Auf dem Kirchplatz in Baden soll Regenwasser künftig nicht mehr in der Kanalisation verschwinden, sondern den Bäumen zugutekommen. Die Stadt beginnt Ende Oktober mit der klimaangepassten Aufwertung des städtischen Teils des Kirchplatzes und entsiegelt dort 580 Quadratmeter Asphalt. Anlass bietet der abgeschlossene zweijährige Fernwärmeausbau. Da eine umfassende Neugestaltung erst in rund zehn Jahren vorgesehen ist, setzt Baden vorerst auf gezielte Massnahmen.
Im Zentrum steht das Schwammstadt-Prinzip
Das Dachwasser wird von der Kanalisation abgekoppelt, in begrünte Versickerungsmulden geleitet und im wasserspeichernden Baumsubstrat zurückgehalten. So soll es den Bäumen und der übrigen Vegetation auch während Trockenperioden zur Verfügung stehen. Auf den entsiegelten Flächen entstehen neben den Mulden zusätzliche Grünflächen und Baumunterpflanzungen. Ein alter, pilzbefallener und absterbender Baum wird ersetzt, vier weitere Bäume kommen hinzu. Sie sollen Schatten spenden und durch Verdunstung zur Kühlung beitragen. Auch die verbleibenden Platzflächen erhalten hellere, wasserdurchlässige Beläge, die weniger Wärme speichern.
Neben den ökologischen Verbesserungen soll der Kirchplatz auch als Aufenthaltsort attraktiver werden. Dafür sind ein Brunnen und zusätzliche Sitzgelegenheiten vorgesehen. Bestehende Bänke werden wiederverwendet, während Natursteine vom Cordulaplatz künftig den Verlauf der Mauerreste des ehemaligen Agnesenspitals sichtbar machen. Mit Rücksicht auf die Badenfahrt 2027 erfolgen die definitive Bepflanzung und Ausstattung erst im Herbst nach der Veranstaltung. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch das Förderprogramm Adapt+ des Bundes und der Mobiliar Genossenschaft. Die katholische Kirchgemeinde beteiligt sich mit einem Baumsponsoring.