Die Gesellschaften würdigen mit ihrer Entscheidung für den blühfreudigen Warzenkaktus Mammillaria zeilmanniana eine populäre Art, die in letzter Zeit wieder öfter kultiviert wird. Der Muttertagskaktus verdankt seine deutsche Bezeichnung der Blütezeit und seiner Beliebtheit als Geschenk zum entsprechenden Anlass, ist äusserst einfach in der Pflege und erfreut auch Kakteen-Einsteiger ab Ende April mit einem violettroten, seltener weißen Blütenkranz rund um den Scheitel.
Mit erst kugelig, später länglich wachsenden dunkelgrünen Körpern, weißen, haarartigen Rand- und rötlichen Mitteldornen macht der Muttertagskaktus auch ausserhalb der Blütezeit einen attraktiven, «wolligen» Eindruck. Mammillaria zeilmanniana wächst entweder platzsparend einzeln oder seitlich sprossend, sodass sie im Alter dekorative Polster bildet.
Gemeinsame Merkmale aller Mammillarien (Warzenkakteen) sind die Auflösung der Kaktusrippen in Warzen und die aus dem Austrieb des Vorjahres kranzförmig erscheinenden, kleinen, aber zahlreichen Blüten. Mit ihrem grossen Artenreichtum gilt die Gattung Mammillaria nach wie vor als meist gepflegte Kakteengattung weltweit. Vor drei Jahrzehnten noch als Anfängerkaktus schlechthin auf den Fensterbänken und in den Sammlungen der Liebhaber präsent, war Mammillaria zeilmanniana in der Zwischenzeit so gut wie aus dem Handel verschwunden und wird erst in jüngster Zeit wieder vermehrt angeboten.
Erstaunliche Parallelen zum Auf und Ab in der Beliebtheitskurve der Kulturform zeigen sich in der Entdeckungsgeschichte der Wildform. Mammillaria zeilmanniana, in den 1920er-Jahren erstmals in den Wüstengegenden Mexikos aufgefunden, galt lange als verschwunden und wurde erst Ende der 1980er-Jahre im Habitat wiederentdeckt. Die Erstbeschreibung der Art wurde im Jahr 1931 vom Kölner Kakteenforscher Friedrich Bödeker in der Monatsschrift der Deutschen Kakteen-Gesellschaft publiziert. Mammillaria zeilmanniana ist im Washingtoner Artenschutzabkommen als schutzbedürftig klassifiziert. Weitere Informationen: www.kakteen.org