Die Titanwurz ist eine Regenwaldpflanze aus Sumatra (Indonesien) und zählt zu den spektakulärsten Erscheinungen in der Planzenwelt. Sie ist mit dem einheimischen Aronstab verwandt und bildet die grösste Blume im Pflanzenreich: Ein braunrotes, trichterförmiges Hüllblatt umgibt einen grossen, gelblichen Kolben, der meist über zwei Meter hoch wird und in der Blühnacht für einige Stunden nach Fisch oder Aas stinkt. Damit lockt die Pflanze in weitem Umkreis Aaskäfer und Aasbienen an, welche die Blüten bestäuben. Das Material für die gigantische Blume stammt aus einer unterirdischen Knolle, die im Fall der Basler Pflanze 30 Kilogramm schwer war.
Die Kultur der Titanwurz ist knifflig und langwierig. Die Pflanze stellt enorm hohe Ansprüche an die Wärme; die Temperaturen sollten möglichst nie unter 23 Grad fallen und idealerweise um 30 Grad liegen. Diese Werte konnten über den Sommer in einem Spezialgewächshaus des Botanischen Gartens weitgehend eingehalten werden, und vermutlich deswegen blüht die Titanwurz nun rund ein halbes Jahr früher als erwartet.
Nicht nur die Blume selbst ist spektakulär, sondern auch ihr Wachstum. In der zweiten Novemberwoche wird sie etwa zehn Zentimeter pro Tag wachsen. Die Knospe kann per Webcam verfolgt und im Botanischen Garten besichtigt werden.
Der Zeitpunkt der Blütenöffnung lässt sich nicht genau voraussagen; die Botaniker erwarten sie zwischen dem 13. und 17. November 2012. In der Nacht der Blütenöffnung wird der Botanische Garten durchgehend geöffnet sein. Danach kann die spektakuläre Blume noch an drei weiteren Tagen besichtigt werden.