Von links: Moderator Fabio Häuselmann, Matthias Funk, Adrian Aeschbacher, Bernd Schulze zur Verth. Bild: wab

  • 4.0 – Digitalisierung heute und morgen
  • Landschaftsarchitektur

BIM – Erfahrungen in der Praxis

«BIM im Klartext» – unter diesem Titel lud die Firma ComputerWorks AG aus Münchenstein Planende Ende August zu einer Tagung ins Kino Kosmos in Zürich. Dabei berichteten drei BIM-Pioniere der Landschaftsarchitektur von ihren Erfahrungen in der Anwendung der digitalen Planungsmethode.  

Wofür BIM steht, ist allgemein bekannt. In den Planungsbüros wird das Building Information Modeling aber noch selten angewendet. Nur wenige der rund 40 teilnehmenden Landschaftsarchitekten haben bereits mit BIM gearbeitet. Die Hürden sind hoch: Wie die drei Referenten ausführten, bedeutet die Umstellung in der Einführungsphase einen erheblichen Mehraufwand. Die Herausforderung für die Anwender ist dabei die 3-D-Modellierung als Grundlage jedes BIM-Prozesses. 

Workflow folgt dem Baustellenablauf

Matthias Funk, Inhaber des Büros scape Landschaftsarchitekten, berichtete anhand von Projekten, wie er mit Vectorworks Landschaft erste BIM-Workflows entwickelte. Er motivierte die Teilnehmenden, die Digitalisierung hochzufahren, um auf Augenhöhe mit den GUs zu sein und für sich als Innovationsträger zu werben. Grösste Hürde im BIM-Prozess sei es, das Werkzeug zu lernen. Als Lernfeld für den Workflow dienten zu Beginn hybride 2-D-/3-D-Modelle. Das erste Projekt, bei dem sein Büro alle Objekte in 3-D modellierte und als IFC-Modell (siehe Kasten) an den GU übergab, war die Freiraumplanung eines Seminarcenters in Attendorn. «Arbeiten mit 3-D-Modellen entspricht immer mehr dem, wie man auf der Baustelle baut», so Funke. Er stellte dem Mehraufwand den Mehrwert gegenüber, der entsteht, weil sich Brüche zwischen den Programmen vermeiden lassen, Tabellen aus dem Programm gezogen und Änderungen im Projektfluss automatisch übernommen werden. «Kann man das 3-D-Modellieren, spart das viel Zeit», so sein Fazit.

Bernd Schulze zur Verth, Leiter Ausführungsplanung, Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau, Zürich, schilderte seine Erfahrungen beim mit dem Architekturbüro OOS AG entworfenen, aktuell im Bau stehenden Schweizer Pavillon für die World Expo 2020 (siehe dergartenbau 4/2019). Das digitale Modell wurde analog nachgebaut, um die Funktionalität zu prüfen. Auch die Architekten bauten ein physisches Modell. «Rhythmik und Atmosphäre erschliessen sich nicht im digitalen Modell», sagte Schulze zur Verth, der sich nicht vorstellen kann, dass künftig komplett in 3-D entworfen wird. BIM, so der Referent, ist eine grosse Hilfe für die Schnittstellenkoordination. Positiv bewertete er den Zeitgewinn. Er zeigte sich begeistert darüber, dass ein Leistungsverzeichnis aus einer Software gezogen werden kann. Wie er ausführte, fehlen derzeit Standards der BIM-Klassen und -Bibliotheken für Landschaftsobjekte.

Wertschöpfungspotenziale ausloten

Adrian Aeschbacher, Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, machte Mut zu einem sanften Einstieg in BIM. Er selbst kam in Berührung mit der Thematik bei einem der grössten mit BIM abgewickelten Projekte der Schweiz, dem Glasi-Quartier in Bülach. Aeschbacher stellte das digitale Geländemodell als Möglichkeit vor, um Teilaspekte mit BIM zu beleuchten: Liegen die Gebäude auf der richtigen Höhe? Stimmt die Baumwahl mit den räumlichen Verhältnissen überein? Wo ist aufgrund der Windanalyse der beste Standort für den Spielplatz? Wie anhand eines einfachen Modells Studien unterschiedlicher Freiraumtypen abgewickelt wurden, zeigte er weiter anhand eines Projektes. Aeschbacher wertet BIM als Chance, den «Produkten» der Landschaftsarchitektur Gewicht zu verleihen, indem die Wertschöpfung durch Messwerte belegt wird. Konkretes Beispiel ist die Temperaturabsenkung, die ein Baum in einem bestimmten Radius bewirkt. Als Mitglied der BIM-Arbeitsgruppe des Bundes Schweizer Landschaftsarchitekten (BSLA) warb er für Zusammenarbeit, um künftig «in der ‹BIM-Welt› bestehen zu können». | 

  • 4.0 – Digitalisierung heute und morgen
  • Forschung

Das ökologische Gleichgewicht des Waldes im Auge zu behalten, ist nicht ganz einfach. Ein Forscherteam der Empa und des «Imperial College London» hat…

Weiterlesen

  • 4.0 – Digitalisierung heute und morgen
  • Produktion
  • Pflanzenschutz

Fünf Bundesstellen haben gemeinsam mit Agroscope ein Bewilligungsverfahren für Sprühdrohnen entwickelt. Damit ermöglicht die Schweiz als erstes Land…

Weiterlesen

  • 4.0 – Digitalisierung heute und morgen
  • Diverses

Ende Mai 2019 wurde am Berufs- und Weiterbildungszentrum Rorschach-Rheintal (BZR) der neue digitale Lerngarten 4.0 eröffnet. Alle Pflanzen sind mit…

Weiterlesen

Aktuelle Ausgabe

dergartenbau 5-2026

 

Vorschau Giardina 2026: Vielversprechende Jubiläumsausgabe

Wildflower Garden Hamburg: Tom Stuart-Smiths «wilder Garten»

Felsen, Hügel und Senken: Gärten in attraktive Lebensräume verwandeln

Höhenunterschiede überwinden: Treppe und Böschung

 

Zur Ausgabe E-Magazine

Agenda

Messe Zürich

Die Giardina zählt zu Europas führenden Indoorveranstaltungen für das Leben im Garten. Die bedeutendsten Anbietenden der Branche präsentieren jeweils zum Frühlingsbeginn ihre neuen Produkte, kreative Lösungen und die kommenden Trends in der Gartengestaltung, dieses Jahr unter dem Motto «Der Baum – Die Seele des Gartens». Weitere Infos und Tickets

11.03.2026  –  15.03.2026

Vom 9. bis 12. Juni 2026 präsentieren 56 teilnehmende Unternehmen in drei Regionen in den Niederlanden und Deutschland ihre Innovationen und zukünftige Entwicklungen in den Segmenten Beetpflanzen und Topfpflanzen. Mehrere Tausend Besucher aus über 90 Ländern besuchen die FlowerTrials jeweils und machen den Anlass zu einem globalen Erfolg . Weitere Infos.

09.06.2026  –  12.06.2026
Bernexpo

Die Suisse Public ist die schweizerische Leitmesse des öffentlichen Sektors und damit der wichtigste Treffpunkt. Alle wichtigen Anbieter präsentieren sich und wecken mit relevanten Produkten und Services das Interesse zahlreicher Entscheidungsträger. Der Ausstellungsbereich Arbeitssicherheit und -schutz wird für die Austragung 2026 gezielt weiter ausgebaut und neu platziert. Weitere Infos und Tickets.

16.06.2026  –  19.06.2026

Newsletter Registration

Frau  Herr 

Submissionen

weitere Submissionen