Stadtbäume im Wahlenpark in Zürich. Bild: Grün Stadt Zürich / Karin Bertschi

Temperaturunterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. Quelle: U.S. Environmental Protection Agency.

Der Kühleffekt von unterschiedlichen Grünflächen im städtischen Raum. Quelle: Pauleit, S., Zölch, T., & Brasche, J. (2018); Grüne Infrastruktur für resiliente Städte. Anthos 3/18.

Alter Baumbestand im Kannenfeldpark in Basel. Bild: Stadtgärtnerei Basel / Guido Schärli

  • Stadtgrün
  • Grünräume

Kühleffekt von Stadtbäumen

Bereits heute ist es in den Städten rund 6°C wärmer als im Umland und durch den Klimawandel werden die Temperaturen weiter steigen. Dadurch gewinnen Grünflächen und ihr Kühleffekt im städtische Bereich immer mehr an Bedeutung.

 

Diverse Studien belegen, dass grüne Flächen in der Stadt eine grosse Auswirkung auf das Mikroklima haben. An heissen Sommertagen kann die effektive Temperatur zwischen grossen Parkflächen und bebauten Flächen bis zu 5 °C variieren (Tyrväinen, 2005). Grünflächen in der Stadt können auf verschiedene Weise geschaffen werden, beispielsweise durch Dach- oder Fassadenbegrünungen oder durch Baumpflanzungen. Am effektivsten zur Kühlung des städtischen Klimas haben sich Bäume erwiesen (Pauleit et al., 2018).

Beschattung und Transpiration

Bäume kühlen das Klima auf zwei unterschiedliche Arten: durch Beschattung und durch Transpiration. Bei der Transpiration eines Baumes wird Wasser durch die Stomata auf der Blattunterseite verdampft. Um Wasser verdampfen zu können, wird der Umgebungsluft Wärme entzogen, wodurch sich diese abkühlt. Je mehr Wasser pro Tag verdampft, desto stärker ist die Abkühlung der Umgebungsluft.

Viele der heute verwendeten Stadtbaumarten können sich nicht schnell genug an den Klimawandel anpassen. Es werden deshalb oft Baumarten gepflanzt, die möglichst trockenheitsresistent sind. Diese haben jedoch den Nachteil, dass sie kaum Wasser verdunsten und so das Mikroklima nicht spürbar kühlen. Generell wird der Einfluss der einzelnen Bäume auf das Mikroklima noch kaum berücksichtigt. Diese Eigenschaft gewinnt jedoch immer mehr an Bedeutung und muss gefördert werden.

Auswirkungen pflanzenphysiologischer Eigenschaften auf die Transpiration

Wie viel Wasser ein Baum pro Tag transpiriert, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. So gibt es bereits bei den unterschiedlichen Arten grosse Unterschiede, die durch die pflanzenphysiologischen Eigenschaften eines Baumes definiert werden. So können beispielsweise Bäume mit einer grossen Blattfläche mehr transpirieren, da sie entsprechend mehr Stomata aufweisen.

Es wurden bereits einige Studien durchgeführt, welche die Transpirationsrate von unterschiedlichen Stadtbaumarten untersuchten. Bei einer Studie in München (Stratópoulos et al., 2018) wurden sechs verschiedene Baumarten (Acer campestre, Acer platanoides, Carpinus betulus ‘Fastigiata, Ostrya carpinifolia, Tilia cordata sowie Tilia tomentosa ‘Brabant’) auf ihren Blattflächenindex, den Saftfluss und die Wassernutzungseffizienz untersucht, um ihre Transpirationsrate zu ermitteln. Bei dieser Studie hat Carpinus betulus ‘Fastigiata am Besten abgeschnitten. Im Vergleich zu anderen Arten hat die gewöhnliche Hainbuche eine hohe stomatäre Leitfähigkeit (Maire et al., 2015, Kattge et al., 2012). Bei der Studie wurde eine säulenförmige Hainbuche verwendet. Aufgrund der kleineren Krone kann angenommen werden, dass die Wildform noch mehr transpiriert und dadurch gut geeignet ist, um das Stadtklima zu kühlen.

Um eine eindeutige Aussage machen zu können, welche Baumart das Klima am besten kühlt, braucht es jedoch weitere Studien, welche die pflanzenphysiologischen Eigenschaften von geeigneten Stadtbaumarten untersuchen.

