Wildlebende Honigbienen machen rund ein Sechstel der europäischen Gesamtpopulation aus. Sie leben unter anderem in natürlichen Baumhöhlen, Felsspalten oder hohlen Gemäuern und erhalten sich unabhängig vom Menschen. Gleichzeitig sind sie genetisch bedeutsam: Wildpopulationen sind genetisch vielfältiger als die Honigbiene und besser an Krankheitserreger angepasst. Etwa an die bei Honigbienen gefürchtete Varroa-Milbe. Durch die fehlende chemische Behandlun kam es bei Wildpopulationen zu einer Selektion von Kolonien, die gegen diesen Parasiten weitgehend resistent sind. Dennoch könnten sie nicht eigenständig überleben und seien auf Zuwanderung der Imkerei-Bienen angewiesen.
Für die Untersuchung analysierten die Forschenden Überlebensdaten wildlebender Bienenvölker aus mehreren europäischen Ländern. Mehr als 1600 Nistplätze in 15 Ländern wurden dokumentiert. Dabei zeigten sich deutliche regionale Unterschiede. Während einige Populationen, etwa in Teilen Englands, stabil sind, gelten wildlebende Honigbienen in Mitteleuropa teilweise als stark gefährdet.
Als Ursachen für den Rückgang nennen die Forschenden unter anderem den Verlust geeigneter Lebensräume durch intensive Landnutzung und Bebauung. Mit dem Verschwinden alter Bäume gehen auch natürliche Nistmöglichkeiten verloren. Gleichzeitig fehlen in naturnahen Landschaften zunehmend Pollen- und Nektarquellen. Krankheiten und invasive Arten wie die Varroa-Milbe sowie mögliche chemische Belastungen durch Pestizide setzen den Bienenvölkern zusätzlich zu.
Die Forschenden fordern deshalb, wildlebende Honigbienen ausdrücklich als Teil der Biodiversität anzuerkennen und ihre Bestände systematisch zu überwachen. Für ihren Schutz seien alte Bäume mit geeigneten Höhlen, ein vielfältiges Nahrungsangebot und naturnahe Strukturen entscheidend. Zur Studie