Silas Nussbaumer (links) und Elias Schöpfer an den WorldSkills bei der Arbeit. Foto: Petra Reidel

Der Garten von Silas Nussbaumer und Elias Schöpfer an den WorldSkills 2026 in Shanghai. Foto: Petra Reidel

Firmenangehörige, Eltern und Bekannte reisten mit an die WorldSkills 2026 in Shanghai. Foto: Petra Reidel

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Wettbewerbe

WorldSkills Shanghai 2026

Dieses Jahr hat es für das Schweizer Team bei den WorldSkills in Shanghai nicht für einen Podestplatz gereicht. Dennoch ist der fünfte Platz für die Teilnehmer Silas Nussbaumer und Elias Schöpfer sowie für den WorldSkills-Experten im Garten- und Landschaftsbau Lorenz Arbogast und Nationaltrainer Pascal Flüeler eine erfolgreiche Platzierung.

Lediglich 18 Punkte trennten die Schweizer Silas Nussbaumer und Elias Schöpfer von den Weltmeistern im Landscape Gardening, einem Team aus Frankreich mit Justin Kreis und Corentin Mathieu (743 Punkte). Vize-Weltmeister wurden Zhu Nie und Run Cai aus China mit 740 Punkten. Die Bronzemedaille ging an Deutschland mit Lennard Weitzmann und Marc-Aurel Spalek (732 Punkte). Auf Platz vier landete das Frauenteam aus Südtirol/Italien mit 728 Punkten. «Der Anspruch als Titelverteidiger im vierten Jahr war gewaltig», sagt Garten- und Landschaftsexperte Lorenz Arbogast von JardinSuisse. «Für uns war es das verflixte vierte Jahr nach drei Goldmedaillen. Ich war bislang nur den Erfolg gewohnt.» Der fünfte Platz sporne ihn aber nur noch mehr an: «Für Nationaltrainer Pascal Flüeler war das eine sehr wertvolle Erfahrung. Wir werden weiter an unseren Trainings und der Vorbereitung feilen und das eine oder andere neu zu gestalten.»

Ein chinesischer Garten

Der brasilianische Architekt und Stadtplaner Luis Monti entwarf den diesjährigen Wettbewerbsgarten nach chinesischem Vorbild. 2007 nahm Monti selbst als Teilnehmer bei den WorldSkills in der japanischen Stadt Shizuoka teil und blieb diesem Wettbewerb in verschiedenen Funktionen verbunden. In Shanghai war er nicht nur als Planer tätig, sondern auch für die Wettbewerbsleitung zuständig.

Montis Plan musste innerhalb von 22 Stunden durch die Teams umgesetzt werden. So entstanden an vier Tagen im National Exhibition and Convention Center, (NECC) 18 chinesische Gärten. «Das Projekt war vielseitig und der Grundaufbau mit den Wänden und dem Mond-Tor sorgte vom ersten Tag an für eine coole Atmosphäre. Besonders der vertikale Blick durch die hintereinander liegenden runden Tore war beeindruckend», beschreibt Flüeler seine Eindrücke. «Jeden Tag waren verschiedene Module aus dieser Gartenplanung fertigzustellen, die dann abends von 18 Juroren bewertet wurden.»

Arbogast lobte die vielen kreativen Freiheiten, die den Teams bei der Pflanzung oder auch beim Bau einer Fensterverzierung aus Holz gewährt wurden. Auch dass der Bezug zur Realität im Garten- und Landschaftsbau hergestellt wurde, beeindruckte Arbogast. Am Morgen des zweiten Wettbewerbstages habe es einen zu berücksichtigenden «Kundenwunsch» gegeben. Der Weg sollte nicht im Schachbrettmuster wie auf dem Plan, sondern frei verlegt werden. Dabei galt es, ein treppenförmiges Zickzackmusters zu berücksichtigen. «Das ergab sehr interessante und unterschiedliche Beläge.»

Auch Bewässerung und Beleuchtung waren einzubauen ebenso wie ein Teich mit chinesischer Steinsetzung. Die beiden traditionellen Natursteinmauern waren fachlich präzise ausgeführt. Bis dahin sei alles nach Plan gelaufen, sagt Arbogast und habe die Schweizer Fans begeistert. Am dritten Tag hätten sich bei den Teams jedoch körperliche wie auch mentale Anstrengungen bemerkbar gemacht. Elias und Silas kümmerten sich um die Pflanzung und deren Vorbereitung. Sie begannen mit dem Teichbau, der Steinsetzung für die Quelle sowie mit den Holzarbeiten für die anspruchsvolle Brücke, die aufwendige Konstruktions- und Sägearbeiten erforderte. Irgendwo auf diesem Weg seien wertvolle Punkte verloren gegangen. «Bis dahin zählte das Team zu den Favoriten», sagt Flüeler. «Die Messpunkte müssen einfach passen, dann bist du vorn mit dabei. Hier gibt es nur ein Richtig oder ein Falsch und keine persönliche Bewertung eines Experten.» Bei Favoritenteams werde immer genau hingeschaut.

