Im Zentrum der Untersuchung stand die Frage, wie Pflanzenvielfalt die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, pflanzenfressenden Insekten und deren natürlichen Feinden beeinflusst. Im Unterschied zu früheren Studien, die einzelne Ökosysteme oder Regionen untersuchten, führt die neue Analyse erstmals Daten aus Agrarlandschaften, Grünland und Wäldern weltweit zusammen. Sie zeigt, dass sich die zugrunde liegenden ökologischen Mechanismen je nach Ökosystem grundlegend unterscheiden.
In landwirtschaftlichen Systemen stärke die Artenvielfalt die natürlichen Gegenspieler von Schädlingen, so die Forschenden. In artenreichen Wiesen und Wäldern führe sie dagegen zunächst zu mehr Pflanzenfressern und erst in der Folge auch zu mehr Räubern.
Besonders deutlich zeigen sich die Vorteile einer höheren Artenvielfalt in Agrarlandschaften. Dort profitieren gemäss den Forschenden räuberische Insekten stärker, als pflanzenfressende Schadinsekten. Dadurch verschiebe sich das Gleichgewicht zugunsten von natürlichen Feinden, weshalb artenreichere Äcker mehr Erträge bringen, als Monokulturen.
Die umfassende Datensynthese mit dem Titel „Plant diversity modifies multi-trophic interactions in croplands, grasslands and forests" basiert auf 149 Feldstudien mit Daten aus 214 Standorten in 27 Ländern auf fünf Kontinenten und wurde in der Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlicht.
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