kirschblüte in Kyoto begann im Frühling 2021 so früh wie nie zuvor in den letzten 1200 Jahren.

Die Zeitreihen des Blühbeginns und Blattaustriebs sind nicht nur perfekte Indikatoren für die Wissenschaft, sondern auch ein leicht zu beobachtendes Phänomen für die Bevölkerung. «Sie sind konkrete, anschauliche Anzeiger für die Beschleunigung des Klimawandels», sagt Erstautor Yann Vitasse von der Forschungsgruppe Ökosystem-Ökologie der WSL. Die Phänologie, also die Wissenschaft, die biologische Prozesse im Zusammenhang mit jahreszeitlichen Klimaschwankungen untersucht, könnte daher ein sehr gutes Instrument sein, um über die Auswirkungen des Klimawandels auf lebende Organismen zu informieren. Sie könnte Politiker und künftige Generationen für die Dringlichkeit des derzeitigen Klimawandels und seiner Folgen sensibilisieren, so die Forscher. 

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