Die Natur geniessen und sich

Die Natur geniessen und sich bewegen, das ist das Hauptmotiv für einen Aufenthalt im Wald. Bild: Angelina S./Pixelio.

  • Diverses

Wald hat eine bedeutende Funktion als Freizeit- und Erholungsraum

Gemäss der Bevölkerungsumfrage Waldmonitoring soziokulturell (WaMos 2) bezeichnen 95 Prozent aller Befragten ihre relativ häufigen Waldbesuche als förderlich für die Entspannung und sind entsprechend zufrieden. Spazieren, Sporttreiben, Nichtstun und die Natur beobachten zählen zu den häufigsten Freizeitaktivitäten im Wald.

Die Bedingungen für häufige Waldbesuche sind bei uns vielerorts ideal, denn der Wald ist frei zugänglich und dieses beliebte Erholungsgebiet liegt für die meisten Leute praktisch vor der Haustüre. Für die Bevölkerungsumfrage WaMos 2 hat die Forschungsanstalt WSL gut 3000 Personen befragt. Diese erreichen ihren Freizeitwald durchschnittlich in knapp 14 Minuten. Nur 4 Prozent benötigen dafür mehr als eine halbe Stunde. Die allgemein gute Erreichbarkeit lässt sich auch daran erkennen, dass 70 Prozent der Interviewten ihren Weg zu Fuss und weitere 7 Prozent mit dem Fahrrad zurücklegen. Im Mittel beträgt die Aufenthaltsdauer pro Waldbesuch etwa 90 Minuten. Fast 90 Prozent geben an, sich normalerweise nicht länger als zweieinhalb Stunden im Wald aufzuhalten wobei ein Waldbesuch bei einem Grossteil der Befragten weniger als eine Stunde dauert.


Ein hohes Mass an Zufriedenheit

88 Prozent der Bevölkerung äussern ein hohes Mass an Zufriedenheit mit ihren Waldbesuchen und sogar 95 Prozent erleben diese als entspannend. Damit leisten die Wälder einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Wohlbefinden der Menschen und zur Volksgesundheit. Ein Hauptgrund für die positive Einschätzung ist, dass der jeweils besuchte Wald einer grossen Mehrheit der Befragten gefällt. Generell gefallen der breiten Bevölkerung Wälder mit Lichtungen besser als dunkle mit dichtem Bestand und vielfältige besser als monotone. Sehr beliebt sind bei Besucherinnen und Besuchern zudem Waldgebiete mit Bächen, Teichen und Tümpeln.
Einen entscheidenden Einfluss darauf, ob ein Wald den Leuten gefällt und für die Erholung bedeutsam ist, haben frühe Walderfahrungen in der Kindheit. Menschen, für welche der Wald in der Kindheit wichtig war, schätzen ihn auch als Erwachsene mehr, erholen sich im Wald leichter und gewichten zudem seine Schutz- und Produktionsfunktionen stärker, wie die Bevölkerungsumfrage zeigt.
Als Hauptmotive für ihren Aufenthalt erwähnen die Waldbesucherinnen und -besucher vor allem den Genuss von guter Luft, das Naturerlebnis, ihren Willen, etwas für die eigene Gesundheit zu tun sowie die erwünschte Abwechslung zum Alltag.Bei der Frage nach den Lieblingsaktivitäten rangieren Spaziergänge, einfach Sein, das Beobachten der Natur und das Sammeln auf den vordersten Plätzen. Fasst man die einzeln genannten sportlichen Tätigkeiten – wie Wandern, Joggen, Nordic Walking, Vita Parcours, Orientierungslauf oder Biken – zusammen, so ist der Sport nach dem Spazieren die populärste Freizeitaktivität im Wald.

Es braucht eine gewisse Infrastruktur

Je nach dem Grund ihres Waldaufenthalts sind die Befragten auf ein minimales Infrastrukturangebot angewiesen. Sie suchen also nicht ausschliesslich das reine Naturerlebnis, sondern benötigen für ihre Freizeitaktivitäten auch bestimmte Einrichtungen, die vor allem in den intensiv genutzten, stadtnahen Wäldern sehr unterschiedliche Bedürfnisse abdecken. Beliebt sind bei den Erholungssuchenden insbesondere Naturlehrpfade, Feuerstellen, Waldhütten, Unterstände, Bänke und Spielplätze.
Nach Einschätzung des BAFU sollten diese Wünsche bei der Waldentwicklungsplanung vorab in typischen Erholungswäldern sorgfältig geprüft und umgesetzt werden, denn die Erholungssuchenden sind die wichtigsten Kunden im Wald. Entsprechende Angebote können nicht zuletzt angrenzende Waldgebiete vom Nutzungsdruck entlasten. Grundvoraussetzungen für zusätzliche Infrastrukturanlagen bilden die Zustimmung der Waldeigentümer, die Klärung der Haftungsfragen sowie die Sicherstellung der Finanzierung.

