Symbolbild für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. (Bild: Gustavo Fring/pexels.com)

Visualisierung des Meldeprozesses auf digiFLUX. (Bild: BLW)

  • Branche
  • Pflanzenschutz
  • Handel

Mitteilungspflicht: So funktioniert der Meldeprozess auf digiFLUX

Ende September luden die Verantwortlichen des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) zu einer Infoveranstaltung über den aktuellen Stand von digiFLUX ein. Anhand konkreter Anwendungsbeispiele zeigten sie u. a., wie die Mitteilungspflicht für Pflanzenschutzmittel einfach im Alltag umgesetzt werden kann.

Die Mitteilungspflicht ist die Antwort des Parlaments auf die zwei abgelehnten Initiativen für sauberes Trinkwasser und eine Schweiz ohne synthetische Pestizide. Sie verlangt, dass der Handel oder Betriebe, die Produkte weitergeben, sämtliche Lieferungen von Kraftfutter, Dünger, Hof- und Recyclingdünger sowie Pflanzenschutzmitteln melden. Damit verfolgt das Parlament das Ziel, die parlamentarische Initiative «Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren» umzusetzen und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Dünger und Kraftfutter gezielter zu überwachen. Die Daten dienen als Grundlage für allfällige künftige Massnahmen, sollten die Ziele der Initiative zur Risiko­reduktion nicht erreicht werden. 

Für den Handel gilt die Pflicht offiziell und verbindlich ab dem 1. Januar 2026. Für die beruflichen Anwender von Pflanzenschutzmitteln gilt ein Jahr später, ab 2027, die vereinfachte Mitteilungspflicht für den Pflanzenschutzmittel­verbrauch pro Jahr und Betrieb. Auf freiwilliger Basis werde auch eine flächenbezogene Lösung angeboten. Zurzeit aber werde geprüft, ob es für die dauerhafte Anwendung der vereinfachten Mitteilungspflicht eine Gesetzesanpassung braucht.
 
Um allen Betroffenen die Umsetzung der Pflicht zu ermöglichen, hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) das Tool digiFLUX entwickelt, das das Erfassen der Lieferungen oder des Verbrauchs ermöglichen soll. Ende September informierte das BLW nun über den aktuellen Stand von digiFLUX, wie man es konkret anwenden kann und wie es weitergeht.

digiFLUX nutzen

«Wir können heute zum ersten Mal konkret zeigen, wie die Software aussieht», sagt Projektleiter beim BLW, Johannes Hunkeler, zu Beginn der Veranstaltung den rund 200 Zuhörern online. «Das Projekt wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Land- und Ernährungswirtschaft zu digitalisieren.» Das Projektteam habe das Tool im direkten Austausch mit der Branche entwickelt und die Nutzeroberfläche mit mehreren Nutzertests erarbeitet. «Erfreulicherweise konnten die Testpersonen ihre Aufgaben zu 80 % ohne Hilfe lösen», so Hunkeler weiter. Um allen Anwendern gerecht zu werden, gibt es drei verschiedene Meldewege auf digiFLUX: 

  • Die Webanwendung: Sie ist die kostengünstigste Variante und kann an jedem Laptop oder Smartphone verwendet werden. Allerdings dauert die Erfassung bei mehreren Produkten länger, da man alle einzeln eingeben muss. Daher eignet sich diese Variante vor allem für kleinere Betriebe mit geringem Handelsvolumen.
     
  • Der Datei-Upload: Mittels einer Excel-Tabelle, die entweder automatisiert oder von Hand ausgefüllt wird, können die notwendigen Daten gesammelt auf digiFLUX hochgeladen werden. Diese Variante eignet sich besonders für Betriebe mit einem überschaubaren Produktkatalog und für solche, die nicht in APIs investieren wollen. Sie erfordert jedoch einen kleinen Initialaufwand, um damit zu starten.
     
  • Die Programmierschnittstelle (API): Diese Variante automatisiert die Meldepflicht komplett und ist mit dem System des Händlers verknüpft (ERP). Das heisst, sobald man Lieferungen erfasst, leitet die ERP die relevanten Daten automatisch an digiFLUX weiter. Das spart Zeit und Geld und ist für Unternehmen mit grossem Handelsvolumen die beste Lösung. Allerdings erfordert diese Variante einen grösseren Initialaufwand zum Einrichten und Testen der Programme.

