Die begrünte Ziegelfassade «GreenBrick» nutzt das Prinzip der Verdunstungskühlung. Simulationen und Praxistests der HSLU zeigten in unmittelbarer Gebäudenähe eine Kühlwirkung von bis zu 4 Grad Celsius. Besonders in dicht bebauten und windarmen Stadträumen könnte sich dieser Effekt positiv auswirken. Expertinnen und Experten der Hochschule Luzern (HSLU) aus den Bereichen Design, Gebäudetechnik, Bauingenieurwesen und Architektur entwickelten es gemeinsam mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und Unternehmen aus der Baubranche.
Das System kombiniert langlebigen Ton mit Moosen und trockenheitsverträglichen Pflanzenarten. Dadurch kommt es mit wenig Wasser und Pflege aus. Es ist zudem modular aufgebaut. Einzelne Elemente können dadurch ersetzt, rückgebaut oder wiederverwendet werden. Die begrünte Ziegelfassade kann sowohl bei Neubauten als auch bei der Nachrüstung bestehender Gebäude eingesetzt und mit anderen vorgehängten Fassadensystemen, beispielsweise Solarpanels, kombiniert werden. Für die Bewässerung benötigt das System gemäss Projektangaben 1,3 Liter Wasser pro Quadratmeter und Tag. Vorgesehen ist, dafür Regenwasser in einem geschlossenen Kreislauf zu verwenden. Neben der Kühlwirkung soll die Fassadenbegrünung auch die Biodiversität fördern und den Schallschutz verbessern.
Zum Forschungsprojekt und zu den Ergebnissen: HSLU – GreenBrick und Medienmitteilung der HSLU.