Liebefeld-Park in Köniz.

Liebefeld-Park in Köniz. Foto: B. Augsburger)

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Der Schweizer Heimatschutz zeichnet Köniz mit dem Wakkerpreis 2012 aus.

Köniz erhält den Wakkerpreis 2012 für ihre vorbildliche Siedlungsentwicklung, die für Agglomerationsgemeinden Modellcharakter hat. Ihre wichtigsten Vorzüge sind eine klare Abgrenzung zwischen dem Siedlungsgebiet und der Kulturlandschaft, eine Verkehrsplanung, die auf der Koexistenz aufbaut, ebenso wie die Bewahrung der Identität der verschiedenen Ortsteile. Die offizielle Preisübergabe findet am 23. Juni 2012 im Rahmen einer öffentlichen Feier statt.

Wie bereits 2011 stellt der Schweizer Heimatschutz auch in diesem Jahr bei der Vergabe des Wakkerpreises das Thema Agglomeration in den Mittelpunkt. Köniz zeichnet sich durch seine langjährige hervorragende Planung aus, die unter Mitwirkung der Bevölkerung entwickelt worden ist. Dabei zeigt die Berner Agglomerationsgemeinde neue Wege auf zur Bewältigung der Herausforder-ungen, die sich im Zusammenhang mit der Mobilität, der Verdichtung und der Bewahrung der natürlichen Räume stellen. Die geschützten Weiler in Köniz zeigen zudem, wie traditionelle Siedlungsformen bewahrt werden können.

Köniz gilt mit einer Fläche von 51 km2 als die grösste Agglomerationsgemeinde der Schweiz. Trotz der hohen Einwohnerzahl (39'600) und ihrer Nähe zu Bern besitzt die Gemeinde nicht nur einen städtischen, sondern in weiten Teilen auch einen dörflichen Charakter. Um ihre nachhaltige Weiterentwicklung zu sichern, erarbeitete die Gemeinde 2007 ein Raumentwicklungskonzept (REK), das sie 2010 durch ein Leitbild und 2011 durch eine „Richtplanung Raumentwicklung“ ergänzt hat. Mit diesen Instrumenten will sie ihre zwölf Ortsteile strukturieren und stärken und ihre Siedlungsgebiete klar von den Natur- und Landwirtschaftsräumen abgrenzen. Durch die konsequente Förderung einer Siedlungsentwicklung nach innen und einer bemerkenswerten langjährigen Wettbewerbskultur hat es Köniz verstanden, die Siedlungsqualität zu steigern und der Zersiedelung erfolgreich Einhalt zu gebieten.

Mit der Revision der Ortsplanung von 1994 wurde ein erster wichtiger Grund-stein für diesen Erfolg gelegt: Dabei wurden einerseits 337 ha Bauland ausgezont und als Agrarland freigestellt. Andererseits nahm die Ortsplanung Rücksicht auf das Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz ISOS, in dem Weiler wie Herzwil, Liebewil und Mengestorf aufgenommen sind. Seit 2008 wendet die Gemeinde zudem eine Mehrwertabschöpfung bei Ein- und Umzonungen an, wie dies auch in der vom Schweizer Heimatschutz mitinitiierten Landschaftsinitiative verlangt wird. All diese Massnahmen wurden und werden von der Bevölkerung unterstützt und mitgetragen.

Mit Hilfe der erwähnten Planungsinstrumente ist es Köniz gelungen, gezielt qualitätsvolle Architektur zu fördern und die Ortsplanung zu steuern. So wurde zum Beispiel das Ortszentrum schrittweise umgestaltet und aufgewertet. Projekte wie etwa die Überbauung Bläuacker, die auch das Gemeindehaus umfasst (2004), die Umgestaltung der Schwarzenburgstrasse (2004) oder auch der Liebefeld-Park (2009) haben das Zentrum gestärkt. Zudem beweisen die Wohnüberbauungen Dreispitz (Rykart Architekten, 2010), Neumatt/ Weissenstein (GWJ Architekten, 2008), Buchseeweg (Rast Architekten, 2002) oder auch Ried W2 in Niederwangen (Atelier 5, 1990), dass sich Dichte und Qualität durchaus verbinden lassen. Erwähnenswert sind auch die zahlreichen gelungenen Umbauten oder Restaurierungen. Beispiele dafür sind das Areal der ehemaligen Vidmar-Fabrik, das heute unter anderem vom Stadttheater Bern genutzt wird (Rykart Architekten, 2004), oder auch die Sanierung der Schulanlage Steinhölzli (mrh Architekten, 2010).

Mit der Verleihung des Wakkerpreises 2012 an Köniz ermuntert der Schweizer Heimatschutz die Behörden, ihre langjährigen Bemühungen fortzusetzen und insbesondere raumplanerisch problematische Sektoren wie etwa die Region Wangental, die von der grossen Transitachse Genf–Zürich durchschnitten wird, aufzuwerten. Grundsätzlich ruft der Schweizer Heimatschutz alle Agglomerationsgemeinden dazu auf, ihre Entwicklung sorgfältig zu planen, um als Wohn- und Arbeitsort attraktiv zu bleiben. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurden im vergangenen Jahr die neun Gemeinden von Lausanne West, die sich ebenfalls durch eine umsichtige Planung hervortun, mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet.

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