Der historische Terrassengarten gehörte 1589 zu den ersten botanischen Gärten nördlich der Alpen. Über die Jahrhunderte erfuhr er durch verschiedene Nutzer viele Umgestaltungen. Zuletzt war er eine versteckte, verwilderte Brache. Als 2005 bekannt wurde, dass der ehemalige Gärtnermeister Karl Schlecht einen Teil seines Vermögens der Stadt vermacht hatte mit der Auflage, es für ein «grünes Basel» einzusetzen, entschieden sich Stadtgärtnerei und Erbengemeinschaft, mit dem Nachlass den Garten der Alten Universität wiederzubeleben.
In einem ersten Schritt erstellte der Fachmann für Gartendenkmalpflege, Dr. Johannes Stoffler, Zürich, ein gartendenkmalpflegerisches Gutachten zur Gartensubstanz und zur historischen Faktenlage. Auf dieser Basis entstand das Planungskonzept der Landschaftsarchitekten Stauffer Rösch, Basel, das 2016/2017 unter der Projektleitung der Stadtgärtnerei umgesetzt wurde. Der Entwurf und die Ausführungsbegleitung des neuen Pavillons kommt vom Architekturbüro Florian Rauch, Basel.
Aufgrund seiner Geschichtsträchtigkeit, seiner einmaligen Lage und der Ausgestaltung mit alten Mauern und Fassaden erfüllt der Terrassengarten den im Testament festgehaltenen Verwendungszweck. Er wird tagsüber öffentlich zugänglich sein und soll sich sowohl für die Basler Bevölkerung als auch für auswärtige Besucherinnen und Besucher zu einem beliebten Aufenthaltsort entwickeln.
Vom Hortus medicus zum neuen Lustgarten
Die bewegte Geschichte des Gartens der Alten Universität beginnt mit Caspar Bauhin, Professor für Anatomie und Botanik und Schüler von Felix Platter. 1589 richtete Bauhin hier den ersten Botanischen Garten der Schweiz ein, der den Medizinstudenten als Hortus Medicus zum Pflanzenstudium und zur Herstellung von Heilmitteln diente.
Später erwarb der Bandfabrikant Hans Franz Sarasin das Grundstück und liess es in einen Lustgarten mit Pavillon und Springbrunnen umgestalten. Ende des 18. Jahrhunderts übernahm erneut die Universität den Garten und nutzt seine Terrassen für Ställe, Kleintiergehege, Volièren und Fischbecken des Zoologischen Instituts.
Nach dem Wegzug des Zoologischen Instituts verwilderte der Garten und geriet in Vergessenheit. Mit der Sanierung 2016/2017 wurde der wertvolle Bestand instand gestellt und der historische Entwurfsgedanke zeitgenössisch interpretiert. Die Bepflanzung orientiert sich am ursprünglichen Hortus Medicus.