Zu Beginn ausschliesslich für Frauen, war die Aussbildungsstätte im aargauischen Niederlenz bei ihrer Gründung (1906) europaweit einzigartig und von einem speziellen Pioniergeist geprägt, was damals für viel Aufsehen sorgte. «Ausgestattet mit viel Fachkompetenz und nicht minder an Sozialkompetenz waren die jungen Frauen, und ab den Neunzigerjahren auch die Männer, bereit für die Berufswelt», hält Brigitte Vogel von der Schulleitung rückblickend fest. Sie betont: «Viele Fachfrauen in der Gärtnerbranche haben ihre Lehre in Niederlenz absolviert und jede von ihnen könnte eine eigene Geschichte über die Zeit in der ‹Tscheps› schreiben.» Das stimmt: Auch ich, langjährige Redaktorin von dergartenbau, bin eine ehemalige «Tschepslerin». Die Jahre in Niederlenz bleiben mir unvergessen; Sie haben mich beruflich und menschlich geprägt – mit einer breiten Ausbildung, lustigen Erfahrungen mit Gleichaltrigen und wertvollen Freundschaften.
Jetzt beginnt das letzte Kapitel in der langen Geschichte der Gartenbauschule: Die 22 letzten Lernenden sowie die Mitarbeitenden laden zur Derniere im Blumengeschäft, in der Gärtnerei, in der Berufsschule, in der Villa und im ModeElle ein. Interessierte und Ehemalige können am kommenden 26. und 27. Mai, 10 bis 16 Uhr, zum letzten Mal einen Blick hinter die Hecken und – je nachdem – in die gemeinsame Vergangenheit werfen. An der Derniere werden Pflanzen, Fachbücher, Geschirr, Werkzeuge, Mobiliar und vieles mehr zu einem symbolischen Preis zum Verkauf angeboten. «Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern, mit denen wir in den vergangenen Jahrzehnten eine gute Zusammenarbeit pflegen durften und gemeinsam für die Gärtnerbranche eingestanden sind», schreibt Brigitte Vogel.