Und auf Wolke 7 schwebte die 22jährige Floristin dann am Ende von zwei nervenaufreibenden Wettkampftagen im Verkehrshaus Luzern auch selbst. Mit ihren fünf floralen Wettkampfarbeiten zu den Themen «Tischdekoration: 1. Klasse», «Gebundenes Werkstück Strauss: Angekommen», «Gefässfüllung: Stop over», «Brautschmuck: Über den Wolken» und einer schwebenden Überraschungsarbeit überzeugte sie die sechsköpfige Jury unter der Leitung von Obfrau Marita Walde. Und als Finalistin am Gala-Abend des zweitägigen Wettkampfes überzeugte sie auch die mehr als 350 fachkundigen KollegInnen aus der Schweizer Blumenbranche im Publikum. Spätestens, als die junge Floristin bei der 45minütigen Finalarbeit am Samstagabend nicht nur handwerkliches Know-how, sondern zeitgleich noch Schlagfertigkeit im Gespräch mit Moderator Nik Hartmann bewies, war das Publikum restlos begeistert und feierte die neue SchweizerMeisterin mit grossem Jubel und viel Applaus. Neben dem Titel «SchweizerMeisterin der Floristen» sicherte sich Claudia Stauber auch ein Preisgeld von 3000 Franken, einen Gutschein für ein Wellnesswochenende im Hotel Schweizerhof in Luzern sowie die Option für die Teilnahme an der nächsten EuropaMeisterschaft der Floristen, die wie die SchweizerMeisterschaft nur alle vier Jahre stattfindet.
- Rang 1, SchweizerMeisterin: Claudia Stauber, Blumenstube Gardyland, Langnau i.E..
- Rang 2: SchweizerVizeMeisterin: Sabrina Gremli, Blumen Muggli, Hinwil
- Rang 3: Judith Jund, Rosenladen, Buochs
Vorabinterview mit Claudia Stauber
Name: Stauber, Claudia
Alter: 22 Jahre
derzeitiger Wohnort: Langnau i. E.
Heimatort: Speicher AR
derzeitiger Arbeitgeber / Arbeitsort: Blumenstube Gardyland, Langnau i.E.
Was hat Sie motiviert, sich für die Teilnahme an der SchweizerMeisterschaft der Floristen «Swissflor» zu bewerben?
Ich konnte mit meiner Kreativität am Regioflor-Cup letztes Jahr überzeugen und wurde somit gleich qualifiziert für die Schweizer Meisterschaft der Floristen. Und da mein Ziel war, diesen Wettkampf zu bestreiten, war für mich klar, dass ich mich anmelden werde.
Welches sind ihre beruflichen Stationen als Floristin, wie lange schaffen Sie schon in diesem Beruf und welche Erfahrungen bringen sie mit?
Ich habe eine dreijährige Lehre im Gardyland absolviert und diese sehr gut Bestanden. Danach konnte ich in diesem Betrieb weiter arbeiten, was mir viele Türen geöffnet hat. Ich hatte immer grosse Unterstützung, wie zum Beispiel am Jungflor. Auch an diesem Wettkampf nahm ich teil und sicherte mir den 3. Schlussrang.
Nach zwei Jahren zog mich die Suche nach Freiheit, Abenteuer und neues Glück ins Ausland, und ich machte einen Sprachaufenthalt in Amerika. Nach vier Monaten konnte ich gleich wieder als Floristin in Luzern beginnen, wobei ich wusste, dass ich nach drei Monaten wieder in meinen Lehrbetrieb zurückgehen werde. Somit konnte ich die Stellvertretung der Geschäftsleitung im Mai 2012 übernehmen und habe seit diesem Neustart eine Verantwortung, die mir Spass macht. Der Regioflor-Cup war der Start in die Schweizerfloristik, und wer weiss, vielleicht auch ein Ansporn die Berufsprüfung oder Meisterprüfung zu starten. Wir werden sehen …
Das Wettkampfthema lautet «Im Zuge der Zeit». Was sind Ihre Gedanken dazu?
Da kam mir zu Beginn vieles in den Sinn. Ein Zug, der eine Reise macht? Eine Zeitreise durch das Leben. Jahres Rhythmus? Viele Themen, dies sich auf eine Weise überkreuzen und gleichen. Somit nahm ich die Reise in den Vordergrund wobei ich Altes und Neues miteinander kombiniere.
Wie haben Sie sich auf den Wettkampf und die Themen vorbereitet?
Wie jedes Mal bei einer Herausforderung, lies ich es einmal verdauen, bis ich merkte, dass mir nicht mehr allzu viel Zeit bleibt für die Vorbereitungen. Ich besuchte im Januar das Verkehrshaus Luzern, um mich inspirieren zu lassen und meine Ideen mit dem Verkehrshaus zu vereinen. Danach skizzierte, malte und schrieb ich alles Mögliche auf, was mir in den Sinn kam. Bei mehreren Treffen mit meiner Arbeitskollegin,versuchten wir uns auf eine Idee zu beschränken und arbeiteten sie aus. So entstanden meine Werkstücke, die im März im Verkehrshaus zu betrachten sein werden.
Lieben Sie Überraschungen? Wie bereiten Sie sich auf die Überraschungsarbeiten vor?
Im normalen Leben liebe ich Überraschungen über alles! Doch bei Wettkämpfen verursachen sie mir Bauchschmerzen und Übelkeit. Deshalb versuche ich nicht gross daran zu denken und werde mein Bestes geben, wenn es so weit ist.
Was ist für Sie persönlich die grösste Herausforderung bei diesem Anlass?
Das s ich meinen eigenen Anforderungen gerecht werde und natürlich die Überraschungsaufgaben!
Haben Sie ein Maskottchen oder ein bestimmtes Ritual, das Ihnen Glück bringt?
Da kann ich Ihnen leider keine Geschichte erzählen. Ich wünschte ich hätte eines, dann könnte ich mich vielleicht mit diesem Gegenstand etwas beruhigen und mich besser auf den Wettkampf konzentrieren. Doch mein Glück steht in den Sternen, ich werde mich überraschen lassen …