Jürg Hunziker, Projektleiter und Förster erklärt das Projekt. Bild: Matthias Sorg

Die Preisverleihung an Jürg Hunziker (3. v.l.) und Lorenz Kissling (4. v.l.) durch Jörg Felix (1. v.l.), Stiftungsratspräsident der Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung und Maurice Voyame (2. v.l.), Vertreter des Pro Natura Zentralvorstandes. Bild: Matthias Sorg

Das innovative Projekt des Zweckverbands Forstrevier Untergäu liegt in der Landschaftskammer Schlatt. Bild: Matthias Sorg

Auenwälder sind widerstandsfähiger gegen Trockenheit. Bild Matthias Sorg

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Vorbildprojekt für feuchte Wälder ausgezeichnet

Wo wieder Wasser durch den Wald fliesst, profitieren seltene Amphibien und der Wald wird widerstandsfähiger gegen Trockenheit. Für die Revitalisierung des Auenwalds Schlatt in Hägendorf SO erhält der Zweckverband Forstrevier Untergäu den Elisabeth und Oscar Beugger-Preis 2026.

Der Zweckverband Forstrevier Untergäu erhält den Elisabeth und Oscar Beugger-Preis 2026. Die mit 50'000 Franken dotierte Auszeichnung würdigt das Projekt «Revitalisierung Auenwald Schlatt» in Hägendorf SO und steht in diesem Jahr unter dem Thema «Feuchte Wälder».

Feuchte Waldstandorte sind in der Schweiz selten geworden. In den vergangenen zwei Jahrhunderten wurden rund 95 Prozent dieser Flächen gerodet oder entwässert. Dazu gehörte auch der ehemalige Auenwald in der Landschaftskammer Schlatt am Jurasüdhang zwischen Hägendorf und Rickenbach. Eine bedeutende Wende brachte vor drei Jahren der Fund einer Population des bedrohten Feuersalamanders. Die Entdeckung gab dem Zweckverband Forstrevier Untergäu den Anstoss, den wertvollen Feuchtwald aufzuwerten und langfristig zu erhalten.

Seit dem Projektstart im Jahr 2023 wurden verschiedene Massnahmen umgesetzt. Dazu zählen die Reaktivierung eines Bachlaufs, die Wiederherstellung ehemals feuchter Waldflächen, die Entfernung standortfremder Fichten sowie der Rückbau einer Forststrasse und einer Brücke. Heute fliesst wieder ein Bach durch den Auenwald. Entlang seiner Ufer finden seltene Arten wie der Feuersalamander und der Glögglifrosch geeignete Lebensräume. Gleichzeitig verbindet das Projekt feuchte und trockene Waldbereiche miteinander und schafft wichtige Wanderkorridore.

Die Revitalisierung soll bis 2030 schrittweise weitergeführt werden. Geplant sind eine Vergrösserung des Auenwalds sowie zusätzliche Aufwertungsmassnahmen. Damit soll der Lebensraum für gefährdete Amphibienarten erweitert und der Wasserrückhalt im Wald gestärkt werden. Dies erhöht die Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenperioden und trägt gleichzeitig zum Hochwasserschutz bei.

Mit der Auszeichnung hoffen Pro Natura und die Emanuel- und Oscar Beugger-Stiftung auf zahlreiche Nachahmer. Das Projekt in Hägendorf zeigt, wie die Wiederherstellung feuchter Waldlebensräume zur Förderung der Biodiversität und zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel beitragen kann.

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