Untersucht wurden junge Buchen und Eichen in der Modellökosystemanlage (Modoek) in Birmensdorf. In den Klimakammern setzten die Forschenden die Bäume gezielt erhöhten Temperaturen (+5 °C), Trockenheit sowie einer Kombination aus beidem aus. Das Resultat: Selbst deutlich höhere Temperaturen führten nicht automatisch zu Schäden – solange ausreichend Wasser im Boden vorhanden war. Kritisch wurde es erst, wenn Hitze und Trockenheit zusammenkamen.
Bäume regulieren ihre Temperatur über die Transpiration: Sie geben Wasser über die Blätter ab und kühlen sich so ähnlich wie der Mensch durch Schwitzen. Wird das Wasser knapp, schliessen sich die Blattporen. Die Kühlung fällt aus, die Blätter überhitzen und können dauerhaft geschädigt werden – ein Prozess, der als Versengung bezeichnet wird.
Messungen zeigten, dass Blätter bei direkter Sonneneinstrahlung Temperaturen von bis zu 45 °C erreichen können. Solange genügend Wasser verfügbar ist, bleibt der Schaden meist gering und vorübergehend. Unter Trockenstress hingegen führt dieselbe Hitze zu deutlichen Schäden. Besonders empfindlich reagierte die Buche mit braunen, verbrannten Blattstellen.
Überraschend robust zeigte sich dagegen die Flaumeiche: Obwohl ihre Blätter ähnlich hohen Temperaturen ausgesetzt waren, traten deutlich weniger Schäden auf. Die genauen Gründe dafür sind noch nicht vollständig geklärt.
Die Studie liefert erstmals experimentelle Belege dafür, dass das Überschreiten thermischer Grenzwerte in Kombination mit Trockenheit zu dauerhaften Blattschäden führt. Mit Blick auf den Klimawandel dürfte diese Kombination künftig häufiger auftreten – und stellt damit eine zentrale Herausforderung für die Waldbewirtschaftung dar.