Mikroplastik kommt nicht nur über Abfälle, Verpackungen oder andere direkte Eintragswege in die Umwelt. Die Partikel werden auch mit der Luft verbreitet. Das zeigt eine Untersuchung von Empa, Eawag und Agroscope. Während eines Jahres untersuchten die Forschenden Ablagerungen an fünf Standorten in der Schweiz. Erfasst wurden Kunststoffpartikel mit einer Grösse von 20 bis 215 Mikrometern.
Die Partikel gelangen direkt auf Böden und Wasserflächen. Rund 60 Prozent der 219 Tonnen Mikroplastik setzt sich durch Schwerkraft ab. Der Rest wird mit Regen oder Schnee aus der Atmosphäre ausgewaschen. Insgesamt schätzen die Forschenden den direkten atmosphärischen Eintrag auf Gewässer auf rund zehn Tonnen pro Jahr.
Die Belastung beschränkt sich nicht nur auf Städte. In Zürich wurden durchschnittlich 881 Mikroplastikpartikel pro Quadratmeter und Tag gemessen. An den vier übrigen Standorten – Dübendorf, Magadino, Payerne und Chaumont waren es zwischen 249 und 331 Partikel. Die letzteren Werte zeigen, laut Empa, dass Mikroplastik über die Atmosphäre auch weniger dicht besiedelte Regionen erreicht.
Am häufigsten fanden die Forschenden PET (31 Prozent), Polyethylen (26 Prozent) und Polypropylen (21 Prozent). PET steckt unter anderem in Polyesterfasern. Polyethylen und Polypropylen kommen hingegen beispielsweise in Verpackungen, Folien oder Behältern vor. Welche konkreten Produkte die einzelnen Partikel verursacht haben, lässt sich aus der Untersuchung allerdings nicht ableiten. Reifenabrieb wurde nicht erfasst, sondern wird in einer separaten Studie untersucht.
Welche Folgen Mikroplastik für Umwelt und Gesundheit hat, ist laut Empa noch nicht abschliessend geklärt. Die Forschenden verweisen deshalb auf das Vorsorgeprinzip: Littering vermeiden, Kunststoffe gezielt einsetzen und Stoffkreisläufe möglichst schliessen.