Einflussfaktoren Boden und Wind

Nebst den pflanzenphysiologischen Eigenschaften, haben aber auch die Umwelt- und Standortbedingungen einen grossen Einfluss auf die maximale Kühlleistung eines Baumes. Durch die richtige Planung des Standortes können Planende direkt Einfluss nehmen auf die Transpirationsrate eines Baumes. Ein wichtiger Faktor ist dabei der Boden. Studien haben gezeigt, dass Bäume mit einer durchlässigen Oberfläche eine grössere Stomata-Leitfähigkeit aufweisen und dadurch einen stärkere Transpirationseffekt haben (Konarska et al. 2016). Versiegelte Flächen führen bei den Bäumen vermehrt zu Trockenstress, was zu einer geringeren Stomata-Leitfähigkeit und Transpiration führt. Lockere Böden hingegen ermöglichen den Wurzeln nicht nur ein besseres Wachstum, sondern sorgen auch dafür, dass mehr Wasser gespeichert werden kann.

Ebenfalls einen positiven Einfluss auf die Transpirationsrate eines Baumes hat der Wind. Durch das Transpirieren von Wasser an der Blattoberfläche bildet sich über den Stomata eine mit Wasserdampf angereicherte Zone. In diesem Bereich entsteht eine sogenannte laminare Grenzschicht mit einem niedrigeren Wasserdampfgradient. Durch Windeinflüsse wird diese Grenzfläche zerstört und der Gradient bzw. die Transpiration steigt (Lang, 1999). Fazit: Durch das Erhalten von Kaltluftkorridoren in den Städten kann die Transpiration gefördert werden.

Einfluss von Baumeigenschaften auf die Wärmebilanz

In einer weiteren Studie wurden verschiedene Baumeigenschaften auf ihre Wärmebilanz untersucht (Smithers et al., 2018). Mithilfe von Literaturrecherche und Interviews wurden 14 Szenarien entwickelt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass ein gesunder Baum mehr transpirieren kann als ein kranker. Ein gesunder Baum hat in der Regel eine grössere Krone und somit mehr Blattoberfläche, was wiederum zu einer grösseren Anzahl Stomata führt. Zudem kommt die Studie zum Schluss, dass Bäume mit tiefen und kräftigen Wurzeln mehr transpirieren können, da dadurch die Wasseraufnahme begünstigt wird. Voraussetzung für eine optimale Transpiration ist eine demnach gute Vitalität eines Baumes. Die wiederum kann gefördert und erhalten werden durch eine standortgerechte Planung und durch Bodenverbesserungsmassnahmen bei Baumpflanzungen.

Alte Bäume mit grosser Wirkung

Nur ein vitaler Baum wird auch ein alter Baum.  Den grössten Transpirationseffekt entwickeln die Bäume in hohem Alter und wenn sie ihre maximale Wuchshöhe und viel Blattmasse erreicht haben. Auch der Kühleffekt durch Beschattung ist bei diesen Bäumen am stärksten (Kopf, 2018). Zudem bieten vor allem alte Bäume Lebensraum für viele verschiedene Tierarten. Aus diesem Grund ist die Förderung und der Erhalt von Altbaumbeständen für das Stadtklima von grosser Bedeutung und damit ein wichtiger Aspekt bei der Grünraumplanung.

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Stadtgrün
  • Landschaftsarchitektur
  • Wettbewerbe

Der Binding Preis für Biodiversität 2026 geht an den Ueberlandpark in Schwamendingen. Die Fachjury würdigt insbesondere die beispielhafte Verknüpfung…

Weiterlesen

  • Stadtgrün
  • Landschaftsarchitektur

Der terrassierte Garten des ehemaligen Kapuzinerklosters in Altdorf (UR) wird vom Verein kulturkloster altdorf sorgfältig gepflegt und…

Weiterlesen

  • Stadtgrün

Mit dem neuen Förderprogramm «Natürlich Schaffhausen» unterstützt die Stadt private Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, Institutionen sowie…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Stadtgrün
  • Gebäudebegrünung

Rund 50 Teilnehmende nahmen an der 31. Mitgliederversammlung der Schweizerischen Fachvereinigung Gebäudebegrünung (SFG) auf dem Bächlihof in Jona…

Weiterlesen

  • Stadtgrün
  • Landschaftsarchitektur

Der Remisepark ist ein attraktiver Grünraum, versteckt im Zentrum der Wohnsiedlung Urbanplanen in Kopenhagen. Zwischen den grossen Gebäuden wachsen…

Weiterlesen

  • Stadtgrün

Mehr Bäume, mehr Biodiversität und neue Grünräume: Die Stadt Zürich erhält zum zweiten Mal die Gold-Auszeichnung von «Grünstadt Schweiz». Bei der…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Stadtgrün

