Mit 35% sind weiterhin mehr als ein Drittel aller Arten in der Schweiz gefährdet. Das schreibt die Akademie für Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) in einer Mitteilung. Mit «Biodiversität in der Schweiz verstehen und gestalten» hat die SCNAT vergangene Woche eine neue Publikation veröffentlicht, die die aktuellen Ergebnisse aus der Forschung zusammenfasst. Daraus geht weiter hervor, dass der anhaltend hohe Konsum viele negative Auswirkungen auf die Umwelt hat. So hat die Landschaftszerschneidung zwischen 2014 und 2020 um 7% zugenommen und die Lichtverschmutzung hat sich zwischen 1994 und 2020 sogar verdoppelt.
Es hat jedoch nicht nur negative Entwicklungen gegeben in den vergangenen 15 Jahren. So habe sich der Rückgang der Biodiversität verlangsamt und im Wald hat sich ihr Zustand sogar auf «mittel» verbessert. In alpinen Lagen oberhalb der Waldgrenze wird sie weiterhin als «gut» eingestuft. Laut der SCNAT entwickeln sich auch die Bestände wärmeliebender, mobiler und bereits häufiger Arten sehr positiv. Zudem konnten mehrere grosse Tierarten wie Reh und Biber die Gebiete, aus denen sie verschwunden sind, wieder besiedeln. Auch haben die menschenverursachten Stickstoffeinträge über die Luft seit 1990 abgenommen. «Es gelangt jedoch immer noch zu viel Stickstoff in zahlreiche Lebensräume», so die Akademie.
Neben diesen positiven Entwicklungen gibt es auch negative: Das Niveau der Biodiversität sei grundsätzlich tief und wird in den Gewässern, im Siedlungsraum und im Landwirtschaftsgebiet in den Tal- bis unteren Bergzonen weiterhin als «schlecht» bewertet. Laut der SCNAT werden Artengemeinschaften und Lebensräume immer wie einheitlicher.
Fördermassnahmen wirken
Die Akademie für Naturwissenschaften Schweiz betont, dass die Fördermassnahmen von Bund, Kantone und Gemeinden durchaus posivite und messbare Wirkung hat – lokal, regional und teilweise sogar national. «Damit sich der Zustand der Biodiversität insgesamt verbessern kann, müssen bestehende Gesetze konsequenter vollzogen, Programme ausgebaut und mit anderen Politikbereichen besser abgestimmt werden. Eine Trendwende ist also möglich, es bedarf aber eines stärkeren Einsatzes der gesamten Gesellschaft», so die SCNAT.