Schade, dass sich diese natürliche Bekämpfung der Raupen des Buchsbaumzünslers zerschlagen hat. Wie es aussieht, schmecken die Raupen den insektenfressenden Vögeln nicht. Es wurde mehrfach beobachtet, dass die Raupen nach dem Frass wieder ausgewürgt werden. Die Biologin Florine Leuthard, die über den Buchsbaumzünsler an der Universität Basel doktoriert, führt dies darauf zurück, dass die Raupen das Gift des Buchsbaumes aufnehmen. Giftig seien sie (mit grosser Wahrscheinlichkeit) nicht nur für Vögel, sondern auch für andere Wirbeltiere und auch einige Wirbellose. An diesen Erkenntnissen wird künftig weiter geforscht.
Derzeit (Anfang September 2012) ist die zweite Generation an Faltern unterwegs; bereits aber auch schon kleine Raupen. Sie bereiten sich auf die Überwinterung vor, hören zu fressen auf und beginnen sich langsam einzuspinnen im Innern der Sträucher. Nach neuester Erkenntnis hängt der Zeitpunkt des Einspinnens von der Tageslänge ab und nicht etwa von der Witterung. In unseren Breitengraden geschieht dies stets Anfang September.
Das bedeutet für die Bekämpfung der Raupen, dass Spritzungen Ende August nicht mehr sinnvoll sind. Da die Raupen nichts mehr fressen, nehmen sie die Wirkstoffe ohnehin nicht mehr auf. Einige stecken bereits in ihrem Überwinterungskokon und sind gut geschützt – auch vor Spritzmitteln.
Sinnvoll ist eine Behandlung ab zirka Mitte März (abhängig von Temperatur), wenn die Raupen aus ihrer Winterstarre erwachen und zu fressen beginnen. Ein weiterer Behandlungszeitpunkt ist Anfang Juli, wenn die Falter fliegen und bereits die nächste Generation Raupen aktiv ist. Mit einer Wiederholung nach zwei Wochen (Mitte Juli) werden auch die Spätzünder hoffentlich noch erwischt.
Elisabeth Jacob