Der Schweizer Heimatschutz würdigt mit dem Wakkerpreis 2016 insbesondere die Etablierung und Förderung der Zusammenarbeit über Grundstücks-, Quartier- und gar Landesgrenzen hinweg. «Die vorliegenden Gestaltungspläne in den Entwicklungsgebieten setzen der Bauherrschaft klare Rahmenbedingungen bezüglich Städtebau, Nutzung und Vernetzung. Damit wird Qualität sichergestellt, Rechtssicherheit hergestellt und eine rasche Umsetzung von Bauprojekten ermöglicht», heisst es in der Medienmitteilung. Der historische Kern werde durch ein vorbildliches separates Reglement geschützt und gepflegt. Ebenso seien die wichtigsten baukulturellen Werte ausserhalb der Altstadt in Inventaren erfasst und unter Schutz gestellt. Für den historischen Stadtpark bestehe ein fundiertes Parkpflegewerk. Der Heimatschutz lobt, dass bei komplexen Bauprojekten oder städtebaulich sensiblen Gebieten Studienaufträge oder Wettbewerbe auch bei privaten Bauvorhaben gefördert und konsequent vom Beirat Stadtgestaltung begleitet werden.
Rheinfelden pflegt laut Schweizer Heimatschutz eine gut etablierte Zusammenarbeit mit der ungleich grösseren deutschen Schwesterstadt am gegenüberliegenden Rheinufer. Dazu gehören im Rahmen der Plattform Stadtentwicklung ein periodischer Austausch zwischen den Spitzen der Behörden und Verwaltung sowie ein gemeinsames Beleuchtungskonzept. Sichtbar ist die Zusammenarbeit auch auf der heute vom Privatverkehr befreiten Rheinbrücke, in deren Zusammenhang die Neugestaltung Inseli-Burgstell vorgenommen wurde. Das aktuell grösste gemeinsame Projekt ist der neue Rheinsteg, für den die beiden Städte 2013/14 einen internationalen Projektwettbewerb durchgeführt haben. Die Baukredite sind zurzeit in der Bewilligungsphase.
Die offizielle Preisübergabe findet am 18. Juni 2016 im Rahmen einer öffentlichen Feier statt.
Bild 5: Öffentliche Grünanlage am Rheinufer Im Osten des Stadtzentrums, dem eigentlichen Bäderquartier, sind seit dem 19. Jahrhundert die grossen öffentlichen Grünanlagen konzentriert. Der bestehende Stadtpark mit seinem alten Baumbestand wurde über die Jahrzehnte hinweg mit Sorgfalt gepflegt. Heute besteht ein ausgefeiltes Pflegewerk, das den Umgang mit diesem wertvollen Park regelt. Ein Volksentscheid ermöglichte 2003 die Erweiterung des bestehenden Stadtparks um 2.3 Hektaren. Die Stadt übernahm damals für rund 10 Millionen Franken ein Grundstück in der Bauzone und entzog dieses damit der Spekulation. Die moderne Erweiterung des Stadtparks bietet heute einen direkten Zugang zum Flussufer, frei nutzbare Wiesen und Liegen, die im bestehenden Park bis anhin fehlten.