Die neuste Rote Liste des Bundesamts für Umwelt BAFU zu den Tagfaltern und Widderchen bestätigt laut BildLife Schweiz die in der Schweiz herrschende Biodiversitätskrise: Von den 226 in der Schweiz vorkommenden Tagfalter- und Widderchen-Arten sind 54 Prozent schon heute gefährdet oder potenziell gefährdet. Diese Zahlen ergänzen die bereits bekannte Gefährdung der über zehntausend in früheren Roten Listen untersuchten Tier- und Pflanzenarten: 46 Prozent dieser Arten sind gefährdet oder potenziell gefährdet. Die Tagschmetterlinge und Widderchen sind demnach noch stärker unter Druck als sämtliche untersuchten Arten im Durchschnitt. BirdLife Schweiz fordert deshalb den Bundesrat auf, die dringende Umsetzung der Massnahmen zum Erhalt der heimischen biologischen Vielfalt zusammen mit den Kantonen, Gemeinden, der Wirtschaft und Privaten an die Hand zu nehmen.
Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) bezeichnet Kunstrasen, Böschungen mit nicht einheimischen Steinmispeln (Cotoneaster divaricatus) oder eintönige Hecken (vor allem Thuja und Kirschlorbeer) als für unserer einheimischen Flora und Fauna wertlos. Schmetterlinge und Raupen, so das Bafu, brauchten naturbelassene, verbuschte Grünflächen und Natursteinmauern, um sich fortpflanzen und ernähren zu können. Wer im Garten eine vielfältige Bepflanzung zulasse, fördere damit den Artenreichtum an Schmetterlingen. Vorteilhaft seien naturnahen Gärten, Wild- und Kräuterpflanzen auf Balkonen und Terrassen oder begrünte Dächer.