Derweil entwickelt sich eine Betreuungsindustrie auf Kosten der Allgemeinheit. Gespräche mit Verantwortlichen von sozialen Institutionen beschreiben den Konkurrenzdruck unter den Betreuungseinrichtungen um staatliche Unterstützung und sinnvolle Aufgaben für ihre Schützlinge. Meiner Ansicht nach entwickelt sich unser System der sozialen Betreuung ausserhalb und abgeschirmt von der «normalen», privatwirtschaftlichen Arbeitswelt in eine Sackgasse.
Niemand hat eine Idee, was die makroökonomischen Veränderungen um die beiden epochalen Kräfte Globalisierung und Digitalisierung für die Zukunft des Gartenbaus bedeuten. Langsam reift die Erkenntnis, dass Digitalisierung nicht bedeutet, einfach einen Online-Shop ins Netz zu stellen. Für Mitarbeitende und Chefs stellt die Entwicklung in erster Linie eine Zunahme an Unsicherheit dar, gegen die es vorzugehen gilt. Effizienter werden, das Gleiche noch schneller und hektischer tun, jeglichen Zusatzaufwand an den Staat abschieben; das sind die aktuellen Rezepte, wenn die (Existenz-)Angst nagt.
Unsere Branche hat das Potenzial, mindestens einen Teil des Dilemmas unseres Wohlfahrtsstaates entschärfen zu helfen. Wer, wenn nicht der Gartenbau, kann (künftig) produktive und erfüllende resp. sinnvolle Beschäftigung bieten, wenn in absehbarer Zeit ein unabsehbarer Teil an Arbeitsplätzen «wegdigitalisiert» ist?
Aktuell gibt es noch einige wenige Betriebe, die sich den Luxus von integrativen Arbeitsplätzen leisten wollen und können. Als Einzelkämpfer haben diese jedoch keine Chance, neben der vom staatlichen Tropf abhängigen und dadurch subventionsgierigen Sozialindustrie privatwirtschaftlich nachhaltige und sozial verantwortliche Ideen für neue Wertschöpfungs- und Wertschätzungszusammenhänge zu entwickeln. Der Segen der Digitalisierung verpflichtet auch zur Innovation jenseits der IT. Auf dieser Grundlage müssten Verband und Politik neue Ansätze diskutieren. Sie können dann von ihren Erfahrungen erzählen und andere (und sich selbst) motivieren, es besser zu machen. Nur so gelingt das eine oder andere Happy End.
Erwin Meier-Honegger Co-Geschäftsführer der Ernst Meier AG, Dürnten; Präsident der International Garden Centre Association (2005–2007)
Potenzial für integrative Arbeitsplätze nutzen
Weitere Artikel zum Thema
Agenda
Die Besten 2025
Die von Hochparterre prämierten Projekte, aus Architektur, Design, Landschaftsarchitektur werden in einer Ausstellung präsentiert. Öffnungszeiten: Di. bis So., 10 bis 17 Uhr, Do. 10 bis 20 Uhr; montags sowie 24./25. Dezember und 1. Januar geschlossen.
Die Swissbau ist die führende Plattform der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft und verbindet physisch wie digital eine grosse Community an Experten und Entscheidungsträgerinnen. Nationale und internationale Unternehmen bieten einen ganzheitlichen Überblick über Innovationen, Trends und Lösungen der Bau- und Architekturszene.
Auszug aus dem Rahmenprogramm:
Sa., 20. Januar 2026, 11 bis 12 Uhr: Expertentalk: Wie schaffen wir Schwammstadt im Bestand?
Sa., 20. Januar 2026, 14 bis 15 Uhr: Zukunft Schwammstadt: Neue Strategien und Konzepte für einen klimaresilienten Siedlungsraum.
Sa., 20. Januar 2026, 14 bis 15 Uhr: Keynote-Referat und Diskussionsrunde zum Thema «Sozialräumliche Aspekte in der Landschaftsarchitektur».
Sa., 20. Januar, 15.30 bis 16.30 Uhr: Kühlung durch Grün – Fachvortrag von Sebastian Mühlemann (Experte für urbane Begrünungen) und Stefan Jack (Dozent an der BFH).
Weitere Infos und Tickets.
Die Weltleitmesse des Gartenbaus ist der Treffpunkt der grünen Branche. Hier präsentieren Aussteller aus aller Welt ihre innovativen Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Pflanzen, Technik, Floristik und Ausstattung. Keine andere Messe bietet so viel Pflanzenvielfalt und so viele Pflanzenneuheiten. Klimawandel und Nachhaltigkeit sind hier die bestimmenden Themen. Weitere Infos und Tickets.
Newsletter Registration
Submissionen
weitere Submissionen