Störungsempfinden nimmt zu

Die WaMos 2-Resultate zeigen auch, dass die Infrastrukturangebote von den jeweiligen Erholungssuchenden zwar geschätzt werden, weitere Waldbesucherinnen und -besucher mit anderen Ansprüchen aber auch stören können. Dies gilt speziell für Biketrails, Seilparks und Reitwege, die jeweils nur einzelnen Nutzergruppen zugutekommen. Ein Indiz für das bestehende Konfliktpotenzial ist die im Vergleich zu früheren Untersuchungen höhere Wahrnehmung von Störungen durch andere Waldbesucherinnen und -besucher. So geben 27 Prozent der Befragten an, sie fühlten sich in ihrer Erholung teilweise durch Störungsquellen beeinträchtigt. Dabei erwähnen sie an erster Stelle Radfahrer, Leute mit Hunden und vereinzelt Lärm. Die individuell empfundenen Störfaktoren werden aber von den meisten Betroffenen nicht als derart prägend wahrgenommen, als dass sie das positive Erlebnis eines Waldbesuchs wesentlich schmälern könnten. Die Qualität der Erholung und Entspannung erfährt dadurch also keine markanten Einschränkungen. Angesichts der Erholungsintensität in zentrumsnahen Waldgebieten und der grossen Dynamik mit einer laufenden Zunahme an neuen Freizeitaktivitäten im Wald plädiert das BAFU dafür, die vermehrt auftauchenden Interessenkonflikte anzugehen.


Besucherlenkung entschärft negative Auswirkungen

Ein vielerorts bereits erfolgreich getestetes Modell liegt in einer besseren Besucherlenkung durch die räumliche Entflechtung und Kanalisierung bestimmter Freizeitaktivitäten mit einem übermässigen Störpotenzial. So können beispielweise spezielle Trails für Mountainbiker die Konflikte mit Spaziergängerinnen und Wanderern entschärfen, wie verschiedene Studien zeigen. Dies bedingt nach Ansicht des BAFU ein gezieltes Waldmanagement. Die vom Bundesrat Ende August 2011 verabschiedete Waldpolitik 2020 hält denn auch fest, dass in diesem Bereich ein räumlicher Koordinationsbedarf besteht.
Daneben kann auch Überzeugungs- und Informationsarbeit entscheidend dazu beitragen, das Konfliktpotenzial und ökologische Schäden zu reduzieren. Ein Beispiel dafür ist die vom BAFU mitlancierte Kampagne «Respektiere deine Grenzen». Sie soll Schneeschuhwanderer und Skitourenfahrer für den Lebensraum der Wildtiere sensibilisieren und die Wildruhezonen als wichtiges Instrument zur Störungsminderung besser bekannt machen.

  • Branche
  • Diverses

Im Rahmen eines Projektes in den USA halfen Freiwillige mit ihren Hunden beim Aufspüren der invasiven Gepunkteten Laternenträgerzikade und bewiesen,…

Weiterlesen

  • Diverses
  • Biodiversität

Verschwinden häufige Arten aus einem Lebensraum, hat das grosse Konsequenzen für die Nahrungsnetze. Schutzmassnahmen sollten sich nicht nur auf…

Weiterlesen

  • Diverses

Drei Forscher der Eidg. Forschungsanstalt WSL haben die beliebtesten Pflanzenbestimmungsapps der Schweiz getestet und auf ihre Eignung für Monitorings…

Weiterlesen

  • Diverses
  • Forschung
  • Umwelt

Laut einer Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL und der Universität Darmstadt häuft sich wegen Reifenabrieb im Boden,…

Weiterlesen

  • Diverses
  • Forschung
  • Biodiversität

Eine neue Studie zeigt, dass eine die zufällige Anordnung von Baumarten die Funktion und Produktivität von Waldökosystemen optimieren kann.

Weiterlesen

  • Diverses

Nachdem zwei Männer im September 2023 illegal den ikonischen Bergahorn am Sycamore Gap in Nordengland gefällt hatten, wurden sie diesen Sommer zu vier…

Weiterlesen

  • Diverses
  • Forschung
  • Biodiversität

Im Rahmen des langjährigen DOK-Feldversuchs im Baselland erforschen und vergleichen Forscherinnen und Forscher die konventionelle Landwirtschaft mit…

Weiterlesen

  • Diverses
  • Web-Tipp

Um die Trockenheitssituation in der Schweiz systematisch beobachten und vorhersagen zu können, haben das Bundesamt für Umwelt BAFU, das Bundesamt für…

Weiterlesen

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Diverses
  • Biodiversität

2024 konnte die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz dank Beiträgen von Gönnerinnen und Gönnern die Landschaftspflege im Berggebiet mit 653'000 Franken…

