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Wildapfelgene für robuste Sorten

Bei der Crop Wild Relatives «CWR» Tagung im Bildungszentrum Wald in Lyss machte Simone Bühlmann-Schütz von Agroscope deutlich, wie wichtig die Gene der Wildformen für die moderne Apfelzüchtung sind und wie sich der sonst langwierige Prozess mit neuen Verfahren deutlich beschleunigen lässt.

Die heutigen Apfelsorten, die wir kennen, stammen nicht aus einer einzigen Wildart, sondern aus einer langen gemischten Kreuzungsgeschichte mehrerer Wildäpfel wie Malus sieversii, M. orientalis und M. sylvestris. Diese Sorten tragen einzigartige Resistenzgene in sich, die nötig sind, um Feuerbrand, Schorf oder Mehltau abzuwehren.

Der Weg vom Wildapfel zu einer marktfähigen Sorte ist jedoch lang und komplex. Denn die Wildäpfel tragen neben ihren Resistenzgenen zahlreiche unerwünschte Merkmale in sich wie kleine, harte Früchte, schlechte Ausfärbung und unregelmässiger Wuchs. Um die Resistenz beizubehalten, ohne die negativen Eigenschaften mit einzuzüchten, braucht es viele Rückkreuzungen über mehrere Generationen hinweg. Aus diesem Grund dauert ein traditioneller Züchtungszyklus, vom Sämling bis zur ersten Blüte, rund fünf Jahre. Bis eine Apfelsorte schliesslich den Weg auf den Markt findet, vergehen daher oft 15 bis 20 Jahre.

Ein zentrales Thema in Lyss war deshalb, wie sich der langwierige Züchtungsprozess beschleunigen lässt, ganz ohne Gentechnik. Gezeigt wurde die kulturtechnische Methode namens Low-Input-Fast-Track. Bei dieser werden junge Apfelbäume im Gewächshaus künstlich in Winterruhe versetzt und anschliessend wieder zum Austreiben gebracht. Damit sinkt die Zeit bis zur nächsten Blüte von fünf Jahren auf etwa zweieinhalb Jahren. Die Sämlinge aus diesen Linien sind jedoch aufgrund der Gewächshausbedingungen oft gestresst und zeigen keine repräsentative Fruchtqualität. Deshalb müssen sie unter realen Anbaubedingungen getestet werden. Ergänzend kommt hinzu, dass Züchtende mittels molekularer Marker bereits im Sämlingsstadium erkennen können, welche Nachkommen die gewünschten Resistenzgene tragen. Das ersetzt jedoch nicht die Feldprüfung, denn erst dort zeigt sich, ob die Resistenz tatsächlich wirkt.

Zur Frage, ob es bereits eine «hyperresistente» Apfelsorte gibt, machte Bühlmann-Schütz klar, dass dies nicht der Fall ist. Zwar verfügen Züchtende heute über Klone mit mehreren Resistenzgenen, doch diese sind weit von einer marktfähigen Sorte entfernt – vor allem, weil ihre Fruchtqualität nicht dem entspricht, was der Markt verlangt. 

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