Astrophytum asterias (Seeigel-Kakt

Astrophytum asterias (Seeigel-Kaktus) mit Seeigel. Foto: Christian Alt.

Seeigel-Kaktus-Hybride 'Super

Seeigel-Kaktus-Hybride 'Super kaputo'. Foto: Christian Alt..

Astrophytum asterias am Naturstand

Astrophytum asterias am Naturstandort in Mexiko. Foto: Chrisitian Alt.

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Perfekte Symmetrie beim Kaktus des Jahres 2012 – Astrophytum asterias

Alljährlich wählen die Kakteen-Gesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Kaktus des Jahres. Für das Jahr 2012 fiel die Wahl auf den beliebten Seeigel-Kaktus. Astrophytum asterias besticht durch eine symmetrische Gestalt, bietet eine abenteuerlichen Entdeckungsgeschichte und ist – wie viele andere Kakteen auch – bedroht. Ohne wirksamen Schutz ist es im Begriff, in der Natur erneut, diesmal aber ausgerottet zu werden.

Nur wenige Kakteen hatten in den ersten Jahrzehnten nach ihrer Entdeckung eine so abenteurliche Geschichte wie das Astrophytum asterias. Bis es endgültig in den europäischen Sammlungen heimisch wurde, musste zweimal der Zufall kräftig mithelfen. Der Naturforscher Baron Wilhelm von Karwinsky aus München war schon fast drei Jahre im Auftrag der russischen Regierung in Mexiko unterwegs, als er im Sommer 1843 im offenen Wagen durch das mexikanische Küstengebiet des Staates Tamaulipas reiste. Ein Windstoß riss ihm plötzlich seinen Hut vom Kopf und wirbelte ihn durchs Gelände. Als Karwinsky seine Kopfbedeckung endlich erwischt hatte und sich danach bückte, entdeckte er einen kreisrunden kleinen Kaktus ohne Dornen, aber mit dicken Areolenpolstern, der durch seine graugrüne Färbung in der lehmigen Umgebung kaum zu sehen war. Er grub noch weitere Exemplare aus, von denen er später eines dem Botaniker J. Gerhard Zuccarini an den Botanischen Garten München sandte. Leider ging die Pflanze bald ein, nur das Spirituspräparat und die Beschreibung durch Zuccarini aus dem Jahr 1845 zeugten noch von ihrer Existenz. Da auch Baron Karwinsky keine Angaben über den Fundort machte, blieb Astrophytum asterias, wie es später genannt wurde, Jahrzehnte lang verschollen. Immer wieder vermutete man hinter vielen Neufunden die gesuchte Rarität, doch es dauerte 80 Jahre, bis der tschechische Kakteenjäger A.V. Frič 1923 im Botanischen Garten von Mexiko City zufällig zwei Exemplare des richtigen Astrophytum asterias entdeckte, das er vorher nur als ausgebleichtes Spiritus-Präparat in München gesehen hatte. Er nahm Kontakt zu dem Finder der Pflanzen auf und konnte die endlich wieder entdeckte Pflanze in der Natur sammeln.

Verblüffende Ähnlichkeit mit dem Skelett eines Seeigels

Wie sehnlich die Kakteenwelt auf das Astrophytum asterias gewartet hatte, zeigte sich im Preis, der dafür erzielt wurde. So kostete 1924 eine Pflanze von 4 cm Durchmesser 40 Mark, was den halben Monatslohn eines Industriearbeiters in guter Stellung bedeutete. Obwohl die Bezeichnung «asterias» eigentlich auf den Seestern hindeutet, bürgerte sich bei uns die Benennung Seeigelkaktus ein, was auf die frappierende Ähnlichkeit des ebenmässigen Pflanzenkörpers mit der Schale des Seeigels hinweist. In Südafrika findet man mit dem Wolfsmilchgewächs Euphorbia obesa eine Sukkulente, die sich unter ähnlichen Umweltbedingungen täuschend ähnlich entwickelte (= pflanzliche Konvergenz).

Obwohl Astrophytum asterias – besonders in den Sämlingsjahren – nicht so einfach zu pflegen ist wie die anderen Astrophyten, hat es seit seiner Wiederentdeckung Einzug in viele Kakteensammlungen gefunden. Aus Japan, China und anderen asiatischen Ländern wurden in jüngster Zeit unglaublich dekorative Züchtungen bekannt, während die natürlichen Populationen in Mexiko und Texas immer stärker bedroht bzw. bereits vernichtet sind.

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