Die Bepflanzung des Gartenhochhauses Aglaya auf dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz hat sich gut entwickelt. Bereist nach einem Jahr seit der Fertigstellung kommt sie der Visualisierung sehr nahe.

Pflegedurchgänge am Seil sind spektakulär. Die Arbeit am Seil erfordert Mut und eine gute Physis.

Fast 20 m3 Grüngut wurden bei den Pflegearbeiten von den Kletter­ern gesammelt und über das Seil entsorgt.

Die Pflegearbeiten am Gartenhochhaus Aglaya finden in atem­beraubender Höhe am Seil statt.

Die Zweiseiltechnik ist Voraussetzung für die Pflege am Seil und sichert die Kletterer in doppelter Weise.

Wegen der ausladenden Balkone ist die Pflege mit Befahranlagen nicht möglich. Beim Zugang durch die Wohnungen ist der strenge Zeitplan einzuhalten.

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Aus- und Weiterbildung

Pflanzenpflege am Gartenhochhaus

Vom 15. bis 26. Juni 2020 wurde der allererste Pflegedurchgang des Gartenhochhauses Aglaya in Rotkreuz durchgeführt – am hängenden Seil. Die Mitarbeiter der Ingold Gartenbau und Begrünungen AG haben sich intensiv auf diesen Einsatz vorbereitet. Jeder Einzelne verfügt über die Ausbildung für Höhenarbeiten mit dem IRATA L1. Der Einstieg am Morgen war jedes Mal auch eine Mutprobe. Selbst die Profis von Toprope, die solche Arbeiten täglich ausführen, verspüren stets Nervenkitzel, geschieht der Einstieg doch ganze 70 m über dem Boden.

Hängend am Seil wird wohl seit Urzeiten gearbeitet. Es ist ein harter Job, der eine gute Physis und absolute Schwindelfreiheit verlangt. Die ersten Reglementierungen enstanden in den 1980er-Jahren, als die Seilzugangstechnik zum Unterhalt von Offshorebohrinseln angewendet wurde. Um das Risiko zu minimieren, mussten die Arbeiter die Zweiseiltechnik anwenden, die im Unterschied zum alpinen Klettern oder im Vergleich zu Höhlenforschen eine Redundanz bietet. Dabei muss das Seilsystem über mindestens zwei getrennt voneinander befestigte Seile verfügen: eines als Zugangs-, Absenk- oder Haltemittel (Tragsystem TS) und das andere als Sicherungsmittel (Sicherungsseil SiS). Es entstand der erste Verband für Seilzugangstechnik, die IRATA (Industrial Rope Access Trade Association), der einen dreistufigen Lehrgang für Industriekletterer aufbaute. Diese drei Levels bei der Ausbildung wurden von allen anderen Verbänden übernommen. Sie gelten als Zusatzausbildung, da «nur» eine alternative Zugangsform zum Arbeitsplatz vermittelt wird. Entsprechend haben die meisten Industriekletterer eine Berufslehre abgeschlossen, bevor sie lernen, am Seil zu arbeiten.

Etwas anderes ist es bei den Baumpflegespezialisten, die eine mehrjährige Ausbildung absolvieren und ihr Metier – das Pflegen von Bäumen mit Klettertechnik – von der Pike auf lernen. Die beim Baumklettern angewendete Seiltechnik im Industriebereich wird allerdings nicht anerkannt, da es keine konsequente Zweiseiltechnik ist. Dies macht das Projekt Suurstoffi so einzigartig: Es braucht Fachleute für Grünpflege mit einer Zusatzausbildung als Industriekletterer. Die Mitarbeiter von Ingold haben die Ausbildung nach dem SPRAT-Standard absolviert und werden am Objekt von Level-3-Technikern von Toprope begleitet. Die Mitarbeiter von Toprope bekommen im Gegenzug einen Crash-Kurs in Pflanzenschnitt und werden von den Spezialisten von Ingold unterstützt. So entsteht eine nachhaltige Zusammenarbeit. 

Umfassendes Sicherheitsreglement

Seilpflegearbeiten am Hochhaus sind streng reglementiert und in einem 15-seitigen Pflichtenheft festgehalten. Darin sind folgende, hier nur kurz zusammengefasste wesentliche Punkte enthalten:

• Arbeiten mit Persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) nur durch ausgebildetes Personal.

• Keine Alleinarbeit mit PSAgA.

• Die Mitarbeiter müssen sich gegenseitig überwachen.

• Rettung ist jederzeit mit eigenen Mitteln sicherzustellen (in 10 bis 20 Min.). Vor Arbeitsbeginn muss das Rettungskonzept besprochen werden.

• Arbeiten in der Höhe müssen schriftlich geplant werden.

• Absturzsicherungsmassnahmen ab 2 m Absturzhöhe müssen getroffen werden (Ausnahme: ab 3 m auf Dächern und mobilen Leitern).

• Kollektivschutz und technische Hilfsmittel wie Hubarbeitsbühnen sind Arbeiten am Seil vorzuziehen. 