Weiterlesen

  • Fachhandel
  • Diverses
  • Maschinen und Geräte

Das Unternehmen Standley Black & Decker (SBD) ruft bestimmte Schubmäher und selbstfahrende Rasenmäher der Marke DeWALT zurück. Es bestehe…

Weiterlesen

  • Diverses
  • Buch-Tipp

«Poesie des Vergehens – Vom vielfältigen Leben in einer toten Fichte» enthüllt in rund 120 Bildern die Geschichte eines Baumes, der am Ufer des…

Weiterlesen

  • Diverses
  • Forschung
  • Umwelt
  • Biodiversität

Ein neues Berechnungstool der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL zeigt, wo Pflanzenarten heute und in Zukunft vorkommen. Es stützt sich u. a. auf…

Weiterlesen

  • Diverses
  • Biodiversität
  • Organisationen

In Seedorf BE haben Biber und Mensch gemeinsam mehr Raum für die Natur geschaffen. Dank der Bautätigkeit des fleissigen Nagers und der Kooperation von…

Weiterlesen

  • Diverses
  • App-Tipp
  • Umwelt

Am Weltbienentag vom 20. Mai war die Situation der Schweizer Bienen schlechter denn je: Lebensraumverlust, intensive Landwirtschaft sowie belastende…

Weiterlesen

  • Diverses
  • Forschung
  • Biodiversität

Die Aktion «Stunde der Gartenvögel» von BirdLife Schweiz lockte vom 8. bis 12. Mai wieder Interessierte zum Feldstecher, um Vögel im Siedlungsraum zu…

Weiterlesen

  • Diverses
  • Umwelt

Der Klimawandel verschärft die Heuschnupfen-Situation in der Schweiz: Die Heuschnupfensaison verlängert sich, die Pollenkonzentration nimmt zu und…

Weiterlesen

  • Diverses
  • Biodiversität
  • Veranstaltungs-Tipp

Die neue Sonderausstellung in der Umwelt Arena Schweiz in Spreitenbach thematisiert die Bedeutung von Bienen für die Natur.

Weiterlesen

  • Diverses
  • Umwelt
  • Organisationen

Anfang November 2023 hat die Jury von Guinness World Records bekannt gegeben, dass die Schweizer Firma Global Tree Project AG das grösste jemals aus…

Weiterlesen

  • Produktion
  • Diverses

Seit 1985 wird der Petersplatz im Vatikan zu Ostern mit allerlei Blumenarrangements von niederländischen Floristen geschmückt, um der Heiligen Messe,…

Weiterlesen

  • Diverses
  • Forschung
  • Umwelt
  • Biodiversität

Die Gletscherschmelze hat weitreichende Auswirkungen auf die Lebensräume zahlreicher Lebewesen, die in Bächen leben, die von Gletscherwasser gespeist…

Weiterlesen

Aktuelle Ausgabe

dergartenbau 01/02-2026


Unendlich grüne Vielfalt an der IPM

Biobaumschule: Von der Permakultur inspiriert

KI in der Pflanzenproduktion: Ein Blick in die Zukunft

Layerpflanzungen: Eine neue Formel für Staudenkonzepte 
 

Zur Ausgabe E-Magazine

Agenda

Messe Essen

Die Weltleitmesse des Gartenbaus ist der Treffpunkt der grünen Branche. Hier präsentieren Aussteller aus aller Welt ihre innovativen Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Pflanzen, Technik, Floristik und Ausstattung. Keine andere Messe bietet so viel Pflanzenvielfalt und so viele Pflanzenneuheiten. Klimawandel und Nachhaltigkeit sind hier die bestimmenden Themen. Weitere Infos und Tickets.

27.01.2026  –  30.01.2026
Messe Frankfurt

Die Christmasworld ist die internationale Leitmesse für saisonale Dekoration und Festschmuck. Sie zeigt jährlich die neuesten Produkte und Trends für Weihnachten sowie alle weiteren festlichen Anlässe und liefert innovative Konzeptideen für die Dekoration von Gross- und Aussenflächen für den Gross- und Einzelhandel, Shoppingcenter und Innenstädte. Weitere Infos und Tickets.

06.02.2026  –  10.02.2026
Messe Zürich

Die Giardina zählt zu Europas führenden Indoorveranstaltungen für das Leben im Garten. Die bedeutendsten Anbietenden der Branche präsentieren jeweils zum Frühlingsbeginn ihre neuen Produkte, kreative Lösungen und die kommenden Trends in der Gartengestaltung, dieses Jahr unter dem Motto «Der Baum – Die Seele des Gartens». Weitere Infos und Tickets

11.03.2026  –  15.03.2026

Newsletter Registration

Frau  Herr 

Submissionen

weitere Submissionen