Originalbild eines Epaulettenstirnvogels (Icterus cayanensis). Bild: © David Theobald, Cornell Lab of Ornithology, Macaulay Library

Ki-bearbeitetes Bild. Originalbild: © David Theobald, Cornell Lab of Ornithology, Macaulay Library

  • Forschung
  • Biodiversität
  • Internet

Plattformen wie iNaturalist müssen sich vor den Risiken generativer KI schützen.

Zu diesem Schluss kommen die englischen Forschenden Alexander C. Lee, Tony Iwane, Glenn F. Seeholzer, Carrie Seltzer und Michael S. Webster in einer Studie, deren Ergebnisse sie in der Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution veröffentlichten.

Künstliche Intelligenz (KI) kann die Biodiversitätsforschung unterstützen, etwa indem sie Daten anreichert oder Visualisierungen erstellt, schreiben die Autoren. Gleichzeitig bestehe jedoch die Gefahr, dass KI-generierte oder KI-manipulierte Fotos, Audioaufnahmen und Videos von Wildtieren auf Citizen-Science-Plattformen wie iNaturalist zu Datenfälschungen und Desinformation führen. Auf solchen Plattformen werden jährlich Millionen von Bildern, Tonaufnahmen und Videos gespeichert. Diese Daten bilden zunehmend die Grundlage für das Wissen über die Verbreitung von Arten sowie über deren räumliche, zeitliche und verhaltensbezogene Entwicklungen. Ihr wissenschaftlicher Nutzen werde jedoch erheblich beeinträchtigt, wenn die Datenbanken zunehmend mit Medieninhalten gefüllt würden, die von KI-gestützten Text-zu-Bild-Modellen erzeugt wurden. Dies könne zu falschen ökologischen Schlussfolgerungen führen.

Besonders problematisch ist für die Wissenschaftler die absichtliche Einreichung KI-generierter Bilder, die als echte Naturbeobachtungen ausgegeben werden. Gefälschte Beobachtungsdaten seien zwar kein neues Phänomen. Neu sei jedoch die Möglichkeit, täuschend echte Fotos in hoher Qualität künstlich zu erzeugen – so überzeugend, dass sie selbst für Fachleute nur schwer zu erkennen sind.

Für ihre Studie entdeckten die Autoren mehrere Hundert solcher Einreichungen in Datenbanken, mit denen sie vertraut sind – unter anderem in der Macaulay Library (rund 93,9 Millionen Bilder), auf iNaturalist (etwa 500 Millionen Bilder) sowie auf der brasilianischen ornithologischen Citizen-Science-Plattform WikiAves (6,2 Millionen Bilder). Wie weit das Problem tatsächlich verbreitet ist, bleibt jedoch unklar, da vermutlich zahlreiche KI-generierte Bilder unentdeckt bleiben.

Ein zweites und wahrscheinlich deutlich häufigeres Problem sei die übermässige Bildbearbeitung mithilfe generativer KI. Solche Bearbeitungen können Bildartefakte erzeugen oder wichtige Bestimmungsmerkmale einer Art verändern oder entfernen. Dadurch steigt das Risiko von Fehlbestimmungen.

Die Autoren stützen sich dabei auf einen realen Fall: Ein vermeintlicher Erstnachweis eines Rotflügelstärlings (Agelaius phoeniceus) in Brasilien, einer nordamerikanischen Zugvogelart, wurde auf iNaturalist veröffentlicht. Später stellte sich heraus, dass das Bild ursprünglich einen Epaulettenstirnvogel (Icterus cayanensis) zeigte, eine in der Region häufige Art. Das Foto war mit Googles KI-Bildeditor überarbeitet worden und ähnelte anschliessend auffallend stark dem Rotflügelstärling, einer Art, die vermutlich häufiger in den Trainingsdaten des Modells vorkommt. Der Nutzer hatte keine Täuschungsabsicht, sondern wollte lediglich die Bildqualität verbessern. Die Autoren konnten diesen Fehler durch eigene KI-Bildbearbeitungen nachvollziehen.

Um die Qualität biologischer Beobachtungsdaten sicherzustellen, sollten Citizen-Science-Plattformen bessere Verfahren zur Authentifizierung von Bildern entwickeln. Dazu gehöre auch die Aufklärung der Nutzenden über die Folgen KI-generierter oder übermässig bearbeiteter Bilder.

iNaturalist hat bereits neue Funktionen eingeführt. Verdächtige Bilder können dort als «übermässig bearbeitet» oder als «vollständig künstlich erzeugt» markiert werden. Diese KI-generierten Bilder werden anschliessend ausgeblendet. Bislang wurden rund 600 Bilder entsprechend gekennzeichnet. Bilder, die Organismen oder Szenen verfälscht darstellen, können zudem zur Datenqualitätsbewertung gemeldet werden. In beiden Fällen erscheint die Beobachtung standardmässig nicht mehr in den Suchergebnissen.

