«Die Blumenbörse Thun AG ist die erste Blumenbörse, die nicht den Produzenten, sondern den Kunden gehört», erklärt der Geschäftsführer der neu gegründeten Blumenbörse Thun AG, Erich Scheuermeyer. Er leitete den Ersatzbau für die im Herbst 2011 niedergebrannte Börse Heimberg. Im Mai dieses Jahres trennte sich die Berner Blumenbörsen von ihrem Standortleiter, weil sie den Betrieb unter eine Leitung stellen wollte. Warenbewirtschaftung und Börsenleitung erfolgten fortan von Bern aus. Dies führte zu massiver Kritik von Kunden an der Berner Geschäftsführung in Heimberg. Bemängelt wurde, dass das Angebot zuwenig auf die Bedürfnisse der Kundenstruktur im Oberland ausgerichtet sei. Das Versprechen, im Rahmen der Fusion den Standort Heimberg zu stärken, sei nicht eingelöst worden, heisst es von Kritikerseite. Daraufhin bildete sich ein fünfköpfiges Komitee aus Besitzern von Blumengeschäften mit dem Ziel, in eigener Initiative im Oberland eine Börse zu lancieren. «Viele Lieferanten wurden gestrichen. Das Sortiment ist kleiner als im Provisorium in Uetendorf», so Simone Röthlisberger, Sprecherin des Komitees, auf Nachfrage von dergartenbau. Die Blumenbörse Bern verneint die vom Komitee befürchtete Schliessung der Blumenbörse Heimberg. Verhandlungen, die Blumenbörse Heimberg zum Buchwert zu übernehmen, sind gescheitert.
Wie zu Zeiten der Gründung der Blumenbörse in Heimberg vor 40 Jahren werde mit der jetzigen Gründung das Ziel verfolgt, eine vollwertige Blumenbörse im Berner Oberland zu haben. Kunden aus dem Berner Oberland würden keine Anfahrtswege von über einer Stunde nach Bern in Kauf nehmen, gibt sich Scheuermeyer überzeugt. Hinter der Firmengründung stehen zwölf Aktionäre, alle aus der Region, wie Scheuermeyer betont. Sie sollen zum jetzigen Zeitpunkt nicht namentlich genannt werden. Der AG steht ein kleiner Verwaltungsrat vor. Zudem wird es einen Kundenbeirat geben, der die Interessen der Kunden vertritt. Der Mietvertrag für die Lokalität mit «hellen Verkaufsräumen auf 1500 m2 und Aussenverkaufsfläche von 300 m2» der neu zu eröffnenden Börse am Moosweg 40 in Gwatt ist unterzeichnet. «Ein mehrjähriger Mietvertrag, kein Provisorium», wie Scheuermeyer im Hinblick auf die Konkurrenzsituation anmerkt. W. Aberle