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Ein starkes Team – Michel Meylan mit Tochter Rachel und Jérôme Meylan mit Vater Yves (v.l.n.r.).

Die Pépinières Meylan & Cie im waadtländischen Renens, nördlich des Genfersees, kultiviert auf 200 000 m² ein breites Sortiment, das über 1200 Arten umfasst. Bild: Meylan

Veredelte Koniferen sind eine Spezialität des Unternehmens.

Jährlich werden über 120 000 Koniferen und Laubgehölze veredelt.

Von Hibiscus produziert die Baumschule mehr als 20 Sorten.

Das breite Sortiment umfasst auch Schlingpflanzen.

  • Produktion

Ein Baumschulunternehmen in der fünften Generation

Die Pépinières Meylan SA in Renens, im Waadtländer Mittelland, ist ein Familienunternehmen. Auf 20 Hektaren wird ein breites Sortiment von über 1200 Arten kultiviert, das von Laubgehölzen über Koniferen und Heckenpflanzen bis zu Bodendeckern oder Schlingpflanzen reicht. Mit den beiden jungen Nachwuchsführungskräften Rachel und Jérôme Meylan kann die erfolgreiche Unternehmensgeschichte fortgeschrieben werden.

Rosen und Obstbäume für die herrschaftlichen Parkanlagen am Genfersee wurden einst von der Pépinières Meylan SA in Renens kultiviert. Das Baumschulunternehmen, das Urgrossvater Léon Meylan 1898 gründete, kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Der Firmengründer und sein Sohn André bewirtschafteten die Kulturflächen noch mit Pferd und Wagen. Nach dem 2. Weltkrieg und mit dem wirtschaftlichen Aufschwung, mit dem sich das beschauliche Städtchen Renens zu einem bedeutenden Industriestandort entwickelte, wurde das Sortiment laufend erweitert. Es kamen Koniferen, Alleebäume, Hecken- und Schlingpflanzen sowie Zierpflanzen hinzu. 

Nachwuchsführungskräfte bringen neue Ideen ein

Pionier der Vermehrung und Veredelung von Koniferen und Gehölzen, einem bedeutenden Standbein der Baumschule, war Jean-Pierre Meylan, der Vater der heutigen Geschäftsführer Michel und Yves Meylan. Deren Kinder, Rachel und Jérôme, traten 2013 ins Unternehmen ein. Sie ergänzen heute das Geschäftsleitungsteam. Die beiden jungen Nachwuchsführungskräfte der 5. Generation haben die Ausbildung zur Baumschulistin an der Gartenbauschule École d'Horticulture de Châtelaine-Lullier in Genf (Rachel Meylan) und das Masterstudium im Bereich Wirtschaft an der Universität Lausanne (Jérôme Meylan) absolviert. «Wir sind sehr stolz, dass sich meine Tochter und mein Neffe hochmotiviert in das Unternehmen einbringen», freut sich Michel Meylan. 

Er und sein Bruder schätzen die Impulse, die von den beiden ausgehen. Seit 2014 engagiert sich Rachel Meylan, Vorsitzende des Fachausschusses Gehölze JardinSuisse, mit sieben weiteren Baumschulbetrieben in der Bioerfahrungsgruppe des Unternehmerverbandes für den verstärkten Einsatz von biologischen Pflanzenschutzmitteln. «Auf der Suche nach Alternativen zu chemischen Pflanzenschutzmitteln profitieren wir stark vom regen Austausch mit Schweizer Obstbauern, deren Erfahrungswerte wir in unsere Produktion einfliessen lassen», hält die Baumschulistin fest. So konnte im Betrieb der Bedarf an chemischen Pflanzenschutzmitteln in den vergangenen Jahren merklich reduziert werden. Heute werden zu rund 70 % biologische Alternativen eingesetzt. 

Auch der nachhaltige Umgang mit wertvollen Ressourcen wird ernst genommen. Um den Wasserbedarf zu reduzieren – die Gemeinde Renens bezieht ihr Wasser aus dem Genfersee – wurden die Kulturflächen unter Glas und Folie mit Bewässerungsmatten ausgestattet und ebenso die Containeranlage auf Mattenbewässerung umgerüstet. «Dank der Umstellung sämtlicher Kulturflächen auf automatische Bewässerung ist es uns gelungen, den Wasserbedarf um über 60 % zu reduzieren», freut sich Rachel Meylan und präzisiert: «Dies entspricht einer jährlichen Menge von 25 000 Kubikmetern Wasser.»

