Die wohl rund 1100 Jahre alte Eibe im Oberallgäu steht auf einer abgelegenen Alpweide zwischen Steibis und Balderschwang. Bild: Nasenbär / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die Europäische Eibe war bereits vor rund 150 Millionen Jahren verbreitet und gilt damit als älteste heimische Baumart Europas. Bild: Nasenbär / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Ihr Holz spielte für Menschen früh eine Rolle: Ötzi, der «Mann aus dem Eis», trug einen Jagdbogen aus Eibenholz bei sich. Bild: Nasenbär / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

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Ureibe im Allgäu ist wohl 1100 Jahre alt

Eine Eibe im Oberallgäu gilt als möglicher neuer Altersrekordhalter unter Deutschlands Bäumen. Bemerkenswert ist nicht nur ihr geschätztes Alter, sondern auch der raue Standort auf rund 1100 Metern Höhe.

Auf einer abgelegenen Alpweide im Oberallgäu steht möglicherweise Deutschlands ältester Baum. Die Europäische Eibe (Taxus baccata) zwischen Steibis und Balderschwang wird von der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft auf etwa 1100 Jahre geschätzt. Ihr Stammumfang beträgt 5,1 Meter. Damit wäre sie älter als die bisher als Rekordhalterin geltende Dorflinde von Upstedt in Niedersachsen, deren Alter mit etwa 1000 Jahren angegeben wird.

«Aussergewöhnliche» Entwicklung 

Bemerkenswert ist auch der Standort. Die Eibe wächst auf rund 1100 Metern Höhe an einem nordwestlich ausgerichteten Hang und damit nahe der oberen Höhengrenze der Baumart in den Alpen. Während des Winterhalbjahrs scheint dort kaum die Sonne, zudem ist es deutlich kälter als auf südexponierten Hängen gleicher Höhe. Dass der Baum unter diesen Bedingungen über Jahrhunderte überlebt hat und weiterhin gedeiht, bezeichnen Baumexperten als aussergewöhnlich.

Das hohe Alter zeigt sich besonders am Stamm. Er ist von Spalten, Wülsten, Rippen, Rissen und Höhlungen geprägt und besteht aus mehreren sehr unterschiedlichen Partien. Andreas Roloff, Seniorprofessor für Baumbiologie an der Technischen Universität Dresden, beschreibt ihn als aussergewöhnliches Naturdenkmal. Gerade diese unregelmässige, über Jahrhunderte entstandene Struktur macht das Erscheinungsbild der Eibe so markant. Wie der Baum einst auf die abgelegene Alpweide gelangte, ist bis heute unbekannt. Vermutlich wurde er nicht von Menschen gepflanzt. Wahrscheinlicher ist, dass ein Vogel den Samen an diesen Standort brachte und damit den Ausgangspunkt für die jahrhundertelange Entwicklung der Eibe legte.

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