Vorbereitung und Training

«Wir beginnen mit dem Team für die WorldSkills zuerst mit den Fachtrainings in einzelnen Modulen, beispielsweise zu den Themen Holz, Wasser, Pflasterung, Mauerbau, Pflanzungen und Metall», erklärt Flüeler. Erst dann folgen die Haupttrainings, in denen ein Objekt innerhalb von dreieinhalb Tagen komplett umgesetzt werde. Diese Trainings seien ähnlich wie die Wettbewerbsaufgaben bei den WorldSkilss aufgebaut und sollen den Teilnehmern helfen, die Belastung und die verfügbaren Zeitfenster besser einzuschätzen. Das Ganze wird durch ein Teambuilding zwischen den Trainern und den Teilnehmern untermauert, um das notwendige Vertrauen aufzubauen.«Wir sind auf eine Almhütte gewandert, haben Feuer am Fluss gemacht, Steinmandln gebaut und uns so besser kennengelernt», verrät Flüeler ein paar Details.

Die Rolle der mitgereisten Fans

Wer bei den WorldSkills dabei war, den packt die Begeisterung für diesen Wettbewerb: «Dieses Jahr war eine grosse Delegation mit Arbeitgebern, Partnerinnen sowie Eltern, Grosseltern und Geschwistern dabei», ergänzt Flüeler. «Von Silas war fast die gesamte Firma mitgereist und alle Fans waren sehr interessiert.» Die Teilnehmer spüren diese Energie unterbewusst, ergänzt Arbogast «das gibt ihnen Sicherheit.» Die Nervosität dürfe von den Zuschauenden jedoch nicht auf die Teilnehmenden überspringen.

Was sagen die Schweizer Teilnehmer zu dieser Weltmeisterschaft?

«Es ist ein unglaubliches, einzigartiges Gefühl und etwas ganz Besonderes, an einer Weltmeisterschaft teilnehmen und die Schweiz vertreten zu dürfen» – darin sind sich Silas und Elias einig. «Man ist stolz, aber auch etwas nervös. Es war eine einmalige Erfahrung, sich mit den weltweit besten Gärtnern messen zu dürfen», ergänzt Elias. 

Als fachlich grösste Herausforderung sah Elias das Holzelement. Für Silas war es schwierig, unter Zeitdruck die hohe Qualität beizubehalten. «Fehler darf man sich keine erlauben, das kostet Zeit und Punkte.» Entscheidend sei zudem, den Überblick zu behalten und sich auf die nächsten Arbeitsschritte zu fokussieren. 

«Die hohe körperliche und mentale Belastung spürt man erst am Ende eines langen Tages», sagt Elias. Dank des hohen Adrenalinspiegels sei es während des Wettbewerbs jedoch möglich, alles zu geben. «Als Titelverteidiger wussten wir, wie hoch die Erwartungen an uns sind. Dennoch ist es wichtig, nicht ständig daran zu denken. Wir haben uns auf die Arbeit konzentriert und unser Bestes gegeben», erklären Elias und Silas.

Grenzen austesten und Höchstleistungen erbringen

«Erfahrene Trainer wie Lorenz Arbogast und Pascal Flüeler sind bei einem solchen Wettbewerb wichtig. Sie konnten uns durch ihr Wissen und ihre Erfahrung sehr viel mitgeben und haben uns während der Vorbereitungen geholfen, unsere Schwächen zu erkennen, uns zu verbessern und uns optimal vorzubereiten», erklärt Silas.«Es ging dann auch darum, Lösungen zu finden, wenn etwas nicht nach Plan lief, oder Grenzen auszutesten, um Höchstleistungen abzurufen», ergänzt Elias.«Während des Wettbewerbs waren vor allem die mentale Unterstützung sowie Tipps und Hinweise in der Kommunikation wichtig.»

Aus diesem Wettbewerb nehmen sie sehr viel mit, sagen Elias und Silas: «Fachlich, persönlich und beruflich. Wir haben neue Menschen kennengelernt, andere Arbeitsweisen gesehen, viele Eindrücke gesammelt, die uns in Erinnerung bleiben werden, und erfahren, dass man an Herausforderungen wachsen kann. Wir werden sicher noch lange von den WorldSkills profitieren, im Berufsalltag aber auch privat.»