120 000 Veredelungen pro Jahr

Die Baumschule Meylan, die 2018 ihr 120-jähriges Bestehen feierte, beschäftigt 35 Mitarbeitende und 4 Lernende der Fachrichtung Baumschule (EFZ). Mit einer Gesamtfläche von 200 000 m² ist der Betrieb ein grünes Juwel inmitten der Industriezone von Renens. Dort wird auch auf 40 000m² ein breites Sortiment an Koniferen, Laubgehölzen, Schlingpflanzen und Bodendeckern im Container kultiviert. Die Vorkultur erfolgt in den Gewächshäusern (4000 m²) und in den Folientunnels (2000 m²) des Betriebes. Jährlich werden über 120 000 Koniferen und Laubgehölze veredelt. Die Veredelungstechniken sind – abgestimmt auf Gehölzart und Wuchsform – vielfältig und technisch anspruchsvoll. «Für den Verkauf als Jungpflanze im 9-cm-Topf werden jährlich über 400 000 Stecklinge produziert», berichtet Michel Meylan. Es gelte, die Kundinnen und Kunden mit einem besonderen Sortiment zu begeistern. So finden sich im über 100 Arten umfassenden Koniferensortiment beispielsweise die beiden sortenrechtlich geschützten Pinus-nigra-Sorten ’Marie Brégeon’ und ’Pierrick Brégeon’. Die Koniferenstämmchen punkten mit einem sehr dichten und dekorativ frischgrünen Nadelkleid.

Export ins europäische Ausland

Die Containeranlage und die Freilandfläche bieten Platz für mehrere tausend Pflanzen. Mit Elektromobilen sieht man die Mitarbeitenden bei der Kommissionierung der Bestellungen. Diese gehen per Telefon, Fax, E-Mail oder aber über die Website des Unternehmens ein, auf der ein Shop mit rund 1200 Artikeln betrieben wird. «Die kommissionierten Bestellungen treten zum Teil eine Reise bis weit über die Grenzen der Schweiz an», freut sich der Geschäftsführer. 8 % der kultivierten Pflanzen werden per Spedition an Baumschulen innerhalb Europas geliefert. Das Unternehmen hat Kunden in Italien, Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Österreich und in Deutschland. Der Kontakt zu diesen Abnehmern wird nicht zuletzt durch die Teilnahme an ausländischen Fachmessen gepflegt. So ist die Pépinières Meylan auch in diesem Jahr an der IPM Essen vertreten (Stand 6C38).

In der Schweiz erfolgt die Belieferung der Kunden, zu denen neben Privaten und GaLaBau-Betrieben auch Gartencenter und Gärtnereien zählen, mit den firmeneigenen Lkws. Im benachbarten Crissier betreibt das Unternehmen auf einer Gesamtfläche von 2000 m² ein Gartencenter mit breitem Baumschulsortiment und saisonalen Pflanzen für die Kundinnen und Kunden aus der Region.

Prozesse optimieren und Rentabilität steigern

«Um die Schweizer Baumschulen für die Zukunft zu rüsten, ist eine Spezialisierung ebenso unabdingbar wie die Produktion grösserer Stückzahlen und die Optimierung der Betriebsabläufe», betont Michel Meylan. Denn von den europäischen Mitbewerbern werden Baumschulartikel, beispielsweise Alleebäume, buchstäblich zu Schleuderpreisen verscherbelt. Dem hält die Firma Meylan mit gezielten Massnahmen entgegen. «Wir überdenken unsere Betriebsabläufe stetig», berichtet der Geschäftsführer. So konnte das Familienunternehmen in den vergangenen Jahren die Rentabilität des Baumschulbetriebes fortlaufend steigern und somit die Konkurrenzfähigkeit gegenüber europäischen Mitbewerbern optimieren. Vor gut vier Jahren wurde die neue, 600 m² grosse Topfhalle mit integriertem Arbeitsbereich und Erdlager in unmittelbarer Nähe der Vermehrungsgewächshäuser eingeweiht. Sie ermöglicht kurze Wege und ein effizientes Arbeiten. |

 

Betriebsdaten

Standort: Renens (VD)
Gründung: 1898
Betriebsfläche: 20 ha, davon 4000 m² Gewächshausfläche, 2000 m² Folientunnels, 4 ha Containerfläche, 15 ha Freilandfläche und 2000 m² Verkaufsfläche im Baumschulbetrieb, sowie ein 2000 m² grosses Gartencenter im benachbarten Crissier (VD)
Sortiment: Koniferen, Laubgehölze, Alleebäume, Obstgehölze, Bambus, Schlingpflanzen und Bodendecker in über 1200 Arten
Veredelung von Koniferen in rund 100 Arten
Mitarbeitende: 35 und 4 Lernende
Geschäftsleitung: Michel Meylan, Yves Meylan, Rachel Meylan und Jérôme Meylan
www.meylan.ch

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