Böden speichern Wasser, Kohlenstoff und Nährstoffe, bilden die Grundlage unserer Ernährung und beherbergen einen grossen Teil der weltweiten Artenvielfalt. Gleichzeitig nehmen Biodiversität und Bodenqualität weltweit ab. Die im Fachjournal «Plants, People, Planet» veröffentlichten Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede beim Abbau der Unterhosen. Je stärker die Baumwolle zersetzt war, desto aktiver war das Bodenleben. Besonders schnell ging der Abbau in Privatgärten voran, so die Mitteilung der UZH. Dort fanden die Forschenden auch viel organische Substanz und damit gute Bedingungen für Regenwürmer, Pilze, Bakterien und andere Bodenorganismen. Am geringsten war die Aktivität auf Rasenflächen, Äcker und Wiesen lagen dazwischen.
Die Art der Landnutzung erwies sich als wichtigster Einflussfaktor. Auch chemische Bodeneigenschaften wie der Nährstoffgehalt spielten eine Rolle. «Unsere Resultate zeigen, dass die Bodenbewirtschaftung einen grossen Einfluss auf Bodenleben und -qualität haben kann», wird Co-Studienleiter Marcel van der Heijden, UZH-Professor für Agrarökologie, in der Mitteilung zitiert. «Ein lebendiger Boden ist entscheidend für die Fruchtbarkeit, die Nährstoffkreisläufe und zahlreiche weitere Ökosystemleistungen.» Fördern lässt sich das Bodenleben etwa durch permanente Bodenbedeckung, Kompost, vielfältige Fruchtfolgen sowie einen reduzierten Einsatz von Mineraldünger und Pflanzenschutzmitteln.
Starker Abbau nicht immer positiv
Ein schneller Abbau deutet häufig auf einen fruchtbaren und nährstoffreichen Boden hin, was insbesondere für die Landwirtschaft vorteilhaft ist. Eine hohe Bodenaktivität ist jedoch nicht überall wünschenswert. «Ein maximaler Abbau ist aber nicht in jedem Ökosystem wünschenswert», so Franz Bender, Teamleiter für Agrarökologische Bewertungen bei Agroscope und Co-Projektleiter. «In naturnahen Lebensräumen wie Wäldern können sehr hohe Nährstoffgehalte auf Störungen des natürlichen Nährstoffhaushalts hinweisen. Auch in Gärten kann ein starker Unterhosenabbau auf eine Überversorgung mit Nährstoffen hindeuten. In solchen Fällen lohnt es sich zu überprüfen, ob die Düngung reduziert werden sollte.» Auch Temperatur und Bodenfeuchtigkeit beeinflussen die biologische Aktivität. Mit dem «Unterhosen-Index» wollen die Forschenden Bodenprozesse anschaulich machen und das Bewusstsein für den Schutz gesunder Böden stärken.