Die Wahl der Meldevariante ist den Händlern selbst überlassen. Die Informationen aber, die man an digiFLUX überliefert, sind bei allen drei Varianten dieselben, wie die Referenten an der Infoveranstaltung erklärten. Der Nutzer muss lediglich die ID des Mittels, die Menge, das Datum und den Abnehmer erfassen. Die Produkte und ihre Eigenschaften sind bereits in einem Produktkatalog angelegt und können daraus ausgewählt werden. Gemeldet werden müssen voraussichtlich die folgenden Mittel:

  • Produkte nach Pflanzenschutzmittelverordnung Anhang 1 Teil A – chemische Stoffe – und Teil B – Mikroorganismen.
  • In der Schweiz gebeiztes Saatgut. Dies gilt als PSM-Anwendung und ist zu melden – Vorbehalt vereinfachte Mitteilungspflicht.
  • Düngerprodukte mit N und P.
  • Kraftfutter/Futtermittel mit N und P.
  • Hof- und Recyclingdünger.

Nicht mitteilungspflichtig sind: 

  • Produkte nach Pflanzenschutzmittelverordnung Anhang 1 Teil C – Makroorganismen – und Teil D – Grundstoffe.
  • Weitergabe von gebeiztem Saatgut oder mit PSM-behandelten Setzlingen.
  • Produkte, die für den privaten Gebrauch zugelassen sind.

Sobald die Meldung erfasst ist, erhält der Abnehmer über digiFLUX eine Liefermeldung, die er überprüfen und je nachdem annehmen oder ablehnen kann. Die einzige Voraussetzung für die Verwendung von digiFLUX sei ein Konto auf der Plattform agate.ch, auf der jeder Nutzer seinen Betrieb und den Standort registrieren muss. 

Wie geht es weiter?

Zum Schluss der rund zweistündigen Veranstaltung erläuterte Projektleiter Johannes Hunkeler das weitere Vorgehen mit digiFLUX. Bis Ende 2024 werde das BLW Pilotversuche mit einzelnen Unternehmen durchführen, um das Programm weiter zu optimieren. 2025 startet die Pionierphase, in der interessierte Nutzer aus dem Handel digiFLUX testen und vor der gesetzlichen Meldepflicht ab 2026 erste Erfahrungen mit dem Programm machen dürfen. Im Februar 2025 erfolgt eine Onboarding-Informationsveranstaltung für Pioniere aus dem Handel. Parallel dazu laufen nächstes Jahr für Anwender von Pflanzenschutzmitteln, die erst ab 2027 von der Meldepflicht betroffen sind, Pilotversuche mit digiFLUX.

  • Branche
  • Fachmessen

«Nach der ÖGA ist auch vor der ÖGA – die nächste Ausgabe findet vom 24. bis 26. Juni 2020 statt», hiess es damals in dergartenbau. Noch ahnte niemand,…

Weiterlesen

  • Branche
  • Forschung

Eine neue Langzeitstudie kommt zum Schluss, dass Waldböden mehr Methan der Atmosphäre entziehen können, als bisher angenommen. Trockene…

Weiterlesen

  • Branche
  • Biodiversität
  • Aus- und Weiterbildung

Mit der kostenlosen Webinarreihe «Biodiversität ins Gespräch bringen» möchte das Synthesezentrum Biodiversität der Eidg. Forschungsanstalt für Wald,…

Weiterlesen

  • Branche
  • Biodiversität
  • Pflanzenschutz

Eine erste internationale quantitative Studie liefert Zahlen zur Kontamination europäischer Böden mit Pflanzenschutzmittel. Das hat laut der Studie,…

Weiterlesen

  • Branche

Hohe Wildbestände gefährden den Schweizer Schutzwald. Waldeigentümer fordern ein besseres Zusammenspiel und konkrete Massnahmen vom Bund, während die…

Weiterlesen

  • Branche
  • Forschung
  • Biodiversität

Die Akademie für Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) hat die aktuellsten Ergebnisse aus der Biodiversitätsforschung in der neuen Publikation…

Weiterlesen

  • Branche
  • Fachmessen

Die ÖGA 2026 steht vor der Tür und sie widmet sich dieses Jahr in der Sonderschau unter dem Motto «rundum gesund» verschiedenen Themen rund um die…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Branche
  • Aus- und Weiterbildung

Ab Frühjahr 2026 bietet die Universität Hohenheim in Stuttgart neu die Studienrichtung «Gartenbauwissenschaften» an. Zwei neue Professuren…

Weiterlesen

  • Branche

Ab 1. Januar 2026 treten revidierte Regelungen für den professionellen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln (PSM) in Kraft. Kernstück ist die Einführung…

