Für die Untersuchung werteten Forschende mehr als 57 000 Vegetations-Zeitreihen aus 21 Ländern aus, für die Pflanzen an einem bestimmten Ort über einen längeren Zeitraum immer wieder erfasst wurden. Sie achteten auch darauf, ob die Lebensräume über die Zeit stabil blieben, sich auf natürliche Weise oder durch menschliches Eingreifen veränderten.
Im Durchschnitt nahm die Zahl der Arten pro Fläche jährlich um 0,2 Prozent zu. Besonders ausgeprägt waren die Veränderungen in Feuchtgebieten und Mooren, während sie an Grünlandstandorte deutlich geringer ausfielen.
Die zusätzlichen Pflanzenarten deuten laut Studie häufig jedoch auf gestörte Lebensräume hin. So können sich die neu dazugekommenen Generalisten und gebietsfremde Pflanzen unter veränderten Bedingungen besser ausbreiten und seltene, spezialisierte sowie standorttypische Arten langfristig verdrängen. Gleichzeitig blieb die Gesamtzahl der Arten innerhalb aller Lebensraumtypen insgesamt unverändert, was darauf hindeutet, dass bereits heimische Arten verloren gegangen sind.
Quelle: Nature Communications, Martin-Luther-Universität Halle, Habitat-specific trends in taxonomic, functional, and phylogenetic diversity in European plant communities over a century | Nature Communications