Die Pflege am Gartenhochhaus Aglaya wäre wegen der ausladenden Balkone mit Befahranlagen nicht möglich gewesen. Dank der an den Balkonuntersichten angebrachten Schienensysteme können alle Pflanzen von den Kletterern erreicht werden. Insgesamt sind vier Pflegedurchgänge pro Jahr vorgesehen, zwei durch die Wohnungen, zwei am Seil. Während der Tag am Seil nicht stundengenau getaktet ist, müssen die Arbeiten mit Zugang durch die Wohnungen zeitlich exakt vorbereitet werden. Hierfür wird ein genauer Plan erstellt, der angibt, an welchem Tag, zu welcher Zeit die über 80 Wohnungen betreten werden können.

Gute Anfangsentwicklung 

Für einen Pflegedurchgang, der etwa zwei Wochen beansprucht, sind fünf bis sechs Mitarbeiter im Einsatz. Neben den Einsatzplänen müssen zudem immer genügend Ersatzpflanzen bereitstehen, vor allem bei den Pflegedurchgängen am Seil. Wird bei einem Balkon einer Wohnung Ersatz benötigt, so muss dieser dem am Seil arbeitenden Team sofort zur Verfügung stehen. Kalkuliert wurde mit einem Pflanz­enersatz von 5 bis 8 % im ersten Jahr. Tastächlich benötigt wurden Ersatzpflanzen von gerade einmal 3 bis 5 %. Bäume und Grosssträucher haben sich gut entwickelt und benötigten erfreulicherweise keinen Ersatz. Einzelne Kleinsträucher, Kletterpflanzen und Stauden mussten ersetzt werden. Insgesamt hat sich die Bepflanzung sehr gut entwickelt, was schon von Weitem ersichtlich ist und der Visualisierung nach weniger als einem Jahr bereits sehr nahekommt. 

Der Arbeitsbereich der Kletterer wurde am Fuss des Gebäudes grosszügig abgesperrt. Viele Leute haben die Absperrung jedoch ignoriert, weswegen der Bereich während der gesamten Ausführung durch eine weitere Person zusätzlich geschützt wurde. Insgesamt dauerte der Klettereinsatz acht Tage, zwei Tage kamen noch für die Pflege der Pflanzungen in den Etagen 17 und 22 hinzu. In dieser Zeit wurden fast 20 m3 Grüngut über das Seil entsorgt. 

Gärtnerisches Neuland erschlossen  

Mit dieser Begrünung wurde in vielen Punkten gärtnerisches Neuland betreten. Einige Arbeiten wurden in dieser Form und in einer solchen Dimension noch nie in der Schweiz ausgeführt. Nach den ersten neun Monaten nach Fertigstellung zeigt sich nun auch, dass nicht alles 100 % perfekt ist. An einigen Orten weht der Wind das Substrat auf die Balkone, vor allem dort, wo später Wände in den Pflanzrabatten hinzukamen. Hier bilden sich Turbulenzen und das Substrat wird hochgewirbelt. In den Nischen, die in
das Gebäudeinnere ragen, kommen die Pflanzen teilweise nicht mit den Lichtverhältnissen zurecht, trotz des dort geschaffenen Kunstlichts. Hier gilt es, die Pflanzenwahl noch zu optimieren. Auch bei der Bewässerung gibt es kleinere Mängel, die sich aber nicht gravierend auf das Pflanzenwachstum auswirken. Die gesamte Begrünung und Technik entwickelt sich sehr positiv und soll Investoren auf der ganzen Welt zeigen, dass ein solch begrüntes Hochhaus seine Berechtigung hat. Jetzt und in Zukunft noch mehr. |

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Aus- und Weiterbildung

Im Rahmen ihrer Studienreise besuchte die Technikerklasse 25/27 der Gartenbauschule Oeschberg die Grossbaumschule Planta Viva in Elche (E). Der auf…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Fokusthema

Als Baumaterial mit einer uralten Tradition kann Lehm auch im Garten eingesetzt werden. Wichtig ist jedoch ein guter Wetterschutz, um eine Erosion zu…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Wettbewerbe

Zum dritten Mal in Folge holten die Schweizer Landschaftsgärtner das begehrte Gold an den WorldSkills. Vom 10. bis 14. September 2024 kämpften Samuel…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Landschaftsarchitektur
  • Ausstellungen

Mustergültig, vorbildlich, vollkommen – so beschreibt das Lexikon den Begriff «ideal». Mit der fordernd-provokativen Vorgabe «Der ideale Garten» war…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Landschaftsarchitektur
  • Aus- und Weiterbildung

An der Schnittstelle von Planung und Umsetzung erarbeiteten die Studierenden der Technikerklasse der Höheren Fachschule (HF) an der Gartenbauschule…

Weiterlesen

  • Nachhaltig konkret
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Landschaftsarchitektur

Die Wohnanlage «In den Bäumen» in Egg ZH wurde mit dem Innovationspreis der Sophie und Karl Binding Stiftung ausgezeichnet. Die nachhaltige…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Innovation 2021

