Dem Entscheid der SGV vorausgegangen ist die Ankündigung der Kürzung der Kantonsbeiträge. Wie das Departement für Kultur, Sport und Bildung (BKS) mitteilte, wird das Schulgeld auf das Schuljahr 2017/18 um fast die Hälfte (Fr. 370 000) gekürzt.
Die Schulleitung des BBZ Niederlenzbringt in einer Medienmitteilung das «grosse Bedauern» über diesen «schwer nachvollziehbaren Entscheid» zum Ausdruck. Eine 110-jährige Geschichte einer «wichtigen Ausbildungsstätte» gehe damit zu Ende und «wichtige Ausbildungsplätze» im Kanton Aargau gingen verloren. «Das BBZ Niederlenz steht seit vielen Jahren finanziell solide da und ist allen Verpflichtungen dem Träger gegenüber jederzeit nachgekommen», betont Schulleiterin Brigitte Vogel.
Weil das Begehren des Schulvorstandes, dem BBZ Niederlenz das Land zu überlassen, vom Zentralvorstand der SGF abgelehnt wurde, besteht zudem keine Zukunftschance, indem eine neue Trägerschaft gefunden wird. Die SGF verweist in ihrem Newsletter im Vorfeld zur Abstimmung auf den Wandel der Zeit. «Die Aufgabe bei der Gründung der Gartenbauschule Niederlenz, jungen Frauen eine gute Ausbildung zu ermöglich, hat sich überlebt. Das Areal soll wieder im Sinne und Geist des SGF genutzt werden.»
Am BBZ Niederlenz sind rund 60 Jugendliche in Ausbildung und 19 Mitarbeitende in den drei Betrieben Gärtnerei, Blumengeschäft und Mode-Atelier beschäftigt. Alle Lernenden werden bis zum Abschluss des Qualifikationsverfahrens begleitet. Für eine praxisnahe Ausbildung wird die Produktion aufrechterhalten. Die Verantwortlichen des BBZ hoffen, dass die Geschäftsbeziehungen bis zur Schliessung im 2019 aufrechterhalten werden können.