Artikel

Die WSL-Forschungsfläche Habsburg (Kt. Aargau) im Frühjahr 2001. Gut erkennbar sind die vom Sturm umgedrückten Wurzelteller und Baumstämme. Bild: Ulrich Wasem

  • Forschung
  • Umwelt

20 Jahre nach «Lothar»

Am Morgen des 26. Dezember 1999 fegte der Orkan «Lothar» über die Schweiz und warf 12.7 Millionen Kubikmeter Holz zu Boden. Der Schaden am Wald betrug gegen eine Milliarde Franken. 20 Jahre danach beurteilen Forschende der Eidg. Forschungsanstalt  für Wald, Schnee und Landschaft WSL laut Medienmitteilung die Auswirkungen aber auch positiv. 

Mit dem Orkan «Lothar» rückten ausserordentliche Naturereignisse als Waldgestalter ins öffentliche Bewusstsein: «Die Sturmböen veränderten die Wälder in wenigen Stunden stärker, als es Forstbetriebe in 2–3 Jahren tun», sagt der Waldökologe Thomas Wohlgemuth (WSL). Wenn kräftige Stürme auf grossen Flächen Wälder umwerfen, folgen in fichtenreichen Beständen fast immer Borkenkäferkalamitäten. Nach «Lothar» zeigten Studien der ETH Zürich und der WSL, dass eine schnelle Räumung des Sturmholzes und die frühzeitige Nutzung von stehenden, mit Käfer besiedelten Fichten weiteren Befall reduziert. 

Dort wo der Wald vor 20 Jahren am Boden lag, stehen heute wieder 10 bis 15 Meter hohe Jungwälder. Die Untersuchungen der WSL zeigen, dass nach dem Sturm generell Pioniergehölze wie Weiden, Birken und Vogelbeeren sowie jene Baumarten überwiegen, die vor einem Sturm dominierten. Im Mittelland und in den Voralpen wächst vor allem die Buche nach, in höheren Lagen die Fichte. Doch die Wälder sind artenreicher als früher. «Vieles deutet darauf hin, dass hier klimarobuste Wälder nachwachsen, mit zusätzlichen Arten wie Eiche, Kirschbaum und Spitzahorn», sagt der Forstwissenschafter Peter Brang (WSL). Denn diese Baumarten vertragen Trockenheit besser als Buche und Fichte. Es ist verblüffend: Katastrophal anmutenden Störungen können in einer solchen Situation also langfristig stabilisierend wirken.

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

  • Forschung
  • Biodiversität

Die Mekong-Region in Südostasien gilt als Schmelztiegel der Biodiversität. 2018 und 2019 wurden hier 110 neue Tier- und Pflanzenarten gefunden.

Weiterlesen

  • Forschung
  • Biodiversität

Forschende der Universität Zürich und vom Wasserforschungsinstitut Eawag haben eine Methode entwickelt, mit der sich Gebiete an Flüssen identifizieren…

Weiterlesen

  • Landschaftsarchitektur
  • Forschung
  • Internet

Wie nehmen wir unseren Lebensraum wahr? Wie erleben wir die Atmosphäre eines Ortes, wo fühlen wir uns sicher, wo fühlen wir uns gut? «Streetwise»

Weiterlesen

  • Forschung

Der Kanton Graubünden und die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) gründen ein neu es Forschungszentrum mit bis zu 40…

Weiterlesen

  • App-Tipp
  • Forschung
  • Umwelt

Wie verändern sich Pflanzen während der Jahreszeiten? Die neu entwickelte PhaenoNet-App erlaubt es Interessierten, ihre Beobachtungen festzuhalten und…

Weiterlesen

  • Pflanzenverwendung
  • Baumschulen
  • Forschung

Die Schweizer Kastanienwälder beherbergen laut Medienmitteilung der eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) eine in Europa…

Weiterlesen

  • Forschung
  • Umwelt

Bäume können sich im Laufe ihres Lebens nicht nur an neue Bedingungen anpassen, sondern diese «Erinnerung» an eine veränderte Umwelt sogar an die…

Weiterlesen

  • Forschung
  • Pflanzenschutz

Ein Pilz und ein Käfer gefährden die Zukunft der Esche in Europa. Die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) untersucht nun…

Weiterlesen

  • Forschung
  • Umwelt

Die Gletscher, Permafrostböden und Ozeane weltweit verändern sich mit dem Klimawandel im Laufe des 21. Jahrhunderts markant. Dies zeigt der Ende…

Weiterlesen

  • Publikationen
  • Forschung

Die in den letzten Jahren zunehmend angewandten genetischen Methoden zum Nachweis von Arten sowie zur Erfassung von Vernetzung von Populationen und…

Weiterlesen

  • Forschung
  • Umwelt

Die Art der Vegetation und Landnutzung spielt für die Wasserspeicherung und -verteilung eine wichtige Rolle. Nun haben Forschende ein mathematisches…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Forschung

In einem mehrjährigen Forschungsprojekt hat die Fachhochschule Graubünden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern die Eignung von Schweizer…

Weiterlesen

  • Forschung

Die neue Agroscope-Direktorin:

Eva Reinhard, stellvertretende Direktorin des Bundesamts für Landwirtschaft, wird neu die Forschungsanstalt Agroscope leiten. Sie löst Michael Gysi…

Weiterlesen

  • Forschung

Foliengewächshäuser mit

Für eine stetig wachsende Weltbevölkerung stehen nur begrenzt natürliche Ressourcen zur Verfügung. Die Gartenbauwissenschaften tragen mit ihren…

Weiterlesen

Aktuelle Ausgabe

18/2020


Abroll- und Absetzsystem: rascher
Wechsel eingebaut

Ausgezeichnete Fluss- und Seeufer

Warenhäuser und Gartencenter – ein
Vergleich
 

Zur Ausgabe E-Magazine

Agenda

Freilichtausstellung «Botanischer Schatz»
Wie man bedrohte Pflanzen vor dem Aussterben rettet.
Botanischer Garten der Universität Freiburg

Täglich geöffnet (8 bis 18 Uhr), freier Eintritt. Weitere Infos

10.09.2020  –  01.11.2020
Open House Zürich 2020
Herausragende Architektur aus den verschiedensten Zeitepochen.

Kostenlose Führungen in über 100 Gebäuden und Aussenräumen (z.B. Europaalee, Plan Lumière, Münsterhof, Siedlung Entlisberg) der Stadt Zürich.
Programm und Anmeldung (Reservationssystem)

26.09.2020  –  27.09.2020
blumenring.ch
Informationsanlass der Interessengemeinschaft blumenring.ch, die Detailhandelsgärtnereien und Floristikbetrieben den gemeinsamen Einkauf ermöglichen will.
29.09.2020 14:30

Submissionen

St. Gallen
Sportanlagen Eschenbach
Anforderungsfrist: 15.09.2020Angebotsfrist: 24.09.2020

Newsletter Registration

Frau  Herr