Weiterlesen

  • Branche

Der Stiftungsrat von SwissSkills hat sich Mitte November für St. Gallen als den nächsten Austragungsort für die nationalen Berufsmeisterschaften…

Weiterlesen

  • Branche

Die Löhne in der Branche steigen zwischen 0.2 und 0.6 %. Der Unternehmerverband JardinSuisse und der Arbeitnehmerverband Grüne Berufe Schweiz GBS…

Weiterlesen

  • Stadtgrün
  • Branche

Der Japankäfer hat sich in der ganzen Schweiz ausgebreitet und bedroht Hunderte Pflanzenarten. Zwei Umweltingenieurinnen trainieren Hunde, um die…

Weiterlesen

  • Branche

JardinSuisse unterzeichnete mit dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) eine Zielvereinbarung zur Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes und der…

Weiterlesen

  • Branche
  • Diverses

Im Rahmen eines Projektes in den USA halfen Freiwillige mit ihren Hunden beim Aufspüren der invasiven Gepunkteten Laternenträgerzikade und bewiesen,…

Weiterlesen

  • Branche

Seit dem 1. Oktober 2025 beträgt die Pflichtlagermenge an reinem Stickstoffdünger in der Schweiz ein Drittel des durchschnittlichen jährlichen…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Produktion
  • Branche

Der Preis des Deutschen Zentralverbands Gartenbau (ZVG) geht an zwei Firmen, deren technologische Entwicklung den Gartenbau nachhaltiger und…

Weiterlesen

  • Branche

Die EGP, florist.ch und JardinSuisse haben die Nelke (Dianthus) zur Pflanze des Jahres 2026 gekürt – und damit eine Wahl getroffen, die kaum…

Weiterlesen

  • Branche
  • Wettbewerbe
  • Aus- und Weiterbildung

Vom 17. bis 21. September 2025 verwandelt sich die Bernexpo in eine Bühne für berufliches Können. Rund 1100 junge Berufsleute aus allen Sprachregionen…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Landschaftsarchitektur
  • Branche
  • Ausstellungen

Die Ausgabe zum 25-Jahre-Jubiläum der Giardina (11. bis 15. März 2026) in Zürich-Oerlikon steht unter dem Leitthema «Der Baum – Die Seele des…

Weiterlesen

  • Branche
  • Aus- und Weiterbildung

Ein kostenloser Onlinekurs des EU-Projekts OrganicAdviceNetwork soll in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL die…

Weiterlesen

Aktuelle Ausgabe

dergartenbau 4-2026

 

IPM Essen 2026: Positive Impulse in herausfordernden Zeiten

Swissbau 2026: Planen und Gestalten für den Klimawandel

Stadtgrün: Mehr Grün für ein besseres Klima

Landschaftspark Wiese: Ein Park mit internationalem Grenzverlauf

 

Zur Ausgabe E-Magazine

Agenda

Messe Zürich

Die Giardina zählt zu Europas führenden Indoorveranstaltungen für das Leben im Garten. Die bedeutendsten Anbietenden der Branche präsentieren jeweils zum Frühlingsbeginn ihre neuen Produkte, kreative Lösungen und die kommenden Trends in der Gartengestaltung, dieses Jahr unter dem Motto «Der Baum – Die Seele des Gartens». Weitere Infos und Tickets

11.03.2026  –  15.03.2026

Vom 9. bis 12. Juni 2026 präsentieren 56 teilnehmende Unternehmen in drei Regionen in den Niederlanden und Deutschland ihre Innovationen und zukünftige Entwicklungen in den Segmenten Beetpflanzen und Topfpflanzen. Mehrere Tausend Besucher aus über 90 Ländern besuchen die FlowerTrials jeweils und machen den Anlass zu einem globalen Erfolg . Weitere Infos.

09.06.2026  –  12.06.2026
Bernexpo

Die Suisse Public ist die schweizerische Leitmesse des öffentlichen Sektors und damit der wichtigste Treffpunkt. Alle wichtigen Anbieter präsentieren sich und wecken mit relevanten Produkten und Services das Interesse zahlreicher Entscheidungsträger. Der Ausstellungsbereich Arbeitssicherheit und -schutz wird für die Austragung 2026 gezielt weiter ausgebaut und neu platziert. Weitere Infos und Tickets.

16.06.2026  –  19.06.2026

Newsletter Registration

Frau  Herr 

Submissionen

weitere Submissionen