Wenn es in Städten heiss wird, helfen Bäume. Die Lösung MobileGreen ermöglicht Schatten auch an Orten, wo dies bisher nicht möglich war. Basis dafür…

Weiterlesen

  • Stadtgrün
  • Landschaftsarchitektur
  • Diverses

Eine neue Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main präsentiert Ansätze und Lösungen aus 13 europäischen Städten, die einen Weg…

Weiterlesen

  • Pflanzenverwendung
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Stadtgrün

Das Schulmuseum Thurgau hat seinen Aussenraum in mehreren Etappen gemeinsam mit dem Kanton Thurgau und JardinSuisse Thurgau neu gestaltet. Mit der…

Weiterlesen

  • Stadtgrün
  • Landschaftsarchitektur

Mit dem Prix SIA zeichnet der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) innovative, interdisziplinäre Projekte aus, die einen nachhaltigen…

Weiterlesen

  • Stadtgrün
  • Umwelt
  • Biodiversität

Am 4. und 5. Juni 2026 fand im Kongresshaus Zürich die Fachtagung «Ökologische Vernetzung im Siedlungsraum» statt. Fachleute aus Forschung, Planung…

Weiterlesen

  • Stadtgrün
  • Landschaftsarchitektur

Der Erlenmattpark und das ihn umgebende neue Erlenmattquartier gehören zu den spannendsten Beispielen moderner Stadtentwicklung in Basel. Wo einst…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Stadtgrün
  • Umwelt

Der Kanton Aargau sowie Aarau, Baden, Wettingen, das Naturama Aargau, die Mobiliar Genossenschaft und die Asphaltknackerinnen spannen zusammen: Sie…

Weiterlesen

  • Stadtgrün

Der Geschäftsbericht 2025 von Grün Stadt Zürich macht deutlich, welchen Stellenwert klimaangepasste Freiräume und Stadtbegrünung in Zürich einnehmen.…

Weiterlesen

  • Stadtgrün
  • Baumschulen
  • Baumpflege
  • Fachmessen

Rund 3450 Fachleute aus 35 Ländern besuchten Anfang Mai die Deutschen Baumpflegetage in Augsburg. Themen wie Schwammstadt, Jungbaumpflege, Regelwerke…

Weiterlesen

  • Stadtgrün
  • Veranstaltungs-Tipp

Die OST (Ostschweizer Fachhochschule) engagiert sich im Mai 2026 erneut für eine nachhaltige Zukunft. Im Rahmen der «Green Days» des Kantons St.Gallen…

Weiterlesen

  • Stadtgrün

Nach dem Auftakt des Programms Stadtgrün im Sommer 2025 stehen seit Mitte April wieder 50 Jungbäume temporär an vier öffentlichen Plätzen der Stadt…

Weiterlesen

  • Stadtgrün
  • Diverses

Ein Nistkasten auf einem Hochkamin der Stadt Zürich ist die Heimat von Falken. Über eine Live-Kamera können Interessierte die Tiere rund um die Uhr…

Weiterlesen

  • Stadtgrün
  • Branche
  • Organisationen

Der Stadtrat hat Cornel Suter zum neuen Direktor von Grün Stadt Zürich (GSZ) ernannt. Die bisherige Direktorin Christine Bräm wird nach 13 Jahren bei…

Weiterlesen

  • Stadtgrün

Nach über 30 Jahren im Amt übergibt Emanuel Trueb die Leitung der Stadtgärtnerei Basel aufgrund seiner Pensionierung an Petra Huser. Sie übernimmt das…

Weiterlesen

Aktuelle Ausgabe

dergartenbau 13/14/2026

 

Ueberlandpark Zürich: Ein Quartier wächst zusammen

Akku-Allianzen: Die kabellose Freiheit

ÖGA 2026: Gesundheit und Innovation

14. CH-Meisterschaft im Baumklettern: Der Weg durch die Krone

 

Zur Ausgabe E-Magazine

Agenda

NürnbergMesse, Nürnberg

Internationale Fachmesse für Planung, Bau und Pflege von Urban- und Grünräumen und Sportplätzen, Golfanlagen und Spielplatzbau. Weitere Infos und Tickets.

15.09.2026  –  18.09.2026
Flugplatz Eisenach-Kindel (D)

Freilandmesse in Deutschladn mit innovativen Maschinen, Geräte und Digitallösungen für den Praxiseinsatz im Garten- und Landschaftsbau, für kommunale Anwendungen sowie für die Sport- und Golfplatzpflege, inklusive einer Sonderschau für den Rasen. Weitere Infos und Tickets.

20.06.2027  –  22.06.2027

Newsletter Registration

Frau  Herr 

Submissionen

weitere Submissionen