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Stadtgrün
  • Landschaftsarchitektur
  • Wettbewerbe

Der Binding Preis für Biodiversität 2026 geht an den Ueberlandpark in Schwamendingen. Die Fachjury würdigt insbesondere die beispielhafte Verknüpfung…

Weiterlesen

  • Fachhandel
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Branche

Die 33. Ausgabe der bedeutendsten Schweizer Fachmesse der Grünen Branche ist erfolgreich zu Ende gegangen. Trotz Temperaturen von über 35 Grad an…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Stadtgrün
  • Gebäudebegrünung

Rund 50 Teilnehmende nahmen an der 31. Mitgliederversammlung der Schweizerischen Fachvereinigung Gebäudebegrünung (SFG) auf dem Bächlihof in Jona…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Maschinen und Geräte

Gewerbliche und kommunale Grünpfleger kommen kaum ohne handgeführte Rasenmäher aus. Auch in dieser Gerätegattung geht die technische Entwicklung…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Aus- und Weiterbildung

Im Rahmen ihrer Studienreise besuchte die Technikerklasse 25/27 der Gartenbauschule Oeschberg die Grossbaumschule Planta Viva in Elche (E). Der auf…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Fokusthema

Als Baumaterial mit einer uralten Tradition kann Lehm auch im Garten eingesetzt werden. Wichtig ist jedoch ein guter Wetterschutz, um eine Erosion zu…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Wettbewerbe

Zum dritten Mal in Folge holten die Schweizer Landschaftsgärtner das begehrte Gold an den WorldSkills. Vom 10. bis 14. September 2024 kämpften Samuel…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Landschaftsarchitektur
  • Ausstellungen

Mustergültig, vorbildlich, vollkommen – so beschreibt das Lexikon den Begriff «ideal». Mit der fordernd-provokativen Vorgabe «Der ideale Garten» war…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Landschaftsarchitektur
  • Aus- und Weiterbildung

An der Schnittstelle von Planung und Umsetzung erarbeiteten die Studierenden der Technikerklasse der Höheren Fachschule (HF) an der Gartenbauschule…

Weiterlesen

  • Nachhaltig konkret
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Landschaftsarchitektur

Die Wohnanlage «In den Bäumen» in Egg ZH wurde mit dem Innovationspreis der Sophie und Karl Binding Stiftung ausgezeichnet. Die nachhaltige…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Innovation 2021

Neben Minibaggern mit Standardheck haben sich Modelle mit Kurzheck oder sogar Nullheck etabliert. Völlig ersetzen werden sie die Standardbauweise aber…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Aus- und Weiterbildung

71 Gärtnerinnen und Gärtner haben die Berufsprüfung in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau erfolgreich abgeschlossen. An der Schlussfeier in…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Stadtgrün

Mehr Grün, neue Aufenthaltsbereiche und eine Kulturfläche prägen den sanierten Stadtgarten Winterthur. Zugleich bindet die Stadt die Anlage stärker an…

Weiterlesen

  • dergartenbau
  • Garten- und Landschaftsbau

Was 1951 auf sieben Hektaren Land im Weissenried begann, ist heute ein etablierter Baumschulbetrieb in der Schweiz. Die Ingold Baumschulen AG feiert…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Stadtgrün

Gebäudebegrünungen müssen in der Stadtentwicklung zur Selbstverständlichkeit werden. Diese Forderung prägte den Weltkongress Gebäudegrün, der Anfang…

Weiterlesen

  • Pflanzenverwendung
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Produktion
  • Branche

Die Sommertagung Zierpflanzenbau an der LVG Heidelberg bot rund 150 Fachleuten einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Branche. Im Fokus…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau

JardinSuisse hat ein neues Merkblatt zum Thema Rasen veröffentlicht.

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Branche

Hohe Temperaturen gehören zunehmend zum Arbeitsalltag im Garten- und Landschaftsbau. Körperlich anstrengende Arbeiten, direkte Sonneneinstrahlung und…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Stadtgrün

Wenn es in Städten heiss wird, helfen Bäume. Die Lösung MobileGreen ermöglicht Schatten auch an Orten, wo dies bisher nicht möglich war. Basis dafür…

Weiterlesen

  • Pflanzenverwendung
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Stadtgrün

Das Schulmuseum Thurgau hat seinen Aussenraum in mehreren Etappen gemeinsam mit dem Kanton Thurgau und JardinSuisse Thurgau neu gestaltet. Mit der…

Weiterlesen

Aktuelle Ausgabe

dergartenbau 19/20/2026


Mut zum Minimum: Suffizienz im Garten- und Landschaftsbau

Das Fundament bleibt: Piet Oudolf und seine Gehölze
 

Zur Ausgabe E-Magazine

Agenda

Flugplatz Eisenach-Kindel (D)

Freilandmesse in Deutschladn mit innovativen Maschinen, Geräte und Digitallösungen für den Praxiseinsatz im Garten- und Landschaftsbau, für kommunale Anwendungen sowie für die Sport- und Golfplatzpflege, inklusive einer Sonderschau für den Rasen. Weitere Infos und Tickets.

20.06.2027  –  22.06.2027

Newsletter Registration

Frau  Herr 

Submissionen

weitere Submissionen