Ein vollständiger Verzicht

Ein vollständiger Verzicht auf Spritzmittel ist laut Bund nicht möglich. (Ulrich Bögle/landwirschaft.ch)

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Bund will mit Aktionsplan Pestizidrisiken senken

Der Bundesrat will mit einem Aktionsplan die Risiken von Pflanzenschutzmitteln senken und Alternativen fördern. Die Reaktionen auf den am 6. September 2017 vom Bundesrat verabschiedeten Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel (NAP) sind kontrovers.

Der Unmut über die ungelösten Folgeprobleme des hohen Pestizideinsatzes in der Schweiz hat in der Bevölkerung stark zugenommen. Mit dem NAP sollen die mit Pflanzenschutzmitteln verbundenen Risiken halbiert werden – mit bestehenden und neuen Massnahmen. So will der Bund ab 2020 den Anbau ohne Herbizide oder mit einem reduzierten Herbizideinsatz mit Direktzahlungen fördern. Der Schweizer Bauernverband (SBV) begrüsst den Aktionsplan, wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) schreibt. Die Reduktionsziele seien ehrgeizig und bedingten zusätzliche Unterstützung von Seiten der Forschung und Züchtung. Die Landwirtschaft, so der SBV, sei sich bewusst, dass sie im Bereich der Pflanzenschutzmittel in besonderer Verantwortung stehe und sie sei bereit, weiter an Verbesserungen zu arbeiten. Umweltverbände und Vision Landwirtschaft, eine Denkwerkstatt unabhängiger Agrarfachleute, äusserten sich in ersten Stellungnahmen enttäuscht. Der NAP sei eine ungenügende Antwort auf die bisherigen Praxis im Umgang mit Pestiziden und bleibe selbst hinter dem vom Bund einst gesetzten Pestizidreduktionsziel auf 1500 Tonnen pro Jahr zurück, heisst es da. Bio Suisse schreibt in einer Mitteilung, der Bund habe eine Chance verpasst. Der Aktionsplan sei zu wenig wirksam.

Derzeit laufen Unterschriftensammlungen für zwei Volksinitiativen zum Thema Pflanzenschutzmitteleinsatz in der Landwirtschaft. Das Komitee "Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung" will unter anderem, dass nur noch Betriebe Direktzahlungen erhalten, die pestizidfrei produzieren. Über 70'000 Personen haben das Begehren bereits unterschrieben.

Noch weiter gehen will das Komitee "Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide". Die im November 2016 von Privatpersonen aus der Westschweiz lancierte Initiative verlangt ein gänzliches Verbot synthetischer Pestizide in der Landwirtschaft.

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