Zweitausendsechshundert Kilometer liegen vor Osla Petursdottir, bis sie von den zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln am Berufsbildungszentrum in Sursee eintrifft. Der erste Zwischenstopp erfolgt in Kopenhagen, wo sie ihre Berufskundelehrperson Betina Fravsbøl sowie ihre Kollegin Benedicte Schachtschabel vom Aarhus Business College trifft, um gemeinsam in die Schweiz weiterzureisen. Bereits im September 2025 waren Schweizer Floristinnen des zweiten Lehrjahres zu Gast am Aarhus Business College und führten dort gemeinsam mit angehenden dänischen Floristinnen eine Projektarbeit durch. Nun erfolgt der Gegenbesuch in der Schweiz.
Das Projektteam in Sursee – Ulrich Lauber, Renate Wingeier und Elke Kümin – stellte für die dänischen Gäste ein praxisorientiertes floristisches Programm zusammen. Ein Schwerpunkt liegt auf den Betriebspraktika: Osla und Benedicte arbeiten gemeinsam mit Lernenden des ersten und zweiten Lehrjahres in verschiedenen Innerschweizer Blumenfachgeschäften. Beteiligt sind die Blumengalerie Mattmann AG in Hünenberg, Blumen Suter in Emmenbrücke, Blumen Villiger in Hochdorf sowie Gabriel Blumen & Garten in Sempach.
Qualität, Gestaltung und handwerklicher Austausch
Osla Petursdottir beschreibt das Praktikum in den Schweizer Blumenfachgeschäften als besonders inspirierend. Beeindruckt habe sie das hohe fachliche Niveau sowie die Qualität der floralen Arbeiten. Viele Ideen und Arbeitsweisen wolle sie mit auf die Färöer-Inseln nehmen. Benedicte Schachtschabel hebt vor allem den Austausch über unterschiedliche Ausbildungswege hervor. Trotz verschiedener Systeme seien überall ein hohes handwerkliches Können und grosse Kreativität erkennbar. Besonders wertvoll seien für sie die Einblicke in Blumenauslieferungen und die Mitarbeit bei der Gestaltung von Gestecken gewesen.
Bildung über Grenzen hinweg
Möglich wurde der Austausch durch die Unterstützung von Movetia. Die Zusammenarbeit zwischen Movetia, dem Aarhus Business College und dem BBZN Sursee ermöglichte die Organisation des Projekts «Blüten verbinden Welten» über die Landesgrenzen hinweg. Der Austausch zeigt exemplarisch, wie internationale Bildungsprojekte die fachliche Entwicklung junger Berufsleute fördern können: durch praktische Erfahrungen, den Vergleich unterschiedlicher Ausbildungs- und Arbeitsweisen sowie den direkten Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen aus einem anderen Land.