Zur Studie

  • Diverses
  • Forschung
  • Biodiversität

Wie aktiv ein Boden ist, lässt sich auch an vergrabenen Unterhosen ablesen. Das zeigt das Citizen-Science-Projekt «Beweisstück Unterhose» der…

Weiterlesen

  • Grünräume
  • Gesundheit
  • Gebäudebegrünung
  • Forschung

Versiegelte Flächen, fehlende Beschattung und aufgeheizte Gebäude können die Wärmebelastung auf Schularealen verstärken. Eine interdisziplinäre Studie…

Weiterlesen

  • Landschaftsarchitektur
  • Forschung

Dicht besiedelte Gegenden kühlen bei Hitze kaum mehr ab. Linderung verschaffen Grünflächen. Wo der Platz dafür fehlt, kann eine vertikale Bepflanzung…

Weiterlesen

  • Forschung
  • Umwelt
  • Biodiversität

Wildlebende Populationen der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera) sind in der Europäischen Union erstmals auf der Roten Liste der International…

Weiterlesen

  • Forschung
  • Umwelt

Wie gut ist das Wissen der Bevölkerung über Böden? Dieser Frage widmet sich das EU-Projekt Curiosoil, das erstmals die Bodenkompetenz der Gesellschaft…

Weiterlesen

  • 4.0 – Digitalisierung heute und morgen
  • Forschung
  • Umwelt

Soziale Medien haben die Kommunikation über den Klimawandel in den vergangenen 20 Jahren grundlegend verändert. Das Versprechen, den Klimadiskurs zu…

Weiterlesen

  • Forschung
  • Umwelt
  • Biodiversität

Viele Schmetterlingsarten breiten sich aus, andere verlieren Teile ihres Verbreitungsgebiets. Das Ausmass dieser Veränderungen ist deutlich grösser…

Weiterlesen

  • Pflanzkonzepte
  • Forschung
  • Umwelt
  • Biodiversität

Eine internationale Studie zur Biodiversität zeigt, dass die Pflanzenvielfalt in Ackerlandschaften die natürliche Schädlingskontrolle stärkt,…

Weiterlesen

  • Forschung
  • Umwelt
  • Biodiversität

Europäische Forschende haben fast 650'000 historische Datensätze zur Biodiversität ausgewertet. Die Resultate zeigen langfristige Anpassungen. Am…

Weiterlesen

  • Stadtgrün
  • Digitalisierung
  • Forschung
  • Biodiversität

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Artenvielfalt in Städten werden häufig unterschätzt. Der Grund: Regionale Klimadaten berücksichtigen den…

Weiterlesen

  • Forschung
  • Umwelt
  • Biodiversität

Nicht nur die Anzahl der Arten, sondern vor allem ihre Beziehungen untereinander bestimmen die Funktionsfähigkeit von Ökosystemen. Zu diesem Schluss…

Weiterlesen

  • Forschung
  • Umwelt
  • Biodiversität

Die Pflanzenvielfalt im Schweizer Mittelland nahm während Jahrtausenden mit der Landwirtschaft zu. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität…

Weiterlesen

  • Baumschutz
  • Forschung

Das Projekt «Pro Healthy Tree» entwickelt Prognosemodelle zur Früherkennung von Krankheiten und Schädlingen in Baumschulen. Ziel ist es, den Einsatz…

Weiterlesen

  • Forschung
  • Pflanzenschutz
  • Internet
  • Nutzpflanzen

Zum Internationalen Tag der Pflanzengesundheit am 12. Mai startet die europäische Kampagne «Plant Health for Life» in eine neue Phase. Auch die…

Weiterlesen

  • Forschung
  • Umwelt
  • Biodiversität

Junge Bäume können hohe Temperaturen erstaunlich gut verkraften – vorausgesetzt, ihnen steht genügend Wasser zur Verfügung. Fehlt dieses, drohen…

Weiterlesen

  • Forschung
  • Umwelt
  • Biodiversität

Menschengemachte Einflüsse verändern die Muster der Pflanzenbiodiversität zunehmend. Wie sich Verschiebungen in der Zusammensetzung von…

Weiterlesen

  • Forschung
  • Biodiversität

Das Jahr 2024 war für das Projekt Flora beider Basel eine erfolgreiche Fortsetzung der vergangenen Jahre. Dank der engagierten Arbeit der Freiwilligen…

Weiterlesen

  • Diverses
  • Forschung
  • Biodiversität

Der Klimawandel und die Trockenheit setzen den Auengebieten in der Schweiz stark zu, sodass die bisherigen Schutzgebiete künftig nicht mehr effektiv…

Weiterlesen

  • Forschung
  • Friedhof

Das Swiss Human Institute of Forensic Taphonomy (SHIFT) forscht im Rahmen eines Pilotprojektes am Zersetzungsprozess menschlicher Körper, u.a. mit dem…

Weiterlesen

  • Branche
  • Forschung

Eine neue Langzeitstudie kommt zum Schluss, dass Waldböden mehr Methan der Atmosphäre entziehen können, als bisher angenommen. Trockene…

Weiterlesen

Aktuelle Ausgabe

dergartenbau 17/2026

Interview: Bereit für die WorldSkills

Neuer Studiengang: «Team  Landschaft»

Interview: Mein Weg  nach Kanada

Japankäfer: Die rote  Zone wächst

Zur Ausgabe E-Magazine

Agenda

NürnbergMesse, Nürnberg

Internationale Fachmesse für Planung, Bau und Pflege von Urban- und Grünräumen und Sportplätzen, Golfanlagen und Spielplatzbau. Weitere Infos und Tickets.

15.09.2026  –  18.09.2026
Flugplatz Eisenach-Kindel (D)

Freilandmesse in Deutschladn mit innovativen Maschinen, Geräte und Digitallösungen für den Praxiseinsatz im Garten- und Landschaftsbau, für kommunale Anwendungen sowie für die Sport- und Golfplatzpflege, inklusive einer Sonderschau für den Rasen. Weitere Infos und Tickets.

20.06.2027  –  22.06.2027

Newsletter Registration

Frau  Herr 

Submissionen

weitere Submissionen