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Gartenbauschule Oeschberg droht die Schliessung

Bereits 2009 beabsichtigte der Kanton Bern die Teilschliessung der Gartenbauschule Oeschberg (GSO) in Koppigen. Dank des Bauernopfers der Schliessung der Gewerblichen Berufsfachschule Bern und der Konzentration des Weiterbildungsangebots konnte die Weiterführung gesichert werden. Aus der turbulenten Situation schien die GSO gestärkt hervorgegangen zu sein. Nun droht die traditonsreiche gärtnerische Institution mit nationaler Ausstrahlung dem kantonalen Sparprogramm zum Opfer zu fallen.

Der Vorstoss der Finanzkommission des Grossen Rates, der letzte Woche publik wurde, kam für den Direktor der GSO, Thomas Wullimann, völlig überraschend. Ende Juni noch war die GSO ebenso wie die Gartenbauschule Hünibach, die über eine private Trägerschaft verfügt, bei der Präsentation ihrer Sparvorschläge in Topf 2 platziert. Die Finanzkommission empfiehlt nun eine Neuregelung der GSO, was einer Schliessung gleichkommt. «Das Führen einer Gartenbauschule gehöre nicht zu den Kernaufgaben eines Kantons», schreibt sie.
Wullimann, der 2014 Rektor des neu zu bildenden Bildungszentrums Emme wird, setzt sich mit allen Mitteln für den Fortbestand der GSO ein. Die Option einer privaten Trägerschaft durch die Verbände ist aus seiner Sicht nicht realistisch, weil dies deren finanzielle Möglichkeiten übersteigen würde. Mit überzeugenden Argumenten konnte Wullimann 2009 die Teilschliessung abwenden. Schliesslich wäre die Teilschliessung für den Kanton teuerer gewesen als der Betrieb der Lehrwerkstätte, die im Rahmen des Ausbildungskonzeptes den Unterhalt der weitläufigen Parkanlage abdeckt. Der Park sei auch als Kulturgut zu schützen, so Wullimann.
Die GSO bietet mit den seit 2012 neu geschaffenen Plätzen für die Attestlehre (EBA) rund 100 Ausbildungsplätze. Von einer Schliessung betroffen sind 450 Gärtnerlehrlinge des Kantons, die am Oeschberg jedes Jahr ihre überbetrieblichen Kurse absolvieren. Weiter durchlaufen 150 Personen jährlich eine höhere Berufsbildung an der GSO. Die GSO veranstaltet zudem alle zwei Jahre gemeinsam mit JardinSuisse auf dem Schulareal die nationale Fachmesse öga. Im Fall einer Schliessung der GSO stünde auch der Messestandort Koppigen zur Disposition. Die damit verbundene wirtschaftliche Schwächung der Region sowie der Verlust der 40 Vollzeitstellen, die die GSO als zweitgrösster Arbeitgeber von Koppigen bietet, sind Argumente, die Wullimann bei seiner Gegenoffensive ins Feld führt.
Eine Stellenauschreibung für die Nachfolge der Leitung der GSO gab es bislang nicht, da ein Projekt zur Integration der GSO in das Bildungszentrum Emme ansteht. Laut Wullimann wird es eine Interimsleitung geben mit Roland Binz, Benjamin Tschirren und Michael Flühmann, die gemeinsam die Leitung übernehmen. «Wir werden alles unternehmen, um die GSO zu retten. Leider ist die Zeit sehr knapp, aber durch die Unterstützung von Gärtner Bern, JardinSuisse und der Region, insbesondere der Gemeinde Koppigen, bin ich zuversichtlich, dass es gelingen wird», so Wullimann.

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