Der neu gegründete Verein Klostergärten Schweiz will die Klostergärten des Landes systematisch erfassen und ihre Geschichte untersuchen. Ausgangspunkt ist eine Liste mit mehr als 120 Anlagen in fast allen Kantonen. Diese soll nun überprüft, ergänzt und nach einheitlichen Kriterien geordnet werden.
Für das Projekt «Klostergärten der Schweiz» nimmt das Team 25 ausgewählte Anlagen genauer unter die Lupe und porträtiert sie. Dabei wollen die Forschenden auch überprüfen, inwiefern verbreitete Vorstellungen vom «typischen» Klostergarten mit historischen Quellen und erhaltenen Anlagen übereinstimmen. Die Ergebnisse sollen später in einer Publikation zusammengeführt werden.
Hinter dem Verein stehen die Kunsthistorikerinnen Iris Becher und Barbara van der Meulen sowie der Kunsthistoriker Nicolaj van der Meulen. Barbara van der Meulen leitet seit 2019 den Garten des Klosters Dornach. Nicolaj van der Meulen ist Professor an der Hochschule für Gestaltung und Kunst der FHNW und beschäftigt sich unter anderem mit Klosterkultur, Ernährung sowie Pflanzen- und Materialkultur.
Der Verein sieht Klostergärten nicht nur als historisches Kulturerbe. Viele Anlagen gewinnen nach seiner Einschätzung auch für Biodiversität, gemeinschaftliches Gärtnern und soziale Projekte an Bedeutung. Gleichzeitig verändern kleinere Klostergemeinschaften, wegfallende traditionelle Nutzungen und neue Trägerschaften den Umgang mit den Gärten.