Im Projekt «Pro Healthy Tree» wird unter anderem Mehltau an Quercus untersucht. Bild: Natalya_Mozalevich/Pixabay

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«Pro Healthy Tree»: Projekt zur Früherkennung von Baumkrankheiten

Das Projekt «Pro Healthy Tree» entwickelt Prognosemodelle zur Früherkennung von Krankheiten und Schädlingen in Baumschulen. Ziel ist es, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und frühzeitige biologische Massnahmen zu fördern.

Seit 2023 entwickelt das Projekt «Pro Healthy Tree» Prognosemodelle zur Früherkennung von Krankheiten und Schädlingen in Baumschulen. Ziel ist es, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und nachhaltigere Methoden im Pflanzenbau zu fördern. Ansätze, die sich im Obstbau bereits bewährt haben, werden dabei auf Schaderreger in Alleebaumkulturen übertragen.

Im Fokus stehen Rinden- und Blattfleckenkrankheiten an Tilia sowie Mehltau an Quercus und Amelanchier. Zudem wird der Borkenkäferbefall an Eichen untersucht. Hintergrund ist die sinkende Verfügbarkeit konventioneller Pflanzenschutzmittel. Deshalb soll möglichst früh und vermehrt mit biologischen Massnahmen auf einen Befall reagiert werden.

Am Projekt beteiligt sind die Baumschule Baum & Bonheur (D) sowie das Gartenbau-Beratungsunternehmen Compas Agro. Während die Baumschule Flächen und Pflanzen zur Verfügung stellt, übernimmt Compas Agro (NL) die Bonituren, entwickelt Prognosemodelle und erarbeitet Empfehlungen für Pflanzenschutzmassnahmen.

Im Rahmen des Projekts werden derzeit vier verschiedene Behandlungsstrategien getestet. Dazu gehören chemische Pflanzenschutzmittel, biologische Strategien mit Aminosäuren sowie biologische Schutz- und Stärkungsmittel. Zusätzlich gibt es eine unbehandelte Vergleichsgruppe. Die Behandlungen erfolgen nach festgelegten Strategien, zudem werden laufend Wetterdaten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind erfasst, um günstige Bedingungen für einen Krankheitsbefall besser einschätzen zu können.

Die Beobachtung des Befalls erfolgt aktuell visuell. Laut den Projektverantwortlichen könnten künftig auch KI-gestützte Verfahren eingesetzt werden. Erste Erkenntnisse zeigen zudem, dass biologische Mittel eine vielversprechende Wirkung gegen Mehltau an Quercus und Amelanchier haben. Das Prognosemodell könne ausserdem bereits relativ zuverlässig vorhersagen, ob Bedingungen für einen Mehltaubefall eintreten und das teilweise bis zu einer Woche im Voraus.

Langfristig sollen die gewonnenen Daten die Grundlage für die Digitalisierung des Prognosemodells bilden. Im Folgeprojekt «Digital Talking Tree» sollen über mehrere Wachstumsperioden zusätzliche Daten zu Bodentemperatur, Feuchtigkeit, pH-Wert und Dickenwachstum gesammelt werden. Ziel ist es, die Vorhersage und Kontrolle von Baumkrankheiten weiter zu verbessern und praxisnahe Empfehlungen für den Pflanzenbau zu entwickeln.

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