Neben Minibaggern mit Standardheck haben sich Modelle mit Kurzheck oder sogar Nullheck etabliert. Völlig ersetzen werden sie die Standardbauweise aber…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Landschaftsarchitektur
  • Auszeichnungen

Die Society of Garden + Landscape Designers (SGLD) prämierte Anfang Februar den «Garden of the Year» und verlieh unter anderem den «Lifetime…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Stadtgrün
  • Biodiversität

Seit 2022 wird der Igel in der Schweiz als «potenziell gefährdet» eingestuft. Mit der Wahl zum Tier des Jahres will ihn Pro Natura dieses Jahr weiter…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Landschaftsarchitektur
  • Wettbewerbe

Bis Ende März 2026 können Projekte für den «Preis für Gärten & Öffentliche Räume Wallis 2026» eingereicht werden. Das Gemeinschaftsprojekt des Kantons…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Branche
  • Aus- und Weiterbildung

Ab Frühjahr 2026 bietet die Universität Hohenheim in Stuttgart neu die Studienrichtung «Gartenbauwissenschaften» an. Zwei neue Professuren…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Auszeichnungen

Biotop hat beim Partnertreffen die besten Naturpool- und Schwimmteichprojekte ausgezeichnet: Vom «Felsengarten» als aussergewöhnlichstem Schwimmteich…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau

Mit zahlreichen Partnern, Förderern und Mitarbeitenden hat die Hochschule Osnabrück das neue Kompetenzzentrum Rasen (KORA) feierlich eröffnet. Auf…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Wettbewerbe
  • Aus- und Weiterbildung

Bei den SwissSkills in Bern hat das Team der Luzerner Landschaftsgärtner erneut seine Klasse unter Beweis gestellt. Elias Schöpfer und Silas…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Auszeichnungen
  • Wettbewerbe

Bei den SwissSkills in Bern hat das Team der Luzerner Landschaftsgärtner erneut seine Klasse unter Beweis gestellt. Elias Schöpfer und Silas…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Produktion
  • Branche

Der Preis des Deutschen Zentralverbands Gartenbau (ZVG) geht an zwei Firmen, deren technologische Entwicklung den Gartenbau nachhaltiger und…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Landschaftsarchitektur
  • Branche
  • Ausstellungen

Die Ausgabe zum 25-Jahre-Jubiläum der Giardina (11. bis 15. März 2026) in Zürich-Oerlikon steht unter dem Leitthema «Der Baum – Die Seele des…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Branche

Marion Huggel und Nicole Thomet übernehmen 34 Jahre nach der Gründung die Kobel Gartengestaltung AG von Gründer und Geschäftsführer Hansueli Kobel.

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau

Für die UEFA Women’s EURO 2025 wurde auf dem Kunstrasen im Stadion Wankdorf in Bern temporär ein Naturrasen erstellt. Die UEFA schreibt Naturrasen für…

Weiterlesen

  • Pflanzenverwendung
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Zierpflanzen

Die Zierlauchgewächse Allium sind in den Schweizer Gärtnereien, Gartencentern und Blumengeschäften Pflanze des Jahres 2025 und sollten, so eine…

Weiterlesen

Aktuelle Ausgabe

dergartenbau 4-2026

 

IPM Essen 2026: Positive Impulse in herausfordernden Zeiten

Swissbau 2026: Planen und Gestalten für den Klimawandel

Stadtgrün: Mehr Grün für ein besseres Klima

Landschaftspark Wiese: Ein Park mit internationalem Grenzverlauf

 

Zur Ausgabe E-Magazine

Agenda

Messe Zürich

Die Giardina zählt zu Europas führenden Indoorveranstaltungen für das Leben im Garten. Die bedeutendsten Anbietenden der Branche präsentieren jeweils zum Frühlingsbeginn ihre neuen Produkte, kreative Lösungen und die kommenden Trends in der Gartengestaltung, dieses Jahr unter dem Motto «Der Baum – Die Seele des Gartens». Weitere Infos und Tickets

11.03.2026  –  15.03.2026

Vom 9. bis 12. Juni 2026 präsentieren 56 teilnehmende Unternehmen in drei Regionen in den Niederlanden und Deutschland ihre Innovationen und zukünftige Entwicklungen in den Segmenten Beetpflanzen und Topfpflanzen. Mehrere Tausend Besucher aus über 90 Ländern besuchen die FlowerTrials jeweils und machen den Anlass zu einem globalen Erfolg . Weitere Infos.

09.06.2026  –  12.06.2026
Bernexpo

Die Suisse Public ist die schweizerische Leitmesse des öffentlichen Sektors und damit der wichtigste Treffpunkt. Alle wichtigen Anbieter präsentieren sich und wecken mit relevanten Produkten und Services das Interesse zahlreicher Entscheidungsträger. Der Ausstellungsbereich Arbeitssicherheit und -schutz wird für die Austragung 2026 gezielt weiter ausgebaut und neu platziert. Weitere Infos und Tickets.

16.06.2026  –  19.06.2026

Newsletter Registration

Frau  Herr 

Submissionen

weitere Submissionen