Mit beendeter Installation ist ein Gründach nicht einfach «fertig». Seine Vegetation verändert sich ständig je nach klimatisch-jahreszeitlichem Verlauf. Aggressive Pflanzen können – unbemerkt – zu Durchwuchsschäden an der Dachabdichtung führen. Eine regelmässige Kontrolle und Pflege von Gründächern ist deshalb wichtig. Die Zahl installierter Gründächer und damit der Bedarf an professionellen Unterhalts- und Pflegeleistungen nimmt ständig zu. Dafür braucht es ausgebildete Fachleute. Entsprechende Kurse sind gefragt. Das zeigen die Teilnehmerzahlen.
Rafael Schneider, Dozent an der ZHAW, berichtete am Seminar über die erfolgreiche Umsiedlung bedrohter Orchideen. Auf einer Dachbegrünung der Universität Basel wurden bedrohte Orchideen (Kleines Knabenkraut), die an einem Standort in Zürich wachsen, mit Erfolg neu angesiedelt und vermehrt. Diskutiert wurden daneben Themen wie Biodiversität, das Potenzial tendenziell vernässter Gründächer, erwünschte und unerwünschte Pflanzen, Sanierungsansätze und Lösungen bei Fehlentwicklungen und Hinweise und Fragen zur Pflege.
Planer und Verantwortliche müssen sich über die gewünschte Qualität des Gründachs im Klaren sein. Mit der Norm 312 hat der SIA einen Qualitäts-Standard zur Planung und Ausführung gesetzt. Daneben bietet die SFG (Schweizerische Fachvereinigung Gebäudebegrünung) im Rahmen ihrer «Richtlinie für extensive Dachbegrünungen» anerkannte Qualitätszertifikate für Substrate und Gründachsysteme an (sfg-gruen.ch).
Teilnehmer des Seminars «Dachbegrünung» bei der Besichtigung des Anschauungsobjektes in Näfels (GL).
Bedarf für professionelle Gründachpflege steigt
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