«Wir brauchen mehr Grün für unsere Kinder – und zwar das echte», sagte Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger zum Auftakt des Projektes für mehr Natur an der Medienkonferenz in Allschwil (BL). «Echt» bedeutet dabei Blumenwiesen, Hecken aus einheimischen Sträuchern oder Trockenmauern. Das Projekt wird von der Stiftung Natur & Wirtschaft betreut. Zusammen mit dem Bund und der Schweizerischen Umweltstiftung, dem Erdgas- und dem Kiesverband, sowie Sponsoren wie der Migros will sie bis 2020 Hunderte von Bauherren, Immobilien- und Firmenbesitzer motivieren, ihre Areale naturnah zu entwickeln. Sobald ein Areal zwischen 30 und 40 % naturnahe Fläche aufweist, kann es durch die Stiftung ausgezeichnet werden. Die Naturflächen bei Firmen und Wohnsiedlungen sollen gemäss Zielsetzung des Projektes eine ähnliche Grössenordnung aufweisen, wie sämtliche öffentliche Grün- und Parkanlagen in der Schweiz.
Die naturnahe Gestaltung soll Igel, Buntspechte, Feuersalamander und Schwalbenschwänze zurück in die Siedlungen bringen. «Das bedeutet wenig Aufwand und maximaler Nutzen», erläuterte der Präsident der Schweizerischen Umweltstiftung Jost Schumacher die Strategie. Die Stiftung gehört zu den grössten privaten Immobilienbesitzern der Schweiz.
Das erste von der Stiftung Natur & Wirtschaft zertifizierte naturnah gestaltete Wohnareal der Schweiz wurde in Allschwil ausgezeichnet. Die Migros-Pensionskasse ist Bauherrin der Überbauung in Allschil mit knapp 100 Wohnungen.
«Durch die Nutzung naturnaher Freiräume als Begegnungsräume für die Menschen werden Identifikation und Verbundenheit gefördert» , sagte Reto Locher, Geschäftsführer der Stiftung Natur & Wirtschaft. Wie neue Studien aus der Schweiz zeigten, werde die Lebensqualität umso höher eingestuft, je mehr Naturelemente sich durch eine Siedlung ziehen.