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The Trailfinders erinnerte beinahe an eine begehbare Schauanlage in einem zoologischen oder botanischen Garten.

Ein Blick in die Zukunft der Gärten in Zeiten des Klimawandels war der Resilience Garden von Sarah Eberle, der völlig zu Recht mit einer Goldmedaillle und dem Best Construction Award ausgezeichnet wurde.

Viking Cruises zeigte, wie trotz künstlerischer und imposanter Gestaltungselemente den Pflanzen der Vortritt gewährt werden kann.

Campfed Garden war das perfekte Abbild eines bäuerlichen Selbstversorgergartens aus Simbabwe im Süden Afrikas.

Der M & G Garden bestach durch seine vielfältigen Grüntöne und kam fast ohne Blüten aus. In eine geradezu jurassisch anmutendende Landschaft eingebettet, kann er Vorbild und Inspiration für urbane und ländliche Gärten sein.

Welcome to Yorkshire zeigte britische Gartentradition in bester Form.

Der Morgan Stanley Garden vereinte moderne und traditionelle, formale und naturalistische Elemente in einer selten präsentierten Perfektion. Chris Beardshaw gewann mit ihm seine zweite Goldmedaille.

Green Switch war ein weiteres Meisterwerk des japanischen Designers Kazuyuki Ishihara, der verschiedene Grün-, Orange- und Rottöne wie ein Maler einsetzte.

Facebook: Beyond the Screen gehörte zu den spannendsten Gärten der Show und bot auf kleinem Raum eine unglaubliche Abwechslung – sowohl was die Pflanzenvielfalt anging als auch die Verschiedenheit der verwendeten Materialien.

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Chelsea 2019

Wie jedes Jahr treffen sich Ende Mai auf dem Gelände des Royal Hospitals die Grössen der britischen Gartenszene. Highlight der Veranstaltung sind die Schaugärten, die in den drei Kategorien Show, Artisan und Space to Grow bewundert werden können. Wir haben Ihnen die spannendsten Projekte und Details herausgesucht

Nachhaltigkeit und Verantwortung für die Umwelt waren die bestimmenden Themen auf der diesjährigen Chelsea Flower Show. Die Schaugärten zeigten raffiniert in Grüntönen gestaltete Pflanzungen, durchsetzt mit einzelnen Farbakzenten, und nur gelegentliche Farbexplosionen in Staudenrabatten.

M & G Garden

Andy Sturgeons Aufmerksamkeit für jedes Detail brachte seinem „M & G Garden“ zu Recht die Auszeichnung „Best in Show“. Inspiriert von seiner Liebe zum Wald in der Kindheit, zeigte Andy in seinem Schaugarten Waldlichtungen, durchbrochen von schwarzbraunen Holzgebilden. Sie wirkten wie Felsformationen und lie ssen immer wieder andere Gartenansichten zu. Plattformen und Fu sswege führten den Garten hinauf. Zwischen den simulierten Felsen lief Wasser, das in ruhige Teichflächen mündete, gerahmt von mehrstämmigen Nothofagus antarctica sowie Carpinus betulus und Cornus canadensis. Die Holzformationen umfassten eine mehrschichtige, überwiegend grüne Bepflanzung, unterbrochen von wei ssen und blauen Stauden, Libertia chilensis, gelben Euphorbia palustris und Trollius chinensis ‘Cheddar’. Ein hohes Cardiocrinum erhob sich über Flächen mit Farnen, während Equisetum hyemale, Aralien und verschiedene Rodgersien durchgehend wiederholt wurden.  Als Solitär prägte Trochodendron aralioides mit seinen elliptischen Blättern die vordere Ecke. 

The Resilience Garden

Sarah Eberle wurde für „The Resilience Garden“ zweifach ausgezeichnet, mit einer Goldmedaille und der Auszeichnung „Best Construction“. Der Schaugarten zeigte, wie Wälder und Gärten den Herausforderungen des Klimawandels, neuen Schädlingen und Krankheiten widerstehen können. Anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Britischen Forstverwaltung und zu Ehren William Robinsons, dem Gründer der Naturgartenbewegung, wurde der Garten mit exotischen und heimischen Arten bepflanzt. Im Zentrum stand ein Getreidesilo, das als Designstudio umfunktioniert wurde. Seine grau-metallische Au ssenwand wurde farblich von der Bepflanzung aus Aloe vera und Yucca recurva in den Trockenzonen des Gartens aufgenommen. Eine Reihe von Bäumen überragte das Silo, darunter ein 13 m hoher Sequoiadendron giganteum, Liriodendron tulipifera, Ginkgo biloba, Cryptomeria japonica und eine vielstämmige Zelkova serrata. In der Ebene darunter wurden Acer campestre, Crateagus monogyna und Euonymus europaeus verwendet. 

Den Garten unterteilten Steinwege in Feucht-, Wald- und Trockenzonen sowie eine Wiese. In der Wiese waren rotstängeliger Digiplexus, kleine rotblühende Echium russicum, Aquilegia vulgaris, Gladiolus communis subsp. byzantinus und Briza media zu entdecken. In der Feuchtzone und um einen Teich wurden Equisetum hyemale, Trollius europaeus, Asplenium trichomanes, Geum rivale ‘Alba’ und Dryopteris erythrosora verwendet. 

The Morgan Stanley Garden

Chris Beardshaw gewann mit „The Morgan Stanley Garden“ seine zweite Goldmedaille in Folge. Eine üppige Staudenrabatte mutete „britisch“ an, das Gesamtdesign des Gartens aber wirkte raffiniert und zeitgemä ss. Unter einer windverbogenen Pinus nigra var. austriaca wölbten sich Taxus, Salvia und Echium akzentuierten die Terrasse, unterstützt vonbernsteingelben, violetten und bronzenen Baptisia ‘Cherries Jubilee’, Delphinium ‘Black Knight’, Digitalis ‘Goldcrest’ und Erysimum ‘Bowles’s Mauve’. 

Welcome to Yorkshire

Der mit einer Goldmedaille und dem People’s Choice Award ausgezeichnete Garten des  Chelsea-Veteranen Mark Gregory gab die Landschaft des höchst gelegenen Kanals in Gro ssbritannien wieder, einer Wasserstra sse von Huddersfield durch das Pennines-Mittelgebirge nach Lancashire. Er zeigte ein Schleusenwärterhaus mit Gemüse- und Sommerblumen- bzw. Staudengarten und einer Wildblumenwiese. Der Garten hatte einen Höhenunterschied von 4  m und wurde von einem schlammigen Kanal durchzogen.

The Trailfinder‘s Undiscovered Latin America

Durchquert von einem markanten roten Holzsteg, inszenierte der Schaugarten von Jonathan Snow ein Stück chilenischen Regenwaldes, mit Wasserfällen, Felsen und einem von Gunnera manicata umrandeten See. In diese Szenerie ragten Araucaria araucana und Nothofagus antarctica, mit Tillandsia usneoides behangen, heraus. Gunnera, Libertia chilensis und Fuchsia magellanica sind heute in Westeuropa bekannt, während Pflanzen wie Digitalis purpurea und Valeriana officinalis durch Samen im Fell von Vieh von Europa nach Chile eingeführt wurden. Hier war die Farbpalette auf Creme, Wei ss und Gelb beschränkt mit einem Farbblitz, wie den roten Glockenblüten von Crinodendron hookerianum. Libertia chilensis wächst in Chile am Waldrand, ergänzt um einzelne Pflanzen wie die unauffälligen Calceolaria corymbosa.

Green Switch

Kazuyuki Ishihara gewann mit dem makellosen Artisan Garden „Green Switch“ seine elfte Goldmedaille in Folge. Wie immer kombinierte der Gestalter Moose, Ahorne, Kiefern und Iris. Die Rückwand, von vielen Besuchern nicht gesehen, war dicht mit Ahornen, Moos, Viburnum und Euonymus bepflanzt. In der Mitte des Gartens ordnete Ishihara 300 oder sogar 400 Mooskissen um einen Pool herum an. Zwei gläserne Pavillons, einer ein Teeraum mit darunter liegendem Parkplatz, der andere ein Duschraum, rahmten den Bereich, in dem wir von unserem stressigen Stadtleben abschalten können. Wasserfälle liefen über eine begrünte Wand hinab in einen Pool, überdacht von Ahornen wie A. palmatum ‘Bloodgood’ und ‘Orange Dream’. Weitere Sträucher waren Pieris japonica ‘Little Heath’, Enkianthus campanulatus und Viburnumplicatum f. tomentosum ‘Summer Snowflake’.

Camfed Garden

Jilayne Rickards beschrieb ihren ersten Chelsea-Garten, der als Klassenzimmer mit Bauernhof gestaltet wurde, als „Projekt aus Leidenschaft“. Sie reiste nach Simbabwe, um Landschaft, Farben, Pflanzen und Menschen für ihren mit Gold ausgezeichneten „Camfed-Garden: Giving Girls in Africa a Space to Grow“ zu konzipieren. Eine Begegnung mit einer jungen Bäuerin, unterstützt von Camfed, inspirierte sie zu der Bepflanzung. Diese gab mit roter Erde sowohl die Hitze als auch die Fruchtbarkeit Simbabwes wider, das mehr Niederschläge hat als ein Gro ssteil Afrikas. Zitronen-, Limetten- und Orangenbäume wuchsen in bunten Ölfässern, während ein Ziegel-Hochbeet, das mit Grauwasser bewässert wurde, eine Vier-Frucht-Kulturfolge zeigte, mit Grünkohl und Sorghum und zwei Hülsenfrüchtlern, um Stickstoff im Boden zu binden. Zu den Bäumen gehörten Moringa oleifera (neu auf der Chelsea), eine Papaya und Carissa macrocarpa, eine Pflaume mit wachsüberzogenen Blättern. Zu den anderen Kulturen gehörten Erdbeeren, Bananen, Kürbisse, Okra, Hibiskus, Sü sskartoffeln und Zuckerrohr. 

The Art of Viking Garden

Paul Hervey-Brookes gewann Gold für seinen Space to Grow Garten „Viking Cruises: The Art of Viking Garden“. Die frühsommerliche Auenlandschaft wurde von den Farben eines abstrakten Gemäldes des norwegischen Künstlers Jakob Weidemann inspiriert, das auf einem der Schiffe von Viking Ocean ausgestellt ist. Die baulichen Elemente bestanden hauptsächlich aus Schiefer und Holz, wobei eine Wand aus Stämmen die Verwendung von Holz auf Wikingerschiffen darstellte. Die auf der Pflasterung wiedergegebenen Malereien bezogen sich auf die Keramikkunst von Anette Krogstad. Ein Bachlauf floss durch den Garten, begrenzt von mehrstämmigenBirken und Salix purpurea ‘Nancy Saunders’. Für Farbakzente und Texturkontraste sorgten Trollius, Akelei, verschiedene Storchschnäbel, Valeriana officinalis, Darmera peltata und Symphytum × uplandicum.

Facebook: Beyond the Screen

Nach zwölf Jahren Tätigkeit für andere Gartendesigner, wurde Joe Perkins erster eigener Beitrag als „Best Space to Grow Garden“ und mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Felsformationen imitierten eine zerklüftete Küstenlandschaft. Bei der Pflanzenauswahl legte er Wert auf dürreresistente Arten. Zur Bepflanzung des Gezeitensaums wurden Europäisches Strandgras (Ammophila arenaria) und Opuntia humifusa eingesetzt. Centranthus ruber und Crithmum maritimum wuchsen zwischen den Klippen, Euphorbia und Echium dahinter. Das verwitterte Holzdeck visualisierte das Küstenthema. Die Möbel stammten aus Yachtverkäufen, eine Wellenmaschine sorgte für authentisches Meeresrauschen und das Gerüst des Vordachs bestand aus Kupfer, das auch in Telefonleitungen verwendet wird und somit Bezug nimmt auf die Branche des Sponsors. 

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