Die Streikenden wollen nicht länger akzeptieren, dass der aktuelle Mindestlohn für Ungelernte in der Grünen Branche bei 3600 Franken liegt. In mehreren Kantonen gilt ein allgemeingültiger Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für die Gartenbaubranche. Etwa in Genf und in beiden Basel. Das hat Auswirkungen auf den Mindestlohn. Der liegt in den genannten Kantonen bei etwa 4400 Franken und damit fast 1000 Franken höher als dort, wo der GAV von Jardin Suisse und Grüne Berufe Schweiz als Referenz gilt. Die Initiianten rechnen damit, dass der Arbeitskampf im Erfolgsfall zu einem Präzedenzfall auf dem Weg zu einem allgemeingültigen GAV für die gesamte Gartenbaubranche werden könnte.
JardinSuisse und der Schweizerische Gewerbeverand verurteilen das Vorgehen der Unia, die bestehende Sozialpartnerschaft mit Grüne Berufe Schweiz (GBS) in der Branche der Garten- und Landschaftsbauer zu sprengen, aufs Schärfste. Der sgv fordert zusammen mit dem Branchenverband JardinSuisse die Unia auf, «sich nicht auf Kosten einer funktionierenden Sozialpartnerschaft selber zu profilieren und Arbeitsplätze und den Arbeitsfrieden in der Branche zu gefährden».
Grüne Berufe Schweiz als Sozialpartnerin sieht ebenfalls Handlungsbedarf bei den Mindestlöhnen. Wie die Präsidentin der GBS, Barbara Jörg, mitteilt, setzt die GBS auf einen guten sozialpartnerschaftlichen Dialog mit Jardin Suisse. In Kenntnis der Besonderheiten der Grünen Branche unterstützt die GBS eine schrittweise Erhöhung der Löhne, um nicht unnötig Arbeitsplätze zu gefährden. «Unser Berufsstand liegt uns am Herzen, darum soll, wer über gute Qualifikationen verfügt, auch gut entlohnt werden», so Jörg. Ein wichtiges Anliegen der GBS ist die Grüne Branche als Ganzes zu betrachten und eine tragbare Lösung für alle Sparten vom Garten- und Landschaftsbau, über Zierpflanzenbau und Baumschulen zu realisieren. Die GBS lehnt GAV-Verhandlungen in Schaffhausen, bei denen die unia mit am Verhandlungstisch sitzt, nicht grundsätzlich ab. «Wir sind aber davon überzeugt, unsere Ziele, im Dialog erreichen zu können», gibt sich die Präsidentin der GBS überzeugt.