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Meisen gegen Motten

Landauf landab sind die Kastanienbäume von der Kastanienminiermotte (Cameraria ohridella) befallen und geben schon seit Wochen ein herbstliches Bild ab. Bisher gab es kein wirksames Mittel gegen den eingewanderten Schädling. Natürliche Frassfeinde fehlten. Nun gibt es Hoffnung.

Die Miniermotte ist eine Schmetterlingsart, die aus Südosteuropa eingewandert ist. Ihre Raupen fressen Gänge in die Kastanienblätter. Der eingeschleppte Schädling hatte bisher keine Frassfeinde. Inzwischen besteht die Hoffnung, dass Meisen gelernt haben, die Insekten zu fressen. Erste Erfahrungen aus dem im Frühjahr gestarteten Pilotversuch der Stadtgärtnerei Basel mit Brutkästen für Meisen bestätigen dies. Auch in Berlin hat die Senatsverwaltung festgestellt, dass die Schäden durch die Miniermotte zurückgehen, weil sich die heimische Fauna langsam an die eingewanderten Insekten anpasst. Aus Frankfurt, Freiburg i.Br. und aus Kehl gibt es ähnlich lautende Meldungen. Gegen den Schädling wird mehrgleisig vorgegangen. In Basel läuft zudem ein Versuch mit Sexuallockstoffen, die die Motten-Männchen in Klebfallen locken. Bei Neupflanzungen wird zunehmend auf die rotblühende Kastanie ausgewichen, die nicht von der Miniermotte befallen wird.

Sobald der Laubfall einsetzt, müssen die abgefallenen Blätter entsorgt werden. Im Laub überwintern die Larven des Falters, aus denen sich im Frühjahr eine neue Mottengeneration entwickelt. In Mitteleuropa entwickelt die Miniermotte je nach Witterung drei bis vier Generationen pro Jahr. wab.

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