Wo grosse und alte Bäume, verschiedene Gehölzarten, grosse Kronenvolumina und unversiegelte Böden vorhanden sind, finden Eichhörnchen Nahrung, Deckung und geeignete Wege durch die Baumkronen. Offene und stark versiegelte Flächen sowie Gewässer, Bahnlinien und Autobahnen erschweren hingegen ihre Fortbewegung. Diese Ansprüche an ihr Habitat machen das Eichhörnchen zur geeigneten Leitart für weitere baumgebundene Wildtiere. Dazu zählen verschiedene Vogel-, Nagetier-, Fledermaus- und Insektenarten, die ebenfalls auf alte Bäume angewiesen sind.
Digitale Karten für die Planung
Im Projekt «Das Eichhörnchen als Indikator für die städtische Landschaftsqualität» wurden für 20 Schweizer Städte Habitats- und Vernetzungsmodelle erstellt. Sie zeigen, wo geeignete Lebensräume liegen, welche Flächen miteinander verbunden sind und wo Barrieren die Vernetzung unterbrechen. Die Daten können Verwaltungen und Planungsfachleute beispielsweise bei Arealentwicklungen, Aufwertungsprojekten sowie bei Richt- und Nutzungsplanungen unterstützen.
Grundlage waren unter anderem Beobachtungen aus Citizen-Science-Projekten in Zürich, St.Gallen und Luzern. Die Meldungen von Freiwilligen lieferten wichtige Daten über das Vorkommen der Tiere im Siedlungsraum. Das Projekt zeigt damit auch, welchen praktischen Nutzen Beobachtungsdaten aus der Bevölkerung für die Planung haben können: Sie helfen, Lebensräume und Vernetzung sichtbar zu machen und Massnahmen für eine ökologischere Stadtlandschaft gezielter zu planen.