Drift Structure, 2010, Tadashi

Drift Structure, 2010, Tadashi Kawamata. Mit der provisorisch wirkenden Brücke, die über den Teich im Zellwegerpark führt, markiert der japanische Künstler die Transformation eines ehemaligen Industri

Der in den 70er-Jahren realisierte

Der in den 70er-Jahren realisierte Stadtpark ist der wichtigste Freiraum entlang des Aabachs. Das ehemalige Rückhaltebecken der Spinnerei bildet das Zentrum. Neu hinzugefügt wurden skulpturale Betonli

Im Zuge des Hochwasserbaus

Im Zuge des Hochwasserbaus wurde der Bachraum geöffnet und das Ufer des ­Aabachs für Erholungssuchende zugänglich gemacht.

Gekonnt platziert: eigens

Gekonnt platziert: eigens für den Zellwegerpark entwickelte Sitzelemente.

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Freiräume am Wasser

Seit 1998 wird jährlich der Schulthess Gartenpreis verliehen. Erstmals wurde diese bedeutende Auszeichnung für Gartenkultur letzte Woche einer Gemeinde überreicht. Uster erhielt diesen Preis für seine vorbildliche Freiraumplanung am

Aabach. Der anlässlich der Preisverleihung ausgeschilderte Parcours vom Stadtpark zum Zellwegerpark machte die Transformation einer der frühesten Industrielandschaften der Schweiz erlebbar.

Bereits zum zweiten Mal konnte Bauvorsteher Thomas Kübler eine vom Schweizer Heimatschutz (SH) verliehene, bedeutende Auszeichnung entgegennehmen: Uster wurde 2001 mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet, den der SH für vorbildliche Leistungen in der Siedlungsentwicklung vergibt. «Der Weg war vorgezeichnet, musste aber noch begangen werden», kommentierte Philippe Biéler, Präsident des SH, an der Preisverleihung das Novum der doppelten Auszeichnung. Die Entwicklung vom Industriegebiet zur Wohnstadt am Wasser ist nun, 13 Jahre später, weit fortgeschritten. «Grüner Lebensraum», so Biéler, «wurde in Uster mit Sorgfalt und grosser Qualität verdichtet. Wo dichter gebaut wird, braucht es neue Freiräume». Mit der Verwandlung der Industrielandschaft rund um den Aabach fördert die Stadt Uster ein Wachstum innerhalb des bebauten Gebietes. Es entstand eine Parklandschaft, die ihre industriellen Wurzeln mit Stolz zeigt. Uster habe kein Stadttor, seine Identität beziehe die Gemeinde aus dem Aabach, so der Präsident des SH.

Der Aabach ist das Rückgrat einer der frühesten Industrielandschaften in der Schweiz. Uster schwang im 19. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Industriezentren der Schweiz auf. Motor dieser Entwicklung war der Aabach, dessen Wasserkraft über Kanäle in Fabrikareale geleitet wurde und dort Maschinen antrieb. Mit dem Ende der industriellen Blüte und dem Wegzug der Spinnereien begann sich Uster umfassend zu wandeln. Der Aabach erhielt eine neue Bedeutung: Durch die Umwandlung von Industriegebiet in Wohngebiet und Dienstleistungszone wurde der Aabach zum bedeutenden Freiraum und zur neuen grünen Mitte von Uster. Im Zuge des Hochwasserbaus wurde der Bachraum geöffnet und das Ufer für Erholungssuchende zugänglich gemacht.

Der in den 70er-Jahren realisierte Stadtpark ist der wichtigste Freiraum entlang des Aabachs. Das ehemalige Rückhaltebecken der Spinnerei bildet das Zentrum. Das mit der Umgestaltung beauftragte Landschaftsarchitekturbüro Schweingruber Zulauf bewahrte die vorhandene Parkstruktur. Die naturnahen Formen des Weihers wurden nachgezeichnet, skulpturale Betonliegen bilden den Verlauf der Uferlinie und Uferböschung ab. Den Stadtpark bezeichnete Biéler als «das neu eingerichtete Wohnzimmer von Uster».

Neue Bauten und internationale Kunst sind im Zellwegerareal eingezogen, dem bedingt durch seine Lage sowie der ausse­nräumlichen und baulichen Qualitäten eine zentrale Rolle zukommt. Das einst geschlossene Areal beherbergte einen Park mit grosser naturräumlicher Qualität, der geprägt ist vom Charme des Verwilderten. Diese Qualitäten inszenierten und ergänzten die Landschaftsarchitekten Schweingruber Zulauf mit wenigen,behutsamen Gestaltungsmassnahmen. Bei der Öffnung der grossen Wasserflächen und Grünzonen zu öffentlichen Freiräumen wurde zurückhaltend eingegriffen. Die Gestaltungsmassnahmen – neue Flachufer, verbesserte Wasserqualität, Ergänzung der vorhandenen Grünstrukturen und der Fusswege – zielten darauf, die vorhandenen naturräumlichen Qualitäten auch bei erhöhtem Nutzungsdruck zu erhalten.

Elementar für die «Wohnstadt am Wasser» ist der Hochwasserschutz. Vom braven Erscheinungsbild des einstigen «Millionenbaches» dürfe man sich nicht täuschen lassen, so Markus Kägi, Regierungsrat des Kantons Zürich. Der Schulthess Gartenpreis gebe angesichts des Widerstands gegen geplante Aufwertungsprojkete Rückenwind und die Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein.»

Publikation


Der Schweizer Heimatschutz hat zur Verleihung des Schulthess Gartenpreises 2014 eine Publikation «am Aabach Stadt Uster» herausgegeben. Die Broschüre kann für Fr. 10.– (Mitglieder Fr. 5.–) unter www.heimatschutz.ch/shop bezogen werden.

Der Schulthess Gartenpreis

Die Bestimmung der Preisträger erfolgt durch eine sechsköpfige Fachkommission unter Vorsitz von Stefan Rotzler, Landschaftsarchitekt. Stifter des 1998 erstmals verliehenen Gartenpreises ist das Ehepaar Dr. Georg und Marianne von Schulthess-Schweizer aus Rheinfelden. Der jährlich verliehene, mit 25 000 Franken dotierte Preis zeichnet aussergewöhnliche Leistungen auf dem Gebiet der Gartenkultur aus und belohnt das langfristige Engagement für die Gartenkultur. Ausgezeichnet werden die Realisierung qualitätsvoller, zeitgenössischer Grünanlagen sowie der beispielhafte Umgang mit historischer Substanz.
Als wegweisende zeitgenössische Freiraumplanungen prämiert wurden in den letzten Jahren der Erlenmattpark in Basel (2013), die Renaturierung der Aire-Flusslandschaft im Kanton Genf (2012) sowie der Brühlgutpark in Winterthur (2011).wab.

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