Der Pfynwald im Oberwallis ist das einzige grössere Auengebiet im Schweizer Rhonetal. Bild: Roland Gerth

Die Auenlandschaft Pfynwald ist von der Dynamik der Rhone geprägt. Bild: Christian Pfammatter

Die aufgeweitete Raspille-Mündung wurde bereits kurz nach der Revitalisierung von Flussregenpfeifern besiedelt. Bild: Aqua Viva

Köcherfliegenlarven bauen schützende Gehäuse aus Sandkörnern und anderen Materialien. Sie gelten als wichtige Indikatoren für die Wasserqualität. Bild: Aqua Viva

Kiesbänke, Seitenarme und Inseln zeugen von der natürlichen Dynamik der Rhone im Pfynwald. Bild: Aqua Viva

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Auenlandschaft Pfynwald ist Gewässer des Jahres 2026

Wo die Rhone noch Kies umlagert, Seitenarme bildet und neue Lebensräume schafft, entsteht eine aussergewöhnliche Artenvielfalt. Dafür zeichnet Aqua Viva die Auenlandschaft Pfynwald als Gewässer des Jahres 2026 aus.

Wo die Rhone noch Raum hat, gestaltet sie ihre Landschaft selbst. Im Pfynwald im Oberwallis verlagert sie ihr Flussbett, schafft neue Kiesbänke, Seitenarme und Feuchtgebiete und formt damit laufend neue Lebensräume. Diese Dynamik macht die Auenlandschaft zu einem der bedeutendsten Biodiversitäts-Hotspots im Schweizer Rhonetal. Dafür zeichnet Aqua Viva den Pfynwald als Gewässer des Jahres 2026 aus.

Der Pfynwald ist das einzige grössere Auengebiet im Schweizer Rhonetal. Während vielerorts Flüsse verbaut und ihre Auen zurückgedrängt wurden, blieb hier ein Teil der natürlichen Dynamik erhalten. Der als «Wilder Rotten» bekannte Rhoneabschnitt transportiert grosse Mengen Kies, lagert sie um und verändert dadurch laufend sein Bett. Genau diese Prozesse schaffen die vielfältigen Lebensräume, von denen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten abhängig sind. Entsprechend vielfältig präsentiert sich die Landschaft des Pfynwalds. Auf engem Raum treffen hier unterschiedlichste Lebensräume aufeinander: trockene Föhrenwälder und Steppenflächen grenzen an naturnahe Zuflüsse, Teiche und Feuchtgebiete. Diese Vielfalt bietet seltenen Vogelarten wie Flussregenpfeifer, Flussuferläufer und Bienenfresser ebenso geeignete Bedingungen wie zahlreichen Libellen, Amphibien, Heuschrecken und Orchideen.

Der Pfynwald zeigt zugleich, wie stark Flusslandschaften vom Menschen geprägt wurden. Dämme, Wasserentnahmen und die Nutzung der Wasserkraft schränkten die natürliche Dynamik der Rhone über Jahrzehnte ein. Mit dem Bau der Autobahn A9 gingen zwar Naturflächen verloren. Gleichzeitig wurden zahlreiche ökologische Aufwertungsmassnahmen umgesetzt, die Lebensräume verbesserten und zur Rückkehr seltener Arten beitrugen.

Die Auszeichnung versteht Aqua Viva auch als Plädoyer für die Schweizer Flussauen. Viele dieser Lebensräume sind in den vergangenen Jahrzehnten verschwunden oder stark verändert worden. Der Pfynwald steht stellvertretend für die wenigen verbliebenen Auenlandschaften und macht sichtbar, welche Dynamik und Vielfalt entstehen können, wenn einem Fluss